Alternativgeschichte-Wiki
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Alternativgeschichte ehrenhalber sind Werke der Fiktion, die zu dem Zeitpunkt ihrer Fertigstellung reine Science-Fiction/Zukunftsgeschichte waren, also in der damaligen Zukunft spielten, aber Jahrzehnte oder Jahrhunderte später unfreiwillig wie Alternativgeschichte aussehen. Oft auch "Paläofuturismus" oder "Retro-Futurismus" genannt.

Beispiele[]

  • 1984 von George Orwell: In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entsteht eine neue Weltordnung. Die drei totalitären Superstaaten Ozeanien, Eurasien und Ostasien teilen die Welt unter sich auf und führen einen nicht endenden Krieg um Kolonien - und um ihre eigene Bevölkerung niederzuhalten.
  • viele Romane von Jules Verne
  • Memoirs of the Twentieth Century von Samuel Madden aus dem Jahr 1733: Die Welt wird immer noch von Monarchen regiert, ganz Italien ist in der Hand der Jesuiten, die Osmanen wurden von den Tartaren abgelöst - in deren Reich der Wein legalisiert wurde, und viele Moslems sogar Christen oder Deisten geworden sind.
  • The Battle of Dorking von George Tomkyns Chesney: Die deutsche Kriegsmarine vernichtet die Royal Navy, eine Landung in England folgt. Das britische Empire zerfällt, die Deutschen bekommen aber nur Gibraltar und Malta.
  • City of Endless Night von Milo Hastings: Im Jahr 2041 ist Berlin eine unterirdische 300-Millionen-Stadt - und das einzige, was noch vom Deutschen Reich übrig geblieben ist, nachdem es zwei Weltkriege verloren hat. (Das Buch stammt von 1919, sagt den Beginn des Zweiten Weltkriegs aber für 1983 voraus - nur dass Deutschland den Kommunismus besiegt und sich 1988 bis zum Gelben Meer und Persischen Golf ausgedehnt hat, bis es zurückgedrängt wird.)
  • Die Stadt ohne Juden von Hugo Bettauer: Nach dem Ersten Weltkrieg vertreibt der antisemitische Kanzler Schwertfeger alle Juden aus Österreich.
  • Der Tunnel von Bernhard Kellermann: Der geniale und schwerreich gewordene Ingenieur Mac Allen baut erfolgreich einen Tunnel unter dem Atlantik.
  • Das ist bei uns nicht möglich (It Can't Happen Here) von Sinclair Lewis: Franklin D. Roosevelt verliert die Wahl gegen den Populisten Berzelius „Buzz“ Windrip, der mit seinen Minutemen eine faschistische Diktatur etabliert.
  • The Shape of Things to Come von H. G. Wells: Nachdem die Reformen von Franklin D. Roosevelt gescheitert sind, bricht Ende der 1930er der Zweite Weltkrieg aus, wegen dem Streit zwischen Deutschland und Polen um den "Korridor" - der aber bis in die 1960er dauert, und ganz Europa zerstört. Schließlich errichten die Piloten, Ingenieure und Wissenschaftler die wohlwollende "Diktatur der Luft", schaffen einen Weltstaat. Religionen werden kurzerhand abgeschafft.
  • Blitzkrieg. Die Nazi-Invasion in Amerika (Lightning in the Night) von Fred Allhoff
  • Nacht der braunen Schatten (Swastika Night) von Katherine Burdekin (unter dem Namen "Murray Constantine"). Nach 700 Jahren Nazi-Herrschaft ist das Christentum unterdrückt, und Frauen sind versklavte, kahlgeschorene Gebärmaschinen. Hitler wird als großer, blonder Gott dargestellt, der persönlich den Krieg gewann.
  • Phantom Victory von Erwin Lessner: Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges verschwindet der "Führer", die Wehrmacht bricht ungeordnet zusammen, kapituliert daher nicht offiziell. Die besetzten Deutschen geben sich bußfertig, bieten an, Arsenal der Demokratie zu werden, und auch im "Fernen Osten" gegen die Japaner zu kämpfen (der Krieg wird erst 1948 beendet). Aber irgendwie klingen die Schlagworte des Schäfers Friedolin, dem neuen geistigen Führer der Deutschen, verdächtig... "Blitzfrieden", "In der Buße liegt das Heil", "Eine Herde, eine Weide, ein Hirte"?
  • The War We Do Not Want: Eine Geschichte, die 1951 im Collier's-Magazin aus den USA erschien, über einen Dritten Weltkrieg, der 1952 wegen dem Einmarsch der Sowjets ins Jugoslawien von Tito ausbricht und in dem auch Atombomben fallen, rückblickend aus dem Jahr 1960 erzählt. Zu dem Autorenteam gehörten auch Arthur Koestler und Walter Winchell. Link (Englisch)
  • Lobgesang auf Leibowitz von Walter Miller: Nach dem Dritten Weltkrieg bewahrt die katholische Kirche zumindest einen Teil des Wissens. Langsam wird die Zivilisation wieder aufgebaut...
  • Astro Boy von Osamu Tezuka: Im Jahr 2003 verliert ein Professor seinen einzigen Sohn. Also baut er einen Roboter, der genau wie dieser aussieht.
  • Fahrenheit 451 von Ray Bradbury: Bücher sind verboten, Feuerwehrmänner nun mit ihrer Zerstörung beauftragt. Der Großteil der Bevölkerung ist damit zufrieden, hirnloses Fernsehen zu glotzen.
  • 2001: Odyssee im Weltraum von Arthur C. Clarke/Stanley Kubrick: Im Jahr 1999 existiert die Sowjetunion noch. Dafür gibt es eine Menschensiedlung auf dem Mond, und Menschen fliegen mit Raumschiffen bis zum Jupiter/Saturn.
  • New York 1999/Soylent Green von Harry Harrison: In einer überbevölkerten Welt (New York hat alleine schon 40 Millionen Einwohner) gibt es für die meisten Menschen nur noch Soylent-Kekse (aus Soja und Linsen) zur Ernährung. Soylent Green wird aus toten Menschen hergestellt.
  • Diverse Werke von John Brunner:
    • Morgenwelt: New York ist überkuppelt, Puerto Rico und Isola (die südlichen Philippinen) sind US-Staaten, Eugenik ist immer noch oder schon wieder gefragt, und der südostasiatische Staat Yatakang beunruhigt mit seinen genetischen Forschungen die Geheimdienste. Außerdem gibt es Supercomputer wie Salmanassar, dessen Intelligenz fast schon das menschliche Niveau erreicht hat.
    • Schafe blicken auf: Die Umweltverschmutzung in den USA ist so ausgeartet, dass man in Großstädten ohne Atemmasken und Wasserfilter kaum noch leben kann. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist gefährdet. Schließlich brechen die USA zusammen.
    • Morgen geht die Welt aus den Angeln/Das Gottschalk-Komplott/Ein irrer Orbit: Im Jahr 2014 kämpfen alle möglichen bewaffneten Gruppen in den USA miteinander, und das Gottschalk-Kartell verkauft ihnen allen Waffen.
    • Der Schockwellenreiter: Die Menschen sind in Subkultur-basierte Gruppen (oft bewaffnete Gangs) zersplittert, können so von Firmen und Geheimdiensten kontrolliert werden. In dieser Welt muss der geniale Hacker Nick Haflinger gegen das System antreten.
  • Die CoDominium-Reihe von Jerry Pournelle: Die USA und die Sowjetunion verständigen sich darauf, eine supranationale Gemeinschaft zu bilden. Ja, zusammen. Auf diese Weise wird der Weltfrieden hergestellt und die interstellare Kolonisierung des Weltalls begonnen.
  • Ökotopia von Ernest Callenbach: 1980 haben die Westküste-Staaten der USA ihre politische Unabhängigkeit erklärt, als der Staat Ökotopia eben. Auch Quebec ist unabhängig, die skandinavischen Staaten haben sich vereint, der Vietnamkrieg dauert immer noch an, außerdem sind die Rest-USA in Brasilien einmarschiert.
  • Escape from New York/L.A.
  • Der Report der Magd von Margaret Atwood: In den USA sind die protestantischen Fundamentalisten an die Macht gekommen und haben den Staat Gilead ausgerufen. Nichtweiße werden in Lager gesperrt, Andersgläubige mit militärischer Gewalt unterdrückt. Frauen sind Menschen zweiter Klasse. Da viele von ihnen wegen der Verseuchung unfruchtbar geworden sind, werden die wenigen, die noch Kinder haben können, zu den "Mägden" aus dem Titel gemacht, die für die Eliten von Gilead Babys empfangen müssen.
  • Dead Zone – Das Attentat von Stephen King: Ein wahnsinniger religiöser US-Präsident startet den atomaren Weltkrieg.
  • V wie Vendetta von Alan Moore: Nachdem der Dritte Weltkrieg Afrika, Kontinentaleuropa und womöglich den Rest der Welt zerstört hat, ist Großbritannien eine faschistische Diktatur unter dem "Führer" Adam Susan geworden. Aber es gibt Widerstand...
  • Die Nikopol-Trilogie: 2023 ist Paris ein faschistischer Stadtstaat geworden. Dann kommen Außerirdische auf die Erde, die aussehen wie altägyptische Götter.
  • Shadowrun: Nachdem die Indianer dagegen protestieren, dass ihre Reservate aus reiner Gier für den Rohstoffabbau freigegeben werden, werden sie in Lager gesteckt. Als aber Ende 2012 die Magie auf die Erde zurückkehrt, schlagen sie zurück; die Westhälfte von Nordamerika gehört nun ihnen. Elfen und Zwerge werden geboren, und die VITAS-Seuche verwandelt manche Menschen in Orks und Trolle. VIRUS vernichtet das Internet und alle elektronischen Unterlagen, daraufhin wird die Matrix geschaffen. Zwischendurch kommt es auch zu einem Dschihad.
  • Cyberpunk 2020: In der düsteren Zukunft sind die USA gegenüber Japan und dem vereinten Europa zurückgefallen. Der größte Teil des Mittleren Ostens wurde durch einen Atomkrieg zu einer radioaktiven Glaswüste. An der Westküste der USA ist die neue Metropole "Night City" entstanden.
  • Give me Liberty von Frank Miller/Dave Gibbons: Unter US-Präsident Erwin Rexall schreiten Umweltzerstörung und Sozialabbau weiter voran. Im Herzen des Landes gibt es eine große radioaktive Zone, in der Mutanten leben. Saudi-Arabien wurde zum Feind der USA, seit eine Laserkanone aus Versehen das falsche Ziel getroffen hat.
  • Der Schlund von Gudrun Pausewang: Um das Jahr 2000 herum wird der Rechtsextreme Mark Schlott zum deutschen Bundeskanzler gewählt, lässt eine Mauer gegen Asylanten um das ganze Land herum bauen, und schafft die Demokratie ab.
  • Schöne Grüße aus der Zukunft (Teil 2) und die Fortsetzung, von Frederik Hetmann und Harald Tondern: Im Jahr 2010 gibt es überkuppelte Großstädte, Pläne für eine Brücke über die Beringstraße und einen Himalayatunnel, und die großen multinationalen Firmen können missliebige Regierungen (wie Rot-Grün in Deutschland) verhindern. Menschen mit alternativen Ansichten sammeln sich in großen Kommunen wie Hamburg-Eppendorf.
  • G.A.S.: Trilogie der Stadtwerke von Matt Ruff: Ein rätselhafter Virus hat alle Menschen mit schwarzer Hautfarbe getötet. Alle? Fast alle! Außerdem gibt es den innovativen Unternehmer Harry Gant, der u.a. die Eisenbahnen wiederbelebt hat, und Queen Elizabeth II. mischt ebenfalls aktiv in der Handlung mit. Donald Trump ist dagegen seit zehn Jahren tot. Aber wer zieht im Hintergrund die Fäden?
  • Die Oktopus-Reihe von Dirk Roßmann, bestehend (bislang) aus den Büchern Der neunte Arm des Oktopus/Der Zorn des Oktopus/Das dritte Herz des Oktopus. Unter der Führung von Putin, Xi Jinping and der späteren US-Präsidentin Kamala Harris werden die "G3" gegründet, eine mächtige Klimaallianz, die gegen die Klimakatastrophe kämpft und dabei auch Regierungen absetzen kann.
  • Frankensteins Todesrennen (Death Race 2000): Die USA sind im Jahr 2000 zur faschistischen Diktatur der Vereinten Provinzen geworden. Um die Bevölkerung abzulenken, wird jährlich das Todesrennen aus dem Titel quer durch den Kontinent veranstaltet und übertragen.
  • Iron Sky: Eine Frau, die Sarah Palin verdächtig ähnelt, ist US-Präsidentin geworden. Dann entdecken Astronauten auf der erdabgewandten Seite des Mondes eine Siedlung von Nazis unter dem "Führer" Kortzfleisch, die dort seit dem Zweiten Weltkrieg leben.
  • Twilight: 2000, postapokalyptisches Militär-Rollenspiel: In den 1990ern bricht der Dritte Weltkrieg aus.
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