Alternativgeschichte-Wiki
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Flagge

Das Angevinische Kaiserreich

Dem Königreich England gelingt es Frankreich im Hundertjährigen Krieg zu besiegen, worauf die beiden Länder unter dem englischen König vereinigt werden. Zeitgleich erobert John of Gaunt Kastilien und einige Jahre später fällt auch Norwegen an die Plantagenets.


Sieg im Hundertjährigen Krieg:

Bis 1415 verläuft die Geschichte wie in unserer Zeitlinie. 1415 siegt König Heinrich V. in England bei Azincourt und der Vertrag von Troyes wird geschlossen. In der Folge sind die Engländer jedoch deutlich erfolgreicher und schlagen alle Versuche des Dauphin Charles gegen den Vertrag vorzugehen nieder. 1422 stirbt der französische König Karl VI. und Heinrich VI. von England wird zum König von Frankreich gekrönt. Der Sohn Karls, Prinz Charles, probt darauf den Aufstand wird aber 1424 bei Verneuil vom Duke of Bedford geschlagen und muss nach Polen-Ungarn fliehen. Seitdem ist die Herrschaft der englischen bzw. angevinischen Könige in Frankreich gesichert.

Eroberung Kastiliens:

Während des Hundertjährigen Krieges stirbt in Kastilien das Haus Burgund-Ivrea in männlicher Linie aus. Der dritte Sohn des englischen Königs, John of Gaunt, ist als Schwiegersohn des verstorbenen Königs Peter der rechtmäßige Thronerbe Kastiliens. Dieser Anspruch wird jedoch vom Haus Trastámara, einer illegitimen Nebenlinie des alten kastilischen Königshaus bestritten. Johann von Trastámara fordert die Krone für sich und setzt sich damit vorerst auch durch. 1386 landet John of Gaunt jedoch mit einem Heer in Kastilien, um seinen Thronanspruch durchzusetzen. Die Engländer sind dabei sehr erfolgreich und besiegen Johann. 1388 wird John of Gaunt zum König von Kastilien gekrönt und begründet dort die Herrschaft der Plantagenets. Als Johns Sohn Heinrich 1399 den englischen Thron besteigt überträgt er die Herrschaft über Kastilien an seinen Halbbruder John Beaufort, der dafür ein Vasall des Königreich Englands wird.

Eroberung Norwegens:

Den Engländern, die mit ihrem Sieg über Frankreich und die Lehnsherrschaft über Kastilien zur neuen Hauptmacht in Europa aufgestiegen worden waren, war die Kalmarer Union schon lange ein Dorn im Auge, da sie Englands Hegemonie in der Nordsee gefährdete. Die Union hatte aber zeitlebens mit innerpolitischen Konflikten zu kämpfen, da vor allem die Schweden immer wieder Aufstände gegen die die dänischen Könige probten. Diese Aufstände wurden von den Engländern mit Waffen und Geld unterstützt. Als die Schweden 1470 schließlich einen richtigen Krieg mit Dänemark begannen, wurden sie von englischen Invasionstruppen unterstützt. Bereits 1471 war der Krieg gewonnen und es kam zu einer Aufteilung der Kalmarer Union. Schweden und Dänemark blieben eine Union, nun aber mit schwedischer Vorherrschaft, während Norwegen Teil des angevinischen Reichs wurde. Spätestens seit dieser Zeit sprach man auch nicht mehr von England, sondern vom Angevinischen Reich.

Aussterben der Plantagenets und Bürgerkrieg:

1532 starb der letzte König aus dem Hause Plantagenet Richard III. Dies stürzte das bisher unerschütterte Angevinische Reich in eine schwere Krise. Schon die Nachfolge König Richards war umstritten. Schließlich entschied man sich für Heinrich Tudor, dessen Mutter eine Schwester des letzten Plantagenet-Königs gewesen war. Die Tudors starben in männlicher Linie allerdings schon 1553 aus. Die Engländer, die lange Thronfolgekämpfe vermeiden wollten, sprachen sich nun für eine Tochter Heinrichs als Nachfolgerin aus. Die Franzosen weigerten sich jedoch strikt eine Frau als Königin anzuerkennen, da in Frankreich das salische Gesetz galt. Weil die englische Aristokratie nicht den Zerfall des Reiches riskieren wollte, gab man schließlich den Forderungen des französischen Adels nach. Darauf wurde Edward Courtenay zum König gewählt, der wiederum mütterlicherseits von den Plantagenets abstammte. Er starb aber schon drei Jahre später, ebenfalls ohne männliche Nachkommen. Da gab es zwar noch Nachkommen der Plantagenets, aber die entstammten meist kaum dem Hochadel und zudem hätte es einige Familien mit gleichberechtigtem Anspruch gegeben. Es war also schnell klar, dass eine andere Lösung gefunden werden musste. Die Kastilier schlugen ihre Fürsten, die Beauforts, vor, die zwar illegitim, aber dafür Plantagenets in männlicher Linie waren. Die Franzosen und Engländer lehnten das jedoch ab, da für sie die Legitimität wichtig war. die Engländer wollten wiederum eine Tochter Heinrich Tudors, die Franzosen forderten dagegen die Wahl eines französischen Aristokraten. Nach langwierigen Verhandlungen ohne Ergebnis, kam es seit 1556 schließlich zum Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Prätendenten. Keine der Seiten kann jedoch wirkliche Erfolge verzeichnen. Da tritt 1557 ein ganz neuer Mann als Thronkandidat auf: Wilhelm der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg, aus dem Haus der Welfen. Er führt seinen Anspruch auf seinen Vorfahren Heinrich den Löwen zurück, der eine Tochter Heinrichs II. von England, dem ersten Plantagenet-König geheiratet hatte. Wilhelms Position ist anfangs schwierig, da die Deutschen bisher eher als Feinde des Angevinischen Reiches aufgetreten waren. Zudem hat Wilhelm eigentlich gar keine politische oder militärische Macht, da in Braunschweig-Lüneburg sein älterer Bruder herrscht, der ihn nicht unterstützen will. Wilhelm erweist sich jedoch schnell als politisches Genie. Er ist Protestant, wie viele Leute in ganz Europa und auch im angevinischen Reich. Das nutzt der Welfe. Schnell gelingt es Hugenotten, Lollarden und andere Protestanten auf seine Seite zu ziehen, darunter auch viele Adlige. So stellt er ein großes Heer und besiegt die mehrheitlich katholische Opposition. Gleichzeitig macht jedoch den katholischen Adligen Versprechungen und sichert allen Leuten Religionsfreiheit zu, wodurch es ihm gelingt, sich keine nachhaltigen Feinde zu schaffen. 1559 wird er in London gekrönt. Dabei erreicht er eine Erhöhung seines Amtes und führt nun den Titel eines Angevinisches Kaisers. So wird die Dynastie der Welfen im Angevinischen Reich begründet, die bis zum Ende des Reiches herrschen.

Inbesitznahme deutscher Gebiete und Kolonien:

Kaiser Wilhelm will vor allem das deutsche Reich schwächen, dass in dieser Zeit immer mächtiger wird. Zu diesem Zweck verhandelt er mit seinem Bruder Heinrich, der in Braunschweig Herzog ist. Wilhelm will, dass Braunschweig angevinisches Lehen wird. Heinrich weigert sich jedoch. Er will ein Vasall des römisch-deutschen Kaisers bleiben. Als Wilhelm seinen Bruder darauf mit militärischer Intervention droht, ruft dieser seinen Kaiser zur Hilfe und der deutsch-angevinische Krieg bricht im Jahr 1568 aus. Durch Uneinigkeit unter den deutschen Fürsten und der angevinischen Überlegenheit zur See, gewinnt Wilhelm den Krieg bereits 1569. Braunschweig wird darauf Teil des angevinischen Reiches und Heinrich wird mit Danneberg entschädigt. Das Deutsche Reich konzentriert sich in den folgenden Jahrzenten vor allem darauf sich vor äußeren Angriffen zu schützen und agiert selbst nur noch wenig. Das Angevinische Reich kümmert sich nun um den Aufbau eines Kolonialreichs. Schon im frühen 16. Jahrhundert hatte man Stützpunkte in Afrika und Amerika errichtet, die in den folgenden Jahrhunderten zu Kolonien ausgebaut werden.

Ostwestdualismus:

Seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert als die exilierten Valois die Krone der Personalunion von Polen und Ungarn erlangt hatten, wurde Polen-Litauen zum rivalisierenden Erzfeind des Angevinisches Reiches. Dies hatte seine Ursache vor allem darin, dass die Valois versuchten die Französische Krone zurückzuerlangen und immer wieder Invasionen gegen die Angeviner ausrüsteten. Seit der Thronbesteigung des Valois-König Ludwig IV. von Polen-Ungarn kam es zu einem kalten Krieg zwischen den beiden europäischen Großmächten, der immer wieder in heißen Konflikten mündete. Eine Zeitlang schien es, als könnte Polen-Ungarn, dass im 16. Jahrhundert zeitweise ganz Osteuropa kontrollierte, den Streit für sich entscheiden und die Hegemonie über Europa erlangen. Schließlich zeigte sich jedoch, dass Polen-Ungarn dem Angevinischen Reich wirtschaftlich und militärisch auf Dauer nicht gewachsen. Im 17. Jahrhundert hatten die Angeviner durch ihre Kolonien inzwischen fast unbegrenzten Zugang zu Rohstoffen, während es im finanziell schwachen Polen-Ungarn, das keine Kolonien besaß, bald zu Ressourcenmangel kam. 1653 starben die Valois schließlich aus und hinterließen ein zugrunde gerichtetes Land, dass den Kampf gegen das Angevinische Reich schon lange verloren hatte. Darauf trennte sich die Union wieder in zwei unabhängige Staaten, das Königreich Ungarn, dass machtpolitisch in der Folge kaum mehr eine Rolle spielte und das Königreich Polen, in welchem die Welfenkaiser einen verbündeten französischen Adeligen als König installierten. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts stieg das Angevinische Reich also zur einzigen Großmacht Europas und zum Hegemon der gesamten Welt auf, dem sich über Jahrhunderte kein ernst zu nehmender Feind mehr entgegenstellen sollte.

Langsamer Niedergang:

Nach dem Sieg über Polen-Ungarn im Jahre 1653 war das Angevinische Kaiserreich für zwei Jahrhunderte die unangefochtene Weltmacht, die riesige Kolonien eroberte und maßgeblich die Weltpolitik bestimmte. Der Niedergang des Reiches begann im 1848, als es in ganz Europa zu Erhebungen der Bürger kam, die Grundrechte aber auch Nationalstaaten forderten. Im Zuge dessen erhob sich auch die Bevölkerung im Königreich Kastilien, dass Teil des Kaiserreichs war. Die Bürger forderten vor allem ein Ende der Angevinischen Fremdherrschaft und eine Vereinigung mit den übrigen Iberern, also der Iberischen Union. Als sich die angevinischen Truppen vor Ort auf die Seite der Aufständischen schlugen (die Soldaten in Kastilien stammten meist von dort) schickte der Kaiser Teile der Sächsischen Armee nach Kastilien. Bald zeigte sich jedoch, dass die Angevinische Armee, die jahrelang keinen ernsthaften Krieg mehr ausgefochten hatte, völlig überfordert war und es gab kaum militärische Erfolge. Als im Sommer 1848 auch noch Unruhen in Frankreich und den Kolonien ausbrachen und die Iberer einen gewaltigen Sieg über die englischen Truppen erlangten, zogen die Angeviner ab. Bis Ende des Jahres übernahmen die Aufständischen darauf die volle Macht in Kastilien. Da die Angeviner zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr die Kraft hatten, dagegen vorzugehen, wurde in einer Parlamentsabtimmung im Dezember 1848 Kastilien aufgegeben und als unabhängig anerkannt. Als Folge des Verlustes von Kastilien kam es in den folgenden Jahrzenten zu den Unabhängigkeitskriegen in Südamerika. In Deutschland führten die Aufstände 1848/1849 dazu, dass das Kaiserreich seine deutschen Gebiete an das entstehende Deutsche Reich abtreten musste. Außerdem kam es zum Amerikanischen Bürgerkrieg, nach welchem die Dreizehn Kolonien unabhängig wurden. Die Unruhen in Frankreich und den meisten Kolonien konnten aber niedergeschlagen werden, weshalb das Angevinische Kaiserreich, obgleich weit über seinen Zenit hinaus, weiterhin die dominierende Weltmacht war. Der Glanz des Reiches nahm jedoch immer weiter ab. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden immer Kolonien unabhängig, um die Wirtschaft im Reich stand es schlecht und andere aufstrebende Mächte machten den Angeviner arge Konkurrenz. Vor allem dieser Konkurrenzkampf wie der Streit um Kolonien führte zu einer Verschlechterung der zwischenstaatlichen Beziehungen und zu immer mehr Aufrüstung. Nach Streitereien zwischen dem Deutschen Reich und Burgund, einem Verbündeten der Angeviner, brach Ende Dezember 1913 ein lang erwarteter Weltkrieg aus. Dabei zeigte sich, dass das Angevinische Reich und seine Verbündeten weder militärisch noch wirtschaftlich in der Lage waren einen solchen Krieg zu gewinnen. Luft zum Atmen gab noch einmal der Russische Bürgerkrieg 1917/1918, aber nach dem Zusammenbruch des Byzantinischen Reiches 1918 mussten schließlich auch die Angeviner kapitulieren. Da das Großreich aber nicht auf die Friedensverhandlungen der Siegermächte eingegangen war und den Krieg bis zum letzten Mann weitergeführt hatte, war die Kapitulation im Sommer 1919 bedingungslos. Frankreich wurde darauf unabhängig und sämtliche Kolonien gingen an die Siegermächte über. Außerdem mussten die Angeviner hohe Reparationen zahlen, was das Land in den kommenden Jahren in eine schwere politische Krise stürzte. Im Friedensvertrag war eigentlich vorgesehen, dass das Angevinische Reich Irland und Britannien vollständig behalten sollte, aber nach der Kapitulation brachen in Wales, Irland, Cornwall und Schottland Revolutionen aus und alle diese Gebiete wurden unabhängig. Das sorgte wiederum zur Englischen Revolution, nach welcher die Englische Republik ausgerufen wurde. Der Kaiser und sein Gefolge floh nach Ozeanien, dass offiziell nicht mehr angevinisch war, wo der Kaiser aber hohe Unterstützung genoss und das in den nächsten Jahren zurückerobert werden konnte. Von dort bildeten die kaiserlichen Angeviner im 20. Jahrhundert dann ihre Exilregierung.

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