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Es ist der Sommer 1993, während eines Interviews über Verkehrspolitik zwischen Dionys Jobst und einem Vertreter der Bildzeitung kommt das Thema Mallorca auf. Als die beiden feststellen, dass die meisten aus Deutschland dort hinfahren, sagt Jobst scherzhaft, die Insel müsste eigentlich gekauft werden müsse ("Jetzt strömen die Deutschen wieder ins Ausland. Eigentlich sollte man ja für die schönen Urlaubsgebiete nur in unserem eigenen Land verstärkt werben. Aber Mallorca ist ja schon nahezu zu einer Insel mit deutschen Einwohnern geworden. Deshalb müsste die Bundesregierung eigentlich mit Spanien in Verhandlungen treten und sich um den käuflichen Erwerb dieser Insel bemühen."). Die Bild greift diese Aussage auf und bringt sie aufgrund des Sommerlochs auf der Titelseite der Ausgabe des 9. Juli 1993. Doch der Vorschlag aus dem Artikel fällt überraschend auf fruchtbaren Boden.

9. Juli 1993

Schon wenige Stunden nach dem Erscheinen der Ausgabe mit dem Mallorca-Artikel rufen einige Leser der Zeitung bei den zuständigen Behörden an, um zu überprüfen, ob der Artikel der Wahrheit entspricht. Die Behörden können dazu keine Angaben, leiten jedoch die vielen positiven Rückmeldungen an die Bundesregierung und den Bundestag weiter.

10. Juli 1993

Am nächsten Tag überschlugen sich die Geschehnisse, eine Sondersitzung des Bundestages zum Thema Mallorca wird einberufen und die spanische Regierung kontaktiert den deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Auch in Großbritannien sorgt der Vorschlag für Aufruhe, die Boulevard-Zeitung The Sun titelt: "Wir kämpfen um jeden Liegestuhl!".

11. Juli 1993

Am 11. Juli kommt es beim Treffen der beiden Außenminister erstmals zum Vorschlag einer Verpachtung. Beide Seiten verabreden ein weiteres Treffen in Barcelona, um über die genauen Bedingungen zu verhandeln. Die Vorgänge in Deutschland sorgen für weltweite Aufmerksamkeit, mehrer amerikanische Zeitungen berichten über das in Deutschland herrschende "Mallorca-Fieber", darunter die New York Times und die Washington Post.

25. Juli. 1993

Bei der sogenannten Mallorca-Konferenz in Barcelona erklärt sich die spanische Regierung dazu bereit, die Baleraren-Insel für eine jährliche Pachtgebühr in Höhe von umgerechnet zwei Milliarden Mark für 25 Jahre, mit Möglichkeit zur Verlängerung, zu verpachten. Eine weitere Bedingung der Spanier ist eine positiv verlaufende Volksbefragung unter der mallorquinischen Bevölkerung.

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