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Der Aufstieg Polen-Litauens
beschreibt den Aufstieg dieser Nation nach dem Tod des polnischen Königs in der 2. Türkenbelagerung von Wien 1683.


Zweite Belagerung Wiens

Die Zweite Wiener Türkenbelagerung im Jahr 1683 war wie die Erste von 1529 ein erfolgloser Versuch des Osmanischen Reichs, Wien einzunehmen. Sie dauerte vom 14. Juli bis zum 12. September, als ein von Polens König Johann III. Sobieski befehligtes Entsatzheer die osmanische Armee des Großwesirs Kara Mustafa Pascha in der Schlacht am Kahlenberg zum Rückzug zwang.

Unter dem Stadtkommandanten Ernst Rüdiger von Starhemberg wurde Wien, damals Residenzstadt des römisch-deutschen Kaisers, zwei Monate lang gegen ein rund 160.000 Mann starkes Belagerungsheer verteidigt. Zum Entsatz der Stadt verbündeten sich erstmals Truppen des Heiligen Römischen Reiches mit solchen aus Polen-Litauen. Weitere Unterstützung leisteten die Republik Venedig und der Kirchenstaat. Der polnische König und ¼ seiner Streitmacht starben in der Schlacht am Kahlenberg. Von den Rund 60.000 Verteidigern überlebten weniger als 2.000.

Weitere​r Verlauf der Türkenkriege

Nach dem Tod des Königs kam nicht sein Sohn an die Macht, sondern einer seiner Generäle. Am 12.9. wurde Pawel Jabłoński in Warschau gekrönt. Mit 29 Jahren war er der jüngste polnische König aller Zeiten und erhielt anfangs kaum Respekt. Nach einigen beachtlichen Erfolgen gegen die Türken in Österreich, z.B. die Schlacht von Lienz, in der die Polen 10:1 unterlegen waren, hatte er sich allerdings den Respekt des polnischen Adels geholt. 1690 vertrieb er die Türken aus dem nördlichen Balkan, 1694 aus der Walachei und 1695 aus Dalmatien. Die militärischen Erfolge brachten ihm weder Gebietserweiterungen noch Anerkennung. Der Kaiser Österreichs spottete sogar offen über die Gebietsforderungen Polens. Gleichzeitig aber verlor er an Macht. Bereits 1696 also hatte das heilige Römische Reich de facto aufgehört zu existieren. Die Schlacht von Wien war das letzte mal, dass deutsche Soldaten gemeinsam als Soldaten des Römischen Reiches in den Krieg zogen. </span>

Wachsende politische Spannungen

König Jabłoński fühlte sich übergangen. 500.000 Polen hatten ihr Leben für ein anderes Land gelassen und als einziger Staat bekam Polen keine neuen Gebiete. Bis 1699 hatte sich das Verhältnis zum Reich, eigentlich aber zu Österreich aber auch zu Preußen radikal verschlechtert. Ein Krieg stand kurz bevor. Anfang 1700 begann nun der polnische König aufzurüsten. Er plante mit einem schnellen Vorstoß nach Schlesien und Böhmen das Gebiet der kaiserlich österreichischen Krone zu verkleinern. Da sich sowieso kein Staat im Reich mehr diesem zugehörig fühlte und das Heilige römische Reich nach den Türkenkriegen nur noch formell existierte war die Chance, mit einem Krieg seine guten Verhältnisse mit Bayern und Sachsen zu zerstören, gering.

Krieg mit Österreich

Einm​arsch in Schlesien

Anfang 1700 begann nun Polen mehrere schlagkräftige Armeen auszuheben. Mitte März 1700 fielen die Polen mit 1.858  Kanonen und 250.000 Soldaten, verteilt auf sechs Armeen, in Schlesien ein. Schon bei Glogau stellte sich den Polen eine schlagkräftige Armee entgegen. Anfangs sah es so aus, dass die Polen schon nach zwei Tagen eine Armee verlieren würden, doch die polnischen Flügelhusaren wendeten das Blatt und verhalfen der Linieninfanterie zum Sieg. Bei Grossen verloren die Österreicher erneut. Nach und nach nahmen die Polen Nieserschlesien ein. Ende Oktober standen zwei Armeen vor Breslau. Es begann eine langwierige Belagerunsschlacht. Mit ausreichend Artilleriefeuer konnten die Polen am heiligen Dreikönigstag die Mauern Breslaus durchbrechen und die Stadt einnehmen. Bis April herrschte nun Stillstand. Anfang Mai starteten die Polen ihre finale Offensive nach Beuthen. Auch dort erkämpften die Polen einen Raschen Sieg. Obwohl die Österreicher meistens in der Überzahl waren, verloren sie Gast jede bedeutende Schlacht. Ein Grund dafür war, dass die Armee Österreichs veraltet war. Während die polnischen Soldaten in Uniformröcken und Dreispitzen als Kopfbedeckung kämpften und sowohl in der Infanterie als auch in der Artillerie einheitliche Waffen und Munitionsarten benutzten, waren die Österreicher teilweise noch in schweren Rüstungen unterwegs und hatten zahlreiche bunt zusammengewürfelte Einheiten und Munitionsarten.

Krieg in Böhmen und Mähren

Nach dem raschen und schmerzlosen Sieg in Schlesien griffen die Polen nun die österreichischen Gebiete in Böhmen und Mähren an. Die erste Schlacht bei Leimeritz gewannen die Polen unter starken Verlusten. Die folgende Schlacht bei Raudnitz verloren sie zwar, aber die Niederlage konnten sie durch den Sieg bei Kaaden wieder ausgleichen. Nun zog Österreich 100.000 Mann am westlichen Elbufer nördlich von Prag zusammen und rückten gleichzeitig mit zwei Armeen von Süden her in Richtung Leimeritz, wo König Jabtónski sich bereits auf die Belagerung von Prag vorbereitete.

Währenddessen stand den Truppen in Mähren die Belagerung Brünns bevor, welches ebenfalls durch eine starke Streitmacht geschützt wurde. Während die 90.000 Mann starke Armee in Leimeritz die Elbe über queren musste, um nicht der von den im Süden nahenden Truppen mit unbekannter Stärke und Bewaffnung in die Arme zu laufen und eine Niederlage zu riskieren, griffen die Truppen in Brünn an.

Schließlich stellte sich auch die Armee in Leimeritz den Verbänden auf der Ostseite der Elbe. Im Morgengrauen des 2. Julis 1701 begannen die Polen mit Flößen die Elbe zu überqueren. Unter starkem Musketen- und Kanonenbeschuss landeten die Soldaten auf der Ostseite der Elbe. Es begann ein blutiges Ringen um die befestigten Stellungen Österreichs auf der Ostseite. Die Schlacht dauerte und beide Seiten bluteten in einer der brutalsten jemals dagewesenen Schlachten aus. Zu allem Überfluss kamen am 5. Juli auch noch die 70.000 Soldaten der Südarmee Österreichs und fielen den Polen in dem Rücken. Doch der erhoffte Erfolg der Südarmee blieb aus. Von beiden Seiten unter Beschuss gelang es noch nicht einmal dem Flühelhusaren einen Durchbruch auf einer der Seiten zu erkämpfen.
  • Aufmarsch der Österreicher an der Elbe
  • Die Österreicher versuchen verzweifelt, sich gegen die Mähren Armee zu wehren
In der Nacht vom 6. auf den 7. Juli befestigten die Polen das Westufer der Elbe im Kampfgebiet und kämpften an zwei Fronten weiter. Die Lage schien aussichtslos für die Polen, doch der General der Mährenarmee, die mittlerweile Brunn erobert hatte, missachtete seinen Befehl, sofort Prag anzugreifen, und folgte den schlechten Nachrichten von der Elbe. Am 10. Juli fielen die Soldaten um General Grabowski der Armee auf der Westseite der Elbe in den Rücken. Am 11. Juli sind die Verbände auf der Westseite vollkommen aufgerieben. Mithilfe der frischen Truppen aus Mähren wagen die Polen nun erneut einen Durchbruch, wohl wissend, dass eine Niederlage den gesamten Krieg gefährden könnte. Bis tief in die Nacht dauert das grausame Massenschlachten. Am nächsten Morgen steht sowohl in Wien als auch in Krakau fest: Der Eroberung Prags steht nichts mehr im Weg. Das Österreichische Oberkommando hat einen fatalen Fehler begangen, die Hälfte der Prager Garnison zusammen mit den meisten verbliebenen Verbänden in Böhmen die Armee an der Elbe anzugreifen. Die Polen allerdings haben durch eine Reihe von Befehlsverweigerungen eine der größten jemals geschlagenen Schlachten gewonnen. Am Ende sind über 80.000 Soldaten getötet worden, mehr als doppelt so viele sind verwundet oder versprengt. Nun begeht das Oberkommando Österreichs erneut einen schwerwiegenden Fehler: Wohlwissend, dass die erschöpfte, polnische Streitmacht frühestens in zwei Wochen Prag angreifen wird versuchen sie weder mit den verbliebenen Verbänden das Lager der Polen anzugreifen noch Verstärkung aus Österreichs Kernlanden zu beziehen. So verteidigten gerade einmal 10.000 Milizionäre Prag, als die erschöpfte, aber fünfmal so große Belaherungsarmee eintraf. Nach drei Tagen fiel Prag in die Hände Polens.

Frieden mit Österreich

Am 01. August standen die Polen an der Grenze zu Österreich. Österreich bot am 02. August einen Waffenstillstand und einen Frieden an. Am 09. August endete der Polnisch-Österreichische Krieg mit dem Vertrag von Wien. Schlesien und Mähren wurden an Polen übergeben, Gegenzug musste Polen auf Reparationen vollkommen verzichten. Zudem musste Österreich ein Handelsembargo gegen Preußen unterschreiben, denn Preußen und insbesondere Danzig zu erobern war das nächste Ziel des polnischen Königs.

Der Einmarsch in Danzig

Am 13. Juni 1703 begannen die Polen nun abermals ihr Feldheer zu mobilisieren. Am 16. Juni 1703 fiel die polnische Heeresmacht in Danzig ein und begann die Stadt zu belagern. Die Garnison verteidigte sich bis aufs Blut, doch gegen eine Armee von 25.000 Soldaten können 8.000 Soldaten nicht viel ausrichten. Zusammen mir der verspäteten Kriegserklärung erreichten die polnischen Truppen am 01. Juli Westpreußen, wo sie überraschend geschlagen wurden. Auch ein zweiter Versuch, nach Westpreußen vorzurücken, scheiterte im August. Bereits am 9. September wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt, am 23. ein Friedensvertrag. So hatte Polen-Litauen ohne größere Verluste nun uneingeschränkten Zugriff auf sämtliche Handelshäfen in der Ostsee.

Der Ausbau des Handels

Aufgrund der kompromisslosen Anbindung an die Ostsee und in Teilen ans schwarze Meer begann der Handel in Polen bald zu florieren. Die Polen stellten sich als geschickte Händler heraus und rasch wuchs Polen zur Handelsmacht. Besonders im Pazifik gerieten allerdings immer wieder niederländische und portugiesische Handelsschiffe mit den polnischen Ostindienfahrern aneinander. So kam es 1724 zum polnisch-niederländischen Handelskrieg.

Der polnisch-niederländische Handelskrieg

Der polnisch-niederländische Handelskrieg war ein von 1724 bis 1731 geführter Seekrieg im Westpazifik. Auslöser war der Angriff einer niederländischen Flotte auf den polnischen Handelsstützpunkt Kochin in Indien. In zahlreichen Seeschlachten stellte sich Polen-Litauen als Sieger heraus. Am 12. März 1731 mussten die Niederlande den Westpazifik komplett räumen, was den niederländischen Handel auf Jahre schadete.

Der Tod König Jabłońskis des ersten

Am 10. November 1731 starb König Jabłoński I. in Krakau an alters schwäche und beendete somit die aktive Großmachtphase Polens. Unter seinem Nachfolger, Jabłoński II., blieb das polnische Großreich zwar bestehen, musste Rumanien aber an Russland abtreten.

Das restliche 18. Jahrhundert

Unter Friedrich dem Großen verlor Großpolen zwar Danzig, konnte aber im Baltikum Fuß fassen. Im Siebenjährigen Krieg gab es keinen schlesischen Kriegsschauplatz, Österreich und Preußen entwickelten sich aber trotzdem relativ gleich.

Das 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert blieb Polen-Litauen während der napoleonischen Kriege neutral. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Insustrialisierung auch in Polen, wobei Polen die großen Kohlevorkommen in Schlesien zugute kamen. Als einzige Kolonie erhielt Polen Ende des 19. Jahrhunderts Guam im Pazifik.

Das 20. Jahrhundert

Im 1. Weltkrieg wurde Polen zum Schlachtfeld von Deutschland und Russland. Nach dem 1. Weltkrieg wurde aus Polen-Litauen die Republik Polen, die bis zum Überfall der Deutschen im Jahr 1939 bestand. Nach dem 2. Weltkrieg verlor Polen einen Großteil seines Gebietes im Osten/Süden und wurde als Volksrublik Polen teil des Ostblocks. 1990 wurde Polen schließlich als Republik wiedergegründet.


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