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For Want of a Nail: If Burgoyne Had Won at Saratoga ist ein Alternativgeschichtsroman von dem Wirtschaftshistoriker Robert Sobel, auch wenn er sich oft mehr wie ein Geschichtsbuch liest. Er erschien 1973.

Die Geschichte Nordamerikas ist durch die Rivalität CNA (Confederation of North America) kontra USM (United States of Mexico) gekennzeichnet.

Sobel

Karte vom Nordamerika der Gegenwart

Zum ZdA kommt es, als der britische General John Burgoyne die Aufständischen unter ihren Anführern Horatio Gates und Benedict Arnold 1777 bei Saratoga besiegt. Daraufhin bricht die Rebellion schnell zusammen, auch die pro-amerikanische Einstellung durch Männer wie Charles James Fox und Edmund Burke half dabei nicht. Jefferson, John Hancock, die Adams-Brüder, Tom Paine und Patrick Henry werden hingerichtet, George Washington lebenslänglich eingesperrt, aber alles in allem sind die Strafen relativ mild - Benjamin Franklin kommt sogar frei.

Nach dem Sieg organisieren die Briten ihre Kolonien neu, setzen vier Vizekönige für Britisch-Nordamerika ein. Die ursprünglichen 13 Kolonien werden in zwei (anfangs drei) Konföderationen organisiert. Burgoyne wird Duke of Albany und Vizekönig, Cornwallis sein zweiter Mann.

Aber die Rebellion schwelt noch, unter James Monroe, James Madison, Arnold, und Alexander Hamilton. Im "Wilderness Walk" ziehen sie nach Jefferson (UZL Texas). Spanien tut nichts dagegen, ist mehr damit beschäftigt, dass Russland von Alaska aus nach Süden drängt, bis nach Kalifornien. Der Tod von König Carlos III. 1788 rettet sie. Im britischen Nordamerika floriert im Süden der Baumwollanbau dank der "cotton gin", und auch die Wirtschaft im Norden, aus anderen Gründen. Zwei Parteien bilden sich in Jefferson: Kontinentalisten und Freiheitspartei.

1789 kommt es zu Aufständen in Frankreich, wenn sie auch niedergeschlagen werden, wobei es 8.000 Tote gibt. Im September 1793 stirbt Louis XVI. bei einem Unfall, Marie Antoinette wird Regentin für den minderjährigen Louis XVII. Nun bricht der Transozeanische Krieg (wie er in Nordamerika genannt wird) aus: Frankreich, Spanien, Österreich stehen gegen Preußen, Großbritannien, Portugal. Letztere siegen in einem mehrjährigen Krieg: Louisiana und Florida werden von Nordamerika und Jefferson genommen, Louis XVII. wird zur Marionette von Großbritannien und Preußen, Spanien bekommt eine Hohenzollern-Dynastie. Nun kommt es zur Revolution in Mexiko (1805) und anderen spanischen Kolonien in Amerika.

Die Zeit von 1810-37 ist in Nordamerika relativ friedlich. Aus dem abgetretenen spanischen Gebiet nördlich des Arkansas wird die neue Konföderation Vandalia gebildet. Nur die Französischsprecher in Quebec sind unzufrieden. In Indiana (der Mittelwesten, Hauptstadt Michigan City, UZL Chicago) wächst die Bevölkerung schnell. General William Henry Harrison besiegt die Indianer unter Tecumseh und vertreibt sie. New York wächst und überflügelt sogar London. Eisenbahnbarone wie Cornelius Vanderbilt sorgen für neue, schnellere Verbindungen zwischen den Städten. Daniel Webster gründet eine Zentralbank in der nördlichen Konföderation. Die südliche Konföderation ist dank der Baumwolle reich geworden, hat aber mit Sklavenaufständen zu kämpfen, und die Böden werden schlechter.

1837 trifft Nordamerika eine Finanzkrise. Ein österreichischer Einwanderer namens Franz Freund organisiert die ersten Gewerkschaften. Es kommt zu Aufständen der Arbeiter, zehntausenden von Toten, und viele wandern nach Jefferson aus. Im Süden lohnt sich die Sklaverei nicht mehr. Schließlich einigt man sich darauf, sie zum 1. Januar 1842 freizulassen und die Sklavenhalter mit 35 Pfund Sterling pro Sklave zu entschädigen. Seitdem gilt die südliche Konföderation als ein fortschrittlicher Staat. Nun kommt es zur Vereinigung aller Konföderationen zum "Concord of North America". Hauptstadt der vereinigten CNA wird Burgoyne, das Pittsburgh aus UZL. Winfield Scott wird erster Generalgouverneur der vereinigten CNA, 1843-49.

1806 war in Mexiko der Bürgerkrieg ausgebrochen. 1816 nutzt Jefferson die Chance, sich für unabhängig zu erklären, und schlägt die mexikanische Armee nicht nur erfolgreich zurück, sondern erobert unter Anführer Andrew Jackson sogar Mexico City. Jackson wird erster Präsident der "United States of Mexico", er herrscht 1821-39. Die USM gestatten weiterhin die Sklaverei - andererseits können auch Nichtweiße in der Gesellschaft aufsteigen, anders als in der CNA. Jefferson (der einzige Teil mit englischsprachiger Mehrheit) dominiert die USM. Auch Mexiko bekommt eine Zentralbank - und Papiergeld, obwohl das Präsident Jackson nicht gefällt. 1840 kommt es zum Goldrausch in Kalifornien, dessen Bevölkerung explodiert. Es wird nötig, eine transkontinentale Eisenbahn zu bauen - was wiederum zur Industrialisierung führt.

1845 bekommt Mexiko den ersten spanischstämmigen Präsidenten, Hermión. Er sucht den Konflikt mit der CNA. Diese hat zwar die größere Bevölkerung, aber auch mit unzufriedenen Minderheiten (Quebec, Indianer, Freigelassene) zu kämpfen. Die CNA organisiert auch eine Invasion von Mexiko, wird aber zurückgeschlagen. 1851 wird Präsident Hermión ermordet, der Krieg geht weiter. 1853 ist man endlich zum Frieden bereit, der 1855 geschlossen wird - ohne Gebietsabtretungen.

Einwanderung und Bevölkerung der CNA wachsen weiter, im südlichen Vandalia siedeln sich viele freigelassene schwarze Sklaven an, nur Quebec leidet und verliert sogar an Bevölkerung. Die CNA hat mittlerweile das Mutterland Großbritannien wirtschaftlich überflügelt. Auch technologisch ist die CNA führend (dank Thomas Edison, der auch das Lokomobil und Luftmobil erfindet), die Erdölförderung beginnt. Nur die Politik ist langweilig und von Korruption geprägt. Dann tritt bei den Wahlen 1873 die sozialdemokratische People's Coalition in Erscheinung - als Reaktion auf die Konzentration des Reichtums und die Gang-Kriminalität in den Großstädten (eine irische Gang besetzt 1869 zwei Wochen lang das New Yorker Rathaus!).

Die mexikanische Wirtschaft hat unter dem Krieg gelitten, aber erholt sich nach 1855 mit französischer Hilfe wieder, und als in Jefferson Öl entdeckt wird, bildet sich eine neue Gruppe von Reichen: Die Ölmillionäre. Und in Kalifornien floriert nach dem Ende des Goldrauschs die Obst- und Gemüseindustrie. Besonders wichtig wird aber die Firma Kramer Associates, die der deutsche Einwanderer Bernard Kramer gründet; er steht ihr 1865-82 vor. Er ist es auch, der vorschlägt, Atlantik und Pazifik mit einem Kanal zu verbinden. Seine neue Firma beginnt, Einfluss auf die mexikanische Politik zu nehmen. Das ist für sie nötig, denn es gibt auch Gegner wie die neue Partei Workers' Coalition, die KA gerne verstaatlichen würden.

1878 bricht in Europa Krieg aus, zwischen Deutschland unter Friedrich Wilhelm V. und Frankreich unter Louis XX. Dies wirkt sich auch auf die nordamerikanische Wirtschaft aus. Nachdem die Deutschen Paris umzingelt haben, ermorden die Pariser Revolutionäre den alten und neuen König. Anfangs versucht die deutsche Armee, den Aufstand niederzuschlagen, aber Teile von ihr schließen sich an, und bald gibt es in ganz Europa Aufstände. Am Ende werden die Rebellen besiegt, aber Frankreich unter Leon Gambetta wird 1884 sozialistisch, und in Deutschland kann die Partei der Freien Deutschen unter Karl Ollenhauer Reformen durchsetzen. Aber die Aufstände gehen weiter, alleine im Russischen Kaiserreich gibt es zwei Millionen Tote. Viele Europäer wandern aus, manche Russen sogar nach Nordafrika. Von der Auswanderung profitiert speziell Nordamerika, und dort besonders Manitoba (UZL Westkanada).

In den 1880ern werden die Zusammenstöße blutig. Der Feudalismus scheint überlebt, Nationalisten wollen ihn durch Nationalstaaten ersetzen, der Darwinismus kommt auf, und Agitatoren wie Karl Marx und Franz Freund wollen den Kapitalismus bekämpfen. In Mexiko sind die nichtweißen Massen unzufrieden. 1881 kommt es zum Massaker von Montezuma Hall mit Dutzenden von Toten, wofür KA verantwortlich ist. Die USM werden fast ein Polizeistaat. "El Jefe" Hermion bricht mit Frankreich, aber schließt dafür Freundschaft mit dem Deutschen Bund und den CNA, führt auch einen Sozialstaat ein - der Ölreichtum des Landes erlaubt es. Die USM erobern erst Guatamala, dann Neugranada - danach verkündet Hermion, sie würden nie wieder Krieg führen. 1892 übernehmen KA Hawaii. Die Firma schluckt im gleichen Jahr die Firma Petroleum of Mexico und ist 1895 bereits die drittgrößte weltweit. Dies, obwohl die "feindliche Übernahme" des Osmanischen Reichs zusammen mit Krupp in diesem Jahrzehnt fehlschlug.

Unterdessen nähert sich die CNA, die bis dahin an die Idee des "United Britannic Commonwealth" glaubte, der neuen französischen Republik an, wobei sie isolationistisch bleibt. Der Generalgouverneur gestattet Quebec sogar ein Plebiszit zur Unabhängigkeit, aber sie entscheiden sich dann doch für eine Assoziation mit der CNA, so dass dieser Streit ausgeräumt ist. Andererseits warnen manche, dass die mexikanische Armee dreimal größer und besser ausgerüstet ist als die der CNA.

Als es zum Streit zwischen KA und der russischen Regierung über Bergwerksbeteiligungen in Alaska kommt, arrangiert KA-Chef Cortez mit Hilfe des kalifornischen Gouverneurs, dass ein Krieg ausbricht. Bald ist ganz Alaska unter mexikanischer Kontrolle. Als die Russen die Friedensbedingungen ablehnen, trägt Mexiko den Krieg bis nach Sibirien. Die politischen Gefangenen in Kamtschatka werden befreit und rufen eine sibirische Satellitenregierung aus; so kommt es zur Russischen Revolution unter Witte und Miljukow. Polen, die Ukraine, und die baltischen Staaten erringen ihre Unabhängigkeit. Japan entschließt sich 1900, seine Isolation aufzugeben. Und in Mexiko will sich "El Jefe" nun zum Kaiser krönen. Aber Cortez inszeniert einen Putsch, "El Jefe" rennt in Panik davon und ist nun diskreditiert.

Mittlerweile hatten die CNA auch einen Skandal: Nachdem aufgedeckt wurde, dass Ezra Gallivan im Sold von KA steht, kam es zu landesweiten Unruhen. Auch als sich herausstellt, dass sein Ankläger Stark einem Verrückten auf den Leim gegangen ist und Stark Selbstmord begeht, gehen die Unruhen weiter, und Verschwörungsnarrative verbreiten sich. Aber die Lage beruhigt sich nach der Absetzung von Gallivan wieder, und die "Starkisten" werden aus ihren Ämtern hinausgeworfen.

Nun beginnen ereignislose Jahre in Nordamerika. Die mexikanischen Truppen verlassen Sibirien zugunsten der Satellitenregierung. 1902 wird der erste Mexicano zum Präsidenten der USM gewählt. Die CNA hält sich aus dem neuen United British Commonwealth of Nations (gegründet 1907) heraus. 1908 bekommen die Frauen der CNA das Wahlrecht. Dafür schreitet die Technologie voran: 1896 erfindet Edison das Radio, 1903 wird das Flugzeug erfunden, immer mehr Menschen haben fließend Wasser, Elektrizität, Dampf-Locomobile, und das Kino wird beliebt. Nur Vitavision (das Fernsehen) wird sich erst in den 1920ern durchsetzen. Die Wirtschaft von Mexiko wächst schneller als jede andere - und die Hälfte davon macht KA aus.

1909 übernimmt Marschall Fanchon Frankreich und plant zu expandieren, insbesondere in Mexiko. Seine erste Invasion 1914 wird schnell besiegt, aber da die Franzosen einige tausend schwarze Sklaven befreit haben, erheben sich nun in der CNA protestierende Stimmen. Es kommt zum Chapultapec-Zwischenfall, bei dem Tausende verletzt werden. Die "Friends of Black Mexico" rufen zum Boykott von KA-Produkten auf. Die reformistische League for Brotherhood hat bald sieben Millionen Mitglieder. Die CNA scheint innerlich gespalten. Nun schlägt der große Locomobil-Hersteller Galloway vor: Wenn die zwei Gruppen nicht zusammenleben können, sollten sie sich trennen - und er hilft ihnen dabei. Einige Millionen wandern ins Ausland oder dünnbesiedelte Gegenden. Galloway ist auf diese Weise sehr populär geworden und predigt regelrecht zum Volk - auch wenn intelligenteren Menschen auffällt, dass er kaum etwas Intelligentes zu sagen hat.

Nach dem missglückten Sklavenaufstand kommt es zu Pogromen gegen Schwarze in Mexiko. 1920 wird die Sklaverei in Mexiko abgeschafft, auch dank Unterstützung von KA. Präsident Calles schlägt nun vor, alle Einflussgebiete (Alaska, Hawaii, Sibirien, Guatamala, Neugranada) in die USM aufzunehmen, aber die meisten sind nicht begeistert; nur Alaska und Hawaii treten bei. KA kontrolliert nun die Wirtschaft von Brasilien, Argentinien, und den Philippinen, aber Japan und viele europäische Staaten wollen ihre Macht beschränken. Also wird die Firma einfach in elf einzelne Firmen zerlegt, von denen jede in einem anderen Land sitzt, und die alle weiter verschachtelt und miteinander verbunden sind.

Mittlerweile (in den 1930ern) hat Deutschland Armee und Luftwaffe aufgerüstet, und manche Länder sind besorgt. Dann kommt es zu Bündnissen zwischen Mexiko und Deutschland - und zwischen Großbritannien und Frankreich sowie Japan. 1936 hat KA ihr Hauptquartier auf die Philippinen verlegt. Dann kommt es zu einem Börsenkrach in der CNA, die somit nicht Krieg führen kann. Also schlägt Deutschland zu, als 1939 im Osmanischen Reich eine Revolution stattfindet. Der Globale Krieg bricht aus. In Europa gewinnt Deutschland und marschiert 1941 in Indien ein. Nun tritt auch Mexiko (mit Sibirien) in den Krieg ein, erobert Japan und die Mandschurei sowie viele pazifische Inseln. Aufstände im besetzten Europa werden blutig niedergeschlagen, mit Millionen von Toten. Unterdessen unterstützen die CNA und KA das Empire mit Waffenlieferungen. Als Mexiko 1944 KA verstaatlichen will, greifen die Angestellten zu Sabotage. Japan erobert Sibirien, Australien die Pazifikinseln. 1948 findet effektiv kein Kampf mehr statt, obwohl offiziell noch Krieg herrscht. KA kontrolliert nun effektiv Japan. Die Europäer müssen sich aus Afrika, China und Indochina zurückziehen. Russland ist in die Freie Russische Republik, das Ukrainische Reich, und die Russische Konföderation zerfallen. Im Krieg sind etwa 60 Millionen Menschen gestorben, hinzu kommen 25 Millionen wegen einer Grippe-Epidemie - bei einer Weltbevölkerung von zwei Milliarden (etwas weniger als in UZL). Hauptgewinner des Krieges sind Deutschland - und die CNA und KA (die Taiwan erworben haben).

Unter der "Mason-Doktrin" hilft die CNA vielen Staaten beim Wiederaufbau. 1950 wird mit James Billington der erste "Neger" zum Generalgouverneur der CNA. Der neue Präsident der USM Mercator sorgt für mehr soziale Gerechtigkeit, wenn auch auf Kosten der Pressefreiheit (zeitweise) und mit Enteignungen. 1953 bricht ein Wirtschaftskrieg zwischen KA und USM aus. Als ein neuer Krieg in Nordamerika droht, überrascht KA die Welt 1962, als es die erste Atombombe testet. Bald darauf haben auch Großbritannien und Deutschland Atombomben. Mexiko bekommt keine, weil viele seiner Wissenschaftler unter Mercator das Land verlassen haben.

KA beherrscht in der Gegenwart um 1970 ein Sechstel der Weltressourcen.

1970 hat Mexiko die Deutschen wirtschaftlich überholt, und schickt sich an, Großbritannien als nächstes zu übertreffen.

In der Gegenwart dieser AZL ist Sobel (trotz des Schmetterlingseffekts) Professor an der Burgoyne-Universität. Ein anderer Professor dieser AZL kritisiert ihn, dass seine Geschichte die CNA zu gut und Mexiko zu schlecht darstellt.

Sonstiges[]

Das Buch gewann 1997 den Sidewise Award für Alternativgeschichte.

Link (Englisch, Login nötig)

Wiki (Englisch)

For all Nails[]

Eine Gruppe von Alternativgeschichts-Fans im Usenet hat ein Fan-Sequel namens "For all Nails" geschrieben und bei der Gelegenheit verschiedene Fehler korrigiert.

Link (Englisch)


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