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Herbert Ernst Karl Frahm (* 18. Dezember 1913 in Lübeck, damals eine 110.000-Einwohner-Stadt) ist ein Emigrant aus Nazi-Deutschland.

Seine Mutter ist Martha Frahm, geb. Ewert (* 1894), eine Verkäuferin im Lübecker Konsumverein. Sein Vater ist der Hamburger Lehrer John Heinrich Möller (* 1887). Er lernte diesen nie persönlich kennen, kennt nicht einmal seine Identität. Zu seiner Mutter, die als überfordert beschrieben wird, hatte er von Kindheit an ein distanziertes, unterkühltes Verhältnis. Rückblickend nannte er sie „die Frau, die meine Mutter war“. Seine Stiefoma "Tante Dora" mochte er nicht.

Ab 1919 übernahm sein Stiefgroßvater Ludwig "Papa" Frahm (1875–1935), ein Weltkriegsveteran und Bebel-Sozialdemokrat, die Betreuung des Kindes. In seinem Abiturzeugnis von 1932 wurde Ludwig Frahm als Vater genannt. Rückblickend bezeichnete Frahm seine Jugend als „unbehaust“ und beschrieb seine Familienverhältnisse als chaotisch.

Schon früh (seit 1925) engagierte er sich in linken Gruppen, kandidierte auf der SPD-Liste für die Lübecker Bürgerschaft, trat ihr 1930 bei. Ab 1928 veröffentlichte er Texte zu politischen Themen. Oktober 1931 brach er mit seinem Mentor Julius Leber, der sich später dem Widerstand anschloss, und der SPD und warf ihr – enttäuscht von ihrer Tolerierungspolitik gegenüber den Maßnahmen von Brüning – „Mutlosigkeit“ vor, und dass sie "vergreist" sei. Daraufhin schloss er sich der Splitterpartei SAP(D) an. Deswegen erhielt er auch nicht das versprochene SPD-Stipendium für ein Journalistikstudium.

In der Emigration[]

Nach der Machtergreifung der Nazis ging er in den Untergrund. Er baute in Norwegen eine Organisation auf, emigrierte schließlich dauerhaft dorthin, mit "Das Kapital", Band 1 und 100 RM (von "Papa") im Gepäck. Auch engagierte er sich für die Verleihung des Friedensnobelpreises an Ossietzky. 1934 nahm er den „Kampfnamen“ Willy Brandt an. Er benutzte auch andere Pseudonyme wie Gunnar Gaasland, als er zeitweise nach Deutschland zurückkehrte, um Kontakt mit Genossen im Untergrund aufzunehmen. In dieser Zeit studierte er die Texte der Nazis, wie die von Alfred Rosenberg und "Mein Kampf". 1935 beging sein Stiefgroßvater Selbstmord. 1938 wurde er ausgebürgert, bewarb sich dann um die norwegische Staatsbürgerschaft. 1939 leitete man ein Ermittlungsverfahren wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ gegen ihn an.

1934 begann er in Oslo ein Geschichtsstudium, das er jedoch wenig vorantrieb und nicht zum Abschluss brachte. Es ging ihm eher darum, dem Sozialstaat nicht untätig auf der Tasche zu liegen und nichts Verdächtiges zu tun. Die deutsche Gesandtschaft war trotzdem auf "Frahn" [sic] aufmerksam geworden.

1937 war er Berichterstatter im Spanischen Bürgerkrieg, wobei er die linkssozialistische POUM unterstützte. Dort wurde er Zeuge, wie Stalinisten ihre linken Gegner als "Sozialfaschisten", "Anarchofaschisten", sogar als "Nazitrotzkisten" beschimpften. Mittlerweile ist er gegenüber den "Ismen" allgemein skeptisch geworden.

1940 geriet er bei der Besetzung von Norwegen vorübergehend in deutsche Gefangenschaft, wurde aber nicht enttarnt und konnte bald darauf nach Schweden flüchten. Am Sieg der Alliierten zweifelte er nur einmal, nach der Niederlage von Frankreich. Die große "Blut, Schweiß und Tränen"-Rede [sic] von Winston Churchill sprach ihn an.

Im Exil traf er andere Emigranten wie Bruno Kreisky.

Seine Jugendfreundin Gertrud/"Trudel", die ebenfalls nach Norwegen geflüchtet war, ist mittlerweile die Partnerin von Wilhelm Reich geworden und ging mit diesem 1939 nach New York. Er hat nun eine neue Lebenspartnerin, Anna Carlotta Thorkildsen. 1940 wurde ihre Tochter geboren.

Zukunft[]

Als 1964 Kurt Georg Kiesinger in Schweden Urlaub machte, hatten die beiden eine Begegnung.

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