Alternativgeschichte-Wiki
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Die Hitlerjugend (HJ) ist die Jugend- und Nachwuchsorganisation der NSDAP. Sie wurde ab 1926 nach Adolf Nazi benannt und unter der Diktatur des Nazismus ab 1933 zum einzigen staatlich anerkannten Jugendverband in Nazi-Deutschland.

Zur Uniform gehören ein Braunhemd, kurze Hosen (weil der "Führer" die Mode der langen Hosen für eine jüdische Verschwörung hält), eine Hakenkreuz-Armbinde, und ein schwarzes Halstuch, das den Eindruck einer Krawatte macht. Für Mädchen besteht sie aus dunkelblauem Rock, weißer Bluse und - wieder - schwarzem Halstuch.

„Die HJ will sowohl die Gesamtheit der Jugend, wie auch den gesamten Lebensbereich des jungen Deutschen erfassen.“ Dies galt seit Gründung des Bundes Deutscher Mädel (BDM), dem weiblichen Zweig, ab Juni 1930 für beide Geschlechter. Die seit März 1939 gesetzlich vorgeschriebene „Jugenddienstpflicht“ verpflichtet alle Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren, in die für sie vorgesehene Unterorganisation der HJ einzutreten, wo an zwei Tagen pro Woche „Dienst“ zu leisten ist. Im Mittelpunkt steht dabei die körperliche (Boxen, Gelände- und Schießübungen, Märsche) und ideologische Schulung. Diese sollen schon die zehnjährigen männlichen Jugendlichen abhärten und langfristig auf den Kriegsdienst vorbereiten: „Was sind wir? Pimpfe! Was wollen wir werden? Soldaten!“

Nach dem Motto „Jugend soll durch Jugend geführt werden“ werden in der HJ Jungen und Mädchen in den unteren Einheiten von nur wenig älteren Kindern und Jugendlichen geführt. Die höheren Führungspositionen werden von Erwachsenen bekleidet, oft von Lehrern. Dies änderte sich im Krieg, als wegen des Führermangels auch Jugendlichen hohe Ämter übertragen wurden.

Die Mitglieder werden zum Hilfsdienst für das Winterhilfswerk (WHW) herangezogen: Sammeln von Geldspenden mit Sammelbüchsen auf der Straße mit Abzeichenverkauf; Sortieren und Verpacken der Sachspenden; regelmäßiges Einsammeln von Altmetall und Altpapier für die Wiederverwendung in der Nazi-Wirtschaft. Es gibt auch einen Reichsarbeitsdienst (RAD) für Jugendliche; vorerst freiwillig, ab 1935 Pflicht für die männliche und ab 1939 für die weibliche Jugend. Dieser Dienst wurde u.a. beim Bau von Straßen, Kanälen, und Befestigungen wie dem Westwall eingesetzt.

Es gibt als Unterorganisationen eine Reiter-, Motor-, Flieger-, Marine-, Nachrichten-HJ und weitere Sondereinheiten, außerdem die "Spielscharen" für künstlerisch Begabte.

Kinder werden jedes Jahr am Vorabend des "Führer"-Geburtstages in die HJ aufgenommen. Der Monatsbeitrag im Jungvolk betrug 1938 0,35 RM.

Geschichte[]

Im März 1922 wurde der „Jugendbund der NSDAP“ als erste offizielle Jugendorganisation der Partei in München gegründet. Nach dem Nazi-Putsch von 1923 wurde er verboten und durch Tarnorganisationen ersetzt, die sich zur „Großdeutschen Jugendbewegung“ (GDJB) zusammenschlossen. 1926 wurde die HJ offiziell neugegründet und erhielt dabei ihren endgültigen Namen. Sie leistete anfangs keine Jugendarbeit, sondern nahm an Straßenkämpfen und Aufmärschen der NSDAP teil.

Im Oktober 1931 wurde innerhalb der Obersten SA-Führung das Amt des „Reichsjugendführers“ eingerichtet und mit Baldur von Schirach besetzt, der auch den NS-Schülerbund und NSDStB führt. Bis 1932 war sie der SA unterstellt. Beim Reichsjugendtag der HJ in Potsdam am 1. und 2. Oktober 1932 nahmen ca. 80.000 Jugendliche teil, die sieben Stunden lang in Kolonnen am "Führer" vorbeimarschierten. Während der Weimarer Republik verloren bei gewaltsamen politischen Auseinandersetzungen insgesamt 24 Angehörige der HJ ihr Leben, die meisten in den Jahren nach 1930. Einer davon war Herbert Norkus, der im Propagandafilm „Hitlerjunge Quex“ verherrlicht wurde.

Böse Zungen behaupten, viele erwachsene HJ-Führer seien Pädosexuelle, und sprechen daher vom "Quexen".

Am 17. Juni 1933 wurde Schirach zum „Jugendführer des Deutschen Reiches“ ernannt. Nach dem Verbot aller anderen Parteien forderte er auch die Gleichschaltung der Jugendverbände. Seit 1934 geriet die HJ zunehmend unter den Einfluss der SS - manche 17-jährigen wurden bereits der „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ zugeführt. Zum 1. August 1936 (dem Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin) übernahm die HJ den gesamten außerschulischen freiwilligen Sport der 10- bis 14-jährigen, indem sie die Jugendabteilungen der Sportvereine auflöste.

„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen, und dort oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre. Und dann geben wir sie erst recht nicht wieder zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standeserzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganze Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen … Und was dann … an Klassenbewusstsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre (Beifall), und wenn sie … zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben! (Beifall).“
-Adolf Nazi am 2. Dezember 1938 in Reichenberg (Sudetenland)

1937 wurde Erwin Rommel zum Verbindungsoffizier für die HJ ernannt. Als er 1938 versuchte, Schirach (und damit der NSDAP!) die HJ wegzunehmen und der Wehrmacht zu unterstellen, verlor er diesen Posten aber wieder.

Bei der Reichspogromnacht 1938 beteiligten sich auch viele Hitlerjungen an den Plünderungen und dem Quälen von Juden.

Am 25. März 1939 wurde die Jugenddienstpflicht eingeführt, die selbst für „Jüdische Mischlinge“ galt. Seitdem gibt es auch die Trennung zwischen allgemeiner und „Stamm-Hitler-Jugend“ für besonders erprobte Mitglieder. Ende 1932 lag die Mitgliederzahl nur bei etwa 100.000; 1939 war sie auf über 8 Millionen gewachsen.

Seit 1940 stieg die Zahl alliierter Bomberangriffe auf deutsche Städte. Nun wurden Angehörige der HJ verstärkt mit Aufgaben des Luftschutzes betraut. Schon 15-jährige HJ-Führer wurden auch als Führungskräfte bei der Kinderlandverschickung (KLV) verpflichtet. Der HJ-Streifendienst sollte polizeiliche Aufgaben übernehmen.

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