Alternativgeschichte-Wiki
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Dieser Artikel ist Teil der Zeitlinie Ein "unsportlicher" Weltretter: Das Hitler-Attentat des Noel Mason-MacFarlane (B-Variante)

Das Kabinett Goerdeler I war die vom 21. April bis zum 10. Mai 1943 amtierende deutsche Reichsregierung. Sie wurde am Morgen des 21. April 1939, also unmittelbar nach dem Attentat auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, vom kommissarischen Reichspräsidenten, dem Präsidenten des Reichsgerichts Erwin Bumke ernannt, nachdem das Militär, das nach dem Tod des Staatsoberhaupts die Macht übernommen hatte, Bumke aufgefordert hatte, ein "unbelastetes" Kabinett zu berufen, da gegen einen Teil der höchsten Repräsentanten der Hitler-Regierung strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden seien. Der designierte Reichskanzler, Carl Friedrich Goerdeler, war bereits sein mehreren Stunden im Bendlerblock, dem Hauptquartier des Heeres, anwesend und hatte sich bereits im Wesentlichen auf eine Ressortverteilung festgelegt, wobei er einen Großteil des Kabinetts seines Vorgängers Hitler in ihren Ämtern übernahm, sodass im Ganzen der Eindruck von Kontinuität bestehen blieb, obgleich gerade zentrale Positionen neu vergeben wurden.

Im Ganzen handelte es sich aber vom heutigen Standpunkt aus um ein Putschkabinett, das in dieser Form ohne die vorherige Verhaftung und Entmachtung der wichtigsten Mitglieder des Kabinetts Hitler nie zustande gekommen wäre. Deutlichstes Zeichen dessen war die Ernennung des führenden Kopfes des militärischen Widerstands, Generaloberst Ludwig Beck (in diesem Zuge zum Generalfeldmarschall befördert), zum Verteidigungsminister.

Demgegenüber waren diejenigen Mitglieder der Regierung, die der NSDAP angehörten, im Wesentlichen keine überzeugten Nationalsozialisten. Finanzminister Lutz von Krosigk, Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht, Justizminister Franz Gürtner und Reichsprotektor Konstantin von Neurath waren nie aus eigenem Antrieb der Partei beigetreten, sondern durch die Annahme einer Ehrung durch Hitler für vierjährige Arbeit in der Reichsregierung automatisch Mitglieder geworden. Auch für den alten und neuen Vizekanzler Franz von Papen sowie den bisherigen Staatssekretär und neuen Außenminister Ernst von Weizsäcker war Opportunismus das ausschlaggebende Kriterium für ihren Beitritt; Arbeitsminister Franz Seldte war ursprünglich als Vertreter des Stahlhelms in die Regierung Hitler eingetreten.

Einzig Fritz Todt war überzeugtes NSDAP-Mitglied. Seine unschätzbare Expertise auf dem Gebiet des Straßen- und Festungsbaus sowie der Raumplanung bewog Goerdeler jedoch, ihm das neu zugeschnittene Ressort eines Verkehrs- und Bauministers anzutragen, das er annahm. In dieser frühen Phase der Konstituierung des Kabinetts war ohnehin den wenigsten Beteiligten die Tragweite dieser Regierungsbildung und ihr Kontext vollends bewusst. Nach der Spaltung der NSDAP im Jahr 1942, aus der die Deutsche Reichspartei (DRP) und die Sozialistische Reichspartei (SRP) hervorgingen, die den rechten nationalrevolutionären und den linken sozialrevolutionären Flügel getrennt voneinander weiterführten, schloss Todt sich wie die anderen NSDAP-Minister der DRP an, die Anfang 1943 schließlich mit Goerdelers DKP zur Deutschen Konservativen Partei - Deutsche Rechtspartei (DKP-DRP) fusionierte.

Kabinett

Kabinett Goerdeler I – 21. April 1939 bis 10. Mai 1943
 
Amt Foto Name Partei
Reichskanzler
Carl Friedrich Goerdeler (1940)
Carl Friedrich Goerdeler
(1884–1966)
DKP
Vizekanzler
Franz von Papen (1933)
Franz von Papen
(1879–1969)
NSDAP
Auswärtiges Amt
Ernst von Weizsäcker (1938)
Ernst von Weizsäcker
(1882–1951)
NSDAP
Verteidigung
Ludwig Beck (1938)
Ludwig Beck
(1880–1953)
DKP
Inneres
Carl Friedrich Goerdeler (1940)
Carl Friedrich Goerdeler
(1884–1966)
bis 1. März 1940
DKP
Wilhelm Külz (1932)
Wilhelm Külz (1875–1948)
ab 1. März 1940
DPD
Justiz
Franz Gürtner (1933)
Franz Gürtner
(1881–1941)
verstorben am 29. Januar 1941
NSDAP
Hans von Dohnanyi (1932)
Hans von Dohnanyi (1902–1981)
ab 30. Januar 1941
CVP
Finanzen
Lutz von Krosigk (1932)
Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk
(1887–1977)
NSDAP
Wirtschaft
Hjalmar Schacht (1932)
Hjalmar Schacht
(1877–1970)
NSDAP
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Andreas Hermes (1942)
Andreas Hermes
(1878–1964)
CVP
Arbeit
Franz Seldte (1932)
Franz Seldte
(1882–1947)
bis 15. November 1939
NSDAP
Jakob Kaiser (1950)
Jakob Kaiser
(1888–1961)
ab 15. November 1939
CVP
Post- und Fernmeldewesen
Friedrich Burmeister (1949)
Friedrich Burmeister
(1888–1968)
CVP
Verkehr, Bau und Raumordnung
Fritz Todt (1940)
Fritz Todt
(1891–1963)
NSDAP
Bildung, Wissenschaft und Kultur
Theodor Heuss (1945)
Theodor Heuss
(1884–1963)
DPD
Präsident des Geheimen Kabinettsrates
Konstantin von Neurath (1938)
Konstantin Freiherr von Neurath
(1873–1956)
NSDAP
Reichsprotektor in Böhmen und Mähren

Veränderungen

Eine wesentliche Neuausrichtung der Regierungslinie ergab sich notwendigerweise aus der Neuwahl des Reichstages im August 1939, durch die ihm erstmals seit 1933 wieder Parteien jenseits der NSDAP angehörten. Goerdeler bildete nun auch offiziell eine Regierungskoalition aus seiner DKP, der Adenauers CVP und der liberalen DPD unter Duldung eines Teils der NSDAP. Direktes Ergebnis dieser Koalition war die Ablösung Franz Seldtes durch den Gewerkschafter Jakob Kaiser (CVP). Nach einem knappen Jahr, in dem Reichskanzler Goerdeler das Innenministerium selbst geleitet hatte, übergab er dieses am 1. März 1940 an den DPD-Politiker Wilhelm Külz. Am 29. Januar 1941 verstarb Justizminister Gürtner im Amt. Sein Nachfolger wurde der CVP-Politiker und Staatssekretär Hans von Dohnanyi.

Sonstiges

Die Regierung stellte während ihrer Amtszeit mehrere hundert Strafanträge wegen „politischer Beleidigung“.[1]

  1. Vorlage:Der Spiegel
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