Alternativgeschichte-Wiki
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Karl-Heinrich Bodenschatz war ein großdeutscher Politiker, Reichsminister für Angelegenheiten des Reichsverteidigungsrates sowie lange Zeit persönlicher Referent und engster Vertrauter Hermann Görings. Als Verteidigungsminister wurde er innerhalb kürzester Zeit der zweitmächtigste Mann im Reich mit Zugriff auf die militärische und wirtschaftliche Planung sowie die Geheimdienste. In Görings Auftrag verantwortete er die gesamte Sicherheitspolitik des Großdeutschen Reiches seit dem Tod Adolf Hitlers und stand damit vor allem in scharfer Konkurrenz zu Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich.

Frühe Jahre bis 1939[]

Bodenschatz ging nach dem Abitur 1910 zur Infanterie, später zu den Fliegertruppen und diente im Geschwader Jasta 11 unter Manfred von Richthofen, bis dieser abgeschossen wurde und Hermann Göring sein Kommando übernahm. In dieser Zeit entstand eine enge Freundschaft zum späteren deutschen Staatsoberhaupt.

Nach dem Krieg wurde Bodenschatz in die Reichswehr übernommen, durfte jedoch aufgrund der alliierten Bestimmungen nicht mehr fliegen. Die deutsche Luftwaffe wurde vollständig demontiert. Stattdessen wurde er Kompaniechef eines Infanterie-Regiments.

1933 holte Göring seinen Duzfreund als persönlichen Referenten in das neugeschaffene Reichsluftfahrtministerium. Später wurde er Verbindungsmann zu Hitler. Ab 1938 war er schließlich Chef des Ministeramts im Luftfahrtministerium. Außerdem wurde er 1935 Beisitzer am Volksgerichtshof.

Ernennung zum Reichsverteidigungsminister[]

Nach dem Attentat auf Hitler und den sich verschärfenden Spannungen mit Großbritannien erklärte Hermann Göring am 21. April vor dem Großdeutschen Reichstag den Verteidigungszustand. Dadurch wurde mit dem Reichsverteidigungsrat ein operatives Gremium - de facto ein Notstandskabinett - eingesetzt, dessen Aufgabe es sein sollte, die gesamte auf die Reichsverteidigung ausgelegten politischen, wirtschaftlichen und militärischen Maßnahmen zu koordinieren. Göring nutzte diese Gelegenheit, um dieser Struktur auch einen formalen Überbau zu geben und sie sich verlässlich nutzbar zu machen. Dazu war niemand so geeignet wie sein enger Freund und bedingungslos loyaler Kamerad Bodenschatz, der nicht nur das militärische Verständnis besaß, sondern zudem auch das Organisationstalent, das diese Aufgabe mit sich brachte.

In seiner neuen Funktion war Bodenschatz vor allem daran gelegen, die für den Reichsverteidigungsrat wesentlichen Instanzen zusammenzuführen. Dazu gehörte zum einen das wirtschaftspolitische Gerüst der Vierjahresplanbehörde, deren leitender Staatssekretär mit Paul Körner ein weiterer unverzichtbarer Unterstützer Görings war, zum anderen aber auch die Geheimdienste, das Forschungsamt (ebenfalls unter Körner), die Abwehr (der militärische Nachrichtendienst) sowie den Sicherheitsdienst (im Wesentlichen ein Inlandsgeheimdienst der SS), der seit 1938 offiziell als staatliche Behörde dem Innenministerium, de facto aber Himmler als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei persönlich unterstand.

Sicherheitspolitik unter Bodenschatz[]

Trotz der prekären wirtschaftlichen Lage, die sich seit 1940 immer weiter verschärfte, formierte sich kein organisierter Widerstand gegen das NS-Regime. Alle Ansätze hierzu wurden von Gestapo und SD zerschlagen, die Beteiligten verhaftet, unter Hausarrest gestellt, gefoltert oder in die Konzentrationslager eingewiesen. Dies war zu einem nicht unerheblichen Teil das Verdienst des Verteidigungsministers. Das herrschende Elend, verbunden mit sich ausbreitender Korruption und einem unüberschaubaren Gestrüpp von Erlassen und Gesetzen, zwang fast jeden aus physischer Überlebensnotwendigkeit in die Illegalität. Dadurch wurden die Menschen erpressbar. Solidarität gegen die nationalsozialistische Diktatur konnte so nicht entstehen. Hinzu kamen die Kontrolle der Medien und die Schwierigkeit der Kontaktaufnahme mit dem Ausland. 1941 wurde ein Aufstand von Arbeitern in Bochum blutig niedergeschlagen. Als die "Feindsender", die ins Großdeutsche Reich sendeten, davon erfuhren, war es für ein Überspringen der Unruhen auf andere Städte bereits zu spät.

Abriegelung der deutschen Außengrenzen[]

Grenze Schulbuch 1990

Schema der Grenzanlagen in einem modernen Schulbuch

Die Verschärfung der Situation trieb viele Deutsche zur Flucht ins Ausland. Die Einheiten des von Bodenschatz ab 1941 aufgestellten Reichsgrenzschutzes sollten daher - anders als von der Propaganda, die vor allem die Sicherung der Grenzen vor ausländischen Agenten als Grund angab, verkündet - in erster Linie Fluchtversuche von Reichsbürgern aus dem eigenen Land verhindern. An der gesamten deutschen Außengrenze standen Posten der Grenztruppen, die im Fall von drohenden Grenzdurchbrüchen auch Gebrauch von der Schusswaffe machten (Schießbefehl); auch waren im vorgelagerten Gebiet, dem sogenannten "Todesstreifen", Minen und in späterer auch Zeit Selbstschussanlagen installiert. Das hatte zur Folge, dass viele Menschen beim Versuch, die Sperranlagen zu überwinden, um das Reich zu verlassen, getötet wurden. Nach inoffiziellen Angaben starben zwischen 1940 und 1968 insgesamt 5887 Menschen bei Grenzzwischenfällen an den Reichsgrenzen. Darunter befinden sich 500 Grenzer, die durch Suizid oder Unfälle mit Schusswaffen ums Leben kamen. Mindestens 80 Grenzsoldaten wurden bei Grenzdurchbrüchen erschossen.

Reichsgrenzer

Kein Entkommen: Tausende Beamte des Reichsgrenzschutzes schotteten die Reichsbürger von der Außenwelt ab

Rechtlich flankiert und abgesichert wurde das Vorgehen durch den neuen Straftatbestand der Reichsflucht. Die Vorbereitung und der Versuch einer Flucht, wie auch deren Nichtanzeige, wurden bestraft. Ein engmaschiges Netz entstand, um Fluchtabsichten aufdecken zu können: Die Reichspost meldete Nachsendeaufträge, Spediteure sollten Umzüge melden, Notare Immobilienverkäufe anzeigen und Lebensversicherungen erbetene Rückkäufe melden. Mit der Gestapo wurden Post- und Telefonüberwachung einzelner Verdächtigter vereinbart, die immer mehr zunahmen, bis schließlich eine totale technische Überwachung eines großen Teils der Bevölkerung sichergestellt war. Nach Schätzungen wurden rund 300.000 Menschen wegen Fluchtversuchen verurteilt, in der Regel mit Gefängnisstrafen zwischen einem und drei Jahren und anschließender besonderer Überwachung durch die Gestapo. Wer bewaffnet war, Grenzanlagen beschädigte, als Wehrmachtsangehöriger oder als Geheimnisträger bei einem Fluchtversuch gefasst wurde, dem drohten bis zu acht Jahre Gefängnis. Wer darüber hinaus als erklärter Staatsfeind galt, endete häufig im Konzentrationslager und war dort Zwangsarbeit und einem nationalsozialistischen Umerziehungsprogramm ausgesetzt. Wem die Flucht gelang oder wer bei dem Versuch starb, dessen Vermögen wurde vom Staat konfisziert und die Angehörigen häufig aller vermögensrechtlichen Ansprüche inklusive der Witwen- und Waisenrente beraubt. Nicht selten wurden die Angehörigen von Reichsflüchtlingen sozial geächtet und waren verschärfter Überwachung durch die Gestapo unterworfen.

Ausweitung des Überwachungsapparats[]

Gestapo

Agenten des SD sichten Ausweispapiere, 1943

Das gesellschaftliche Klima gestaltete sich in diesen Jahren erdrückend beengt. Das Forschungsamt (mit seinen ausführenden Organen Gestapo und SD) stieg zum zentralen Macht- und Kontrollinstrument Görings auf. Mit der technischen Entwicklung und dem zunehmenden Ausbau der Behörde entwickelte es sich zum omnipräsenten Begleiter der Deutschen in ihrem Alltag. Systematische Telefonüberwachung, Postkontrollen und die Dienste sogenannter "geheimer Zuträger" ließen die Super-Behörde nahezu allwissend erscheinen. Auf dem Höhepunkt seiner Tätigkeit konnte das Forschungsamt auf ein Netzwerk von beinahe 900.000 Spitzeln zugreifen, die der Gestapo und dem SD zuarbeiteten. Niemand konnte sich sicher sein, dass seine im Vertrauen getätigten Aussagen nicht durch einen engen Freund oder gar den eigenen Ehepartner in die Hände der Gestapo gelangten. Es entstand ein Zustand des permanenten gegenseitigen Misstrauens, der jede subversive Betätigung im Keim erstickte. Ein Ausbrechen aus dem NS-System war kaum noch möglich.


Personen (EUWR)

Hermann Göring | Adolf Heusinger | Heinrich Himmler | Joseph Goebbels | Rudolf Heß | Martin Bormann | Reinhard Heydrich | Wilhelm Frick | Walther von Brauchitsch | Erich Raeder | Erhard Milch | Karl Bodenschatz | Paul Körner | Erich Gritzbach | Hans Heinrich Lammers | Erich Neumann | Helmuth Wohlthat | Thomas E. Dewey | Joseph P. Kennedy Jr. | Noel Mason-MacFarlane | Benito Mussolini | Galeazzo Ciano | Miklós Horthy | István Horthy | Francisco Franco | Getúlio Vargas | David Ben-Gurion | Hassan Israilow

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