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Horthy the regent

Der Reichsverweser

Miklós Horthy von Nagybánya (* 18. Juni 1868 in Kenderes, Österreich-Ungarn) ist ein österreichisch-ungarischer Admiral, ungarischer Politiker und als Reichsverweser langjähriges faktisches Staatsoberhaupt vom Königreich Ungarn.

Von 1909 bis 1914 war er Flügeladjutant Kaiser Franz Josephs I. Im Ersten Weltkrieg war er von Februar 1918 an letzter Befehlshaber der k. u. k. Kriegsmarine.

In der Politik[]

Nach dem Sturz der Habsburger in Ungarn und der Etablierung einer Räterepublik unter Béla Kun 1919 trat er als Verteidigungsminister in die in Szeged gebildete konservative Gegenregierung ein und leitete den Kampf gegen die Räte-Regierung. Nach dem Sieg zog er an der Spitze der konservativen Truppen („Nationalarmee“) am 16. November 1919 in Budapest ein. In den Jahren 1919/20 kam es zu zahlreichen Aktionen des Weißen Terrors gegen Kommunisten, Sozialisten, und Juden.

Zwar wurde von der neuen Regierung umgehend die Monarchie in Ungarn wiederhergestellt, doch war an eine Rückkehr der Habsburger aus innen- und vor allem außenpolitischen Gründen vorläufig nicht zu denken. So wählte die ungarische Nationalversammlung am 1. März 1920 Horthy als Reichsverweser (ungarisch kormányzó) mit 131 von 141 Stimmen zum provisorischen Staatsoberhaupt. In Folge errichtete er ein autoritäres, antisemitisches Regime, das sich seit 1932 noch weiter nach rechts bewegte.

Horthy verhinderte 1921 zwei Restaurationsversuche von König Karl IV. Als Folge wurde Karl nach Madeira verbannt und das Haus Habsburg vom ungarischen Thron abgesetzt. Damit war das Land nun eine Monarchie ohne König.

Der Reichsverweser musste die einschneidenden Bedingungen des Friedens von Trianon 1920 akzeptieren, durch die Ungarn zwei Drittel seines Vorkriegsterritoriums und ein Drittel seiner magyarischen Vorkriegsbevölkerung verlor. In der Folge stellte er sich an die Spitze einer revisionistischen und irredentistischen Politik, die unter dem Motto Nem, nem, soha! („Nein, nein, niemals!“) alle verlorenen Gebiete zurückgewinnen wollte.

Auf der Seite der Nazis und Faschisten[]

Aus diesem Grund näherte er sich (obwohl er ursprünglich anglophil war) den faschistischen Staaten an - dem Italien von Mussolini seit 1932, später auch Nazi-Deutschland. Diese Politik zahlte sich 1938 aus, als Teile der Slowakei an Ungarn kamen. Am 24. Februar 1939 schloss sich Ungarn dem Antikominternpakt an. Dabei sieht Horthy die Nazis als "Briganten und Clowns" an.

Den Juden wurde unter ihm der Zugang zur Universität erschwert und eine Beschäftigung im Staatsdienst praktisch unmöglich gemacht. Ab 1938 wurde in Ungarn eine Reihe antijüdischer Gesetze erlassen, die an die Nürnberger Rassengesetze erinnerten. Andererseits verbot er 1937 und 1939 auch die faschistische Partei der Pfeilkreuzler und ließ ihren Anführer Ferenc Szálasi wiederholt einsperren.

Privates[]

1901 heiratete er Magdolna Purgly (* 10. Juni 1881). Sie haben vier gemeinsame Kinder, zwei Söhne, István (* 1904) und Miklós (* 1907), und die Töchter Magdolna (* 1902) und Paula (* 1903). Im Krieg kämpfte István als Jägerpilot gegen die Rote Armee. Am 18. Januar 1941 wurde dessen Sohn István Horthy de Nagybánya II. geboren.

Er spricht außer Ungarisch und Deutsch auch Englisch, Französisch, Italienisch und Kroatisch.

Anders als die Mehrheit der Ungarn ist er Protestant, nicht Katholik.

Zukunft[]

Horthy starb am 9. Februar 1956. Sein Sohn und designierter Nachfolger István wurde von den Nazis mit Hilfe der Pfeilkreuzler gestürzt, deren Anführer Szálasi neuer Diktator wurde. Die Monarchie wurde nun offiziell abgeschafft.

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