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Das Protektorat Böhmen und Mähren ist ein teilsouveräner Staat in Mitteleuropa unter großdeutscher Suzeränität. Er ist institutionell und rechtlich eng mit den Strukturen Großdeutschlands verwoben und gilt deutscherseits als "Inland besonderer Art". Die enge Verzahnung zeigt sich zum Beispiel darin, dass seit der Verfassungsreform von 1969 der Staatspräsident des Großdeutschen Volksstaates zugleich Landespräsident des Protektorats Böhmen und Mähren ist und beide somit unter anderem in einer Automatisierten Personalunion verbunden sind.

Geschichte

Seit seiner Ernennung am 30. Januar 1933 hatte der aus Österreich stammende Reichskanzler Adolf Hitler energisch daran gearbeitet, das durch die Niederlage im Großen Krieg geschwächte, entwaffnete und großer Gebiete beraubte Deutsche Reich wieder in den Kreis der europäischen Großmächte zu führen und die Bestimmungen des verhassten und in der Bevölkerung als ungerecht empfundenen Versailler Vertrages zu revidieren.

In einem ersten Schritt hatte Hitler 1935 die Wehrpflicht wieder eingeführt. 1935 fiel das Saarland an das deutsche Reich zurück, 1936 erfolgte die Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes. 1938 erfolgte im März die lang ersehnte Wiedervereinigung Deutschösterreichs mit dem Deutschen Reich.

Im September 1938 schließlich forderte Hitler die Tschechoslowakei auf, die mehrheitlich von Deutschen bewohnten Randgebiete an das Deutsche Reich abzutreten. Hitler hatte bereits Vorbereitungen für eine Invasion befohlen, als auf Vermittlung Hermann Görings und des italienischen Diktators Benito Mussolini eine internationale Konferenz in München zustande kam, die schließlich die deutsche Position in allen Punkten bestätigte und so die unmittelbare Kriegsgefahr bannte. Hauptarchitekt dieses Vertragswerkes war der britische Premierminister Neville Chamberlain, der nach Abschluss der Konferenz in London erklärte, mit seinen Zugeständnissen an Hitler den "Frieden für unsere Zeit" gesichert zu haben.

Die durch das Münchner Abkommen massiv geschwächte Tschechoslowakei wurde in den Folgemonaten von mehreren Seiten her in die Zange genommen. Bereits im Oktober 1938 hatte Polen das sogenannte Olsagebiet besetzt. Am 2. November besetzte Ungarn die mehrheitlich magyarischen Gebiete im Süden der Slowakei. Die Slowakei selbst erklärte ihre Autonomie innerhalb des Tschecho-Slowakischen Gesamtstaates.

Am 9. März 1939 rückten tschechische Truppen in die Slowakei ein und setzten die Landesregierung unter Jozef Tiso ab. Dieser flog am 13. März nach Berlin, wo Hitler ihn drängte, die Unabhängigkeit der Slowakei zu erklären. Dies geschah am folgenden Tag durch den Landtag in Pressburg.

Nur einen Tag später reiste der tschechische Staatspräsident Emil Hácha ebenfalls nach Berlin, wo ihm ohne Umschweife deutlich gemacht wurde, dass Hitler beabsichtige, das tschechische Gebiet zu besetzen und zu annektieren und dass man Hachá persönlich für jeden der Wehrmacht entgegengebrachten Widerstand verantwortlich machen werde. Dieser wies daraufhin die tschechischen Stellen an, dem deutschen Einmarsch, der am darauffolgenden Tag stattfand, keinen Widerstand entgegenzusetzen.

Einmarsch Prag

Parade der Wehrmacht im besetzten Prag, 16. März 1939

Am 15. März um sechs Uhr rückten die deutschen Truppen über die Grenze vor und erreichten gegen neun Uhr bei Schneetreiben die Hauptstadt Prag. Die deutsche Armee entwaffnete das tschechische Heer. Mit der Wehrmacht rückte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ein und begann mit der Verfolgung deutscher Emigranten und tschechischer Kommunisten. Während dieser Aktion, die als „Aktion Gitter“ bekannt wurde, wurden einige Tausend Personen verhaftet. Hitler verließ um acht Uhr Berlin, traf am Abend in Prag ein und verbrachte die Nacht auf dem Hradschin. Am 16. März verkündete er, die Tschecho-Slowakei habe aufgehört zu bestehen. Die "böhmisch-mährischen Länder" seien wieder in ihre "alte historische Umgebung" eingefügt worden. Ein gleichzeitig veröffentlichter Erlass proklamierte das nun unter deutscher Gebietshoheit stehende und einem Reichsprotektor unterstellte Protektorat Böhmen und Mähren.

Ein erstes Mal entlud sich tschechischer Widerstand gegen das Protektorat am 28. Oktober 1939, dem 20. Jahrestag der tschechoslowakischen Unabhängigkeitserklärung. Bei Massendemonstrationen und Streiks wurden ein Arbeiter und ein Student erschossen sowie hunderte Menschen festgenommen. Nach weiteren Studentenunruhen mit neun Toten wurden schließlich in der Sonderaktion Prag alle tschechischen Hochschulen im Protektorat geschlossen und über 1200 tschechische Studenten im KZ Sachsenhausen interniert.

Reichsprotektor Konstantin von Neurath gelang es auch in der Folge nicht, das Protektorat zu befrieden. Daher wurde am 27. September 1941 der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich, zum Stellvertretenden Reichsprotektor ernannt und von Neurath beurlaubt. Heydrich erwarb sich durch die brutale Verfolgung des Widerstandes seinen Ruf als „Schlächter von Prag“. Nachdem er am 27. Mai 1942 durch ein Attentat in der sogenannten Operation Anthropoid schwer verwundet worden und am 4. Juni 1942 an den Folgen des Attentates gestorben war, erlebte das Reichsprotektorat eine erneute Terrorwelle durch die Nationalsozialisten, gedacht als Vergeltung für den Mord an Heydrich. 10.000 Tschechen wurden festgenommen, über 1300 getötet. Diese Zeit wird von den Tschechen die Heydrichiáda (dt. „Heydrichiade“) genannt. Besonders bekannt wurden die Massaker von Lidice (Liditz) am 10. Juni 1942 und von Ležáky am 24. Juni 1942. Die SS und Polizei zerstörten dabei ganze Ortschaften und ermordeten nahezu alle männlichen Einwohner. Die Frauen und Kinder wurden in Konzentrationslager eingeliefert. Am 3. Juli 1942 wurde der Ausnahmezustand aufgehoben, die Standgerichte zur Aburteilung verdächtiger Personen blieben jedoch auf unbestimmte Zeit weiter im Amt.

Am 5. Mai 1945 brach, ausgelöst durch eine Radiosendung, die entgegen der ausdrücklichen Weisung der deutschen Behörden nicht zweisprachig ausgestrahlt wurde, sondern rein tschechisch, der Prager Aufstand gegen das NS-Regime aus. Als die durch den Senderchef alarmierte Polizei im Studio eintraf, stieß sie dort auf bewaffnete Widerstandskämpfer und es entwickelte sich ein harter Schusswechsel, der über das Radio zu hören war. Viele Menschen strömten auf die Straßen und solidarisierten sich mit dem Widerstand. Nach anfänglichen Erfolgen der Aufständischen, die einige Einheiten der Wehrmacht in der Stadt einkesseln und entwaffnen konnten, entwickelte sich eine zähe Belagerung der Stadt durch die deutschen Truppen mit zahllosen Opfern und großflächigen Zerstörungen an der historischen Bausubstanz, bis die Widerstandskämpfer schließlich am 8. Mai kapitulierten.



Nationen EUWR

140px-Flag of the German Empire.svg Großdeutschland | 1920px-Flag of the Protectorate of Bohemia and Moravia.svg Böhmen und Mähren | 150px-Flag of Romania.svg Rumänien | 180px-Flag of Hungary (1867-1918).svg Ungarn | 150px-Flag of Poland.svg Polen | 150px-Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion

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