Alternativgeschichte-Wiki
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Das Protektorat Böhmen und Mähren ist ein teilsouveräner Staat in Mitteleuropa unter großdeutscher Suzeränität. Er ist institutionell und rechtlich eng mit den Strukturen Großdeutschlands verwoben und gilt deutscherseits als "Inland besonderer Art". Seit den 1940er Jahren entstanden zahlreiche deutsche Siedlungen im Protektoratsgebiet, die nach und nach aus dem Staatsverband herausgelöst und den umliegenden Reichsgauen angegliedert wurden. Trotz eines allmählichen Erlahmens der tschechischen Unabhängigkeitsbewegung bildet die deutsche Siedlungspolitik in Böhmen und Mähren einen nachhaltigen Störfaktor in den Beziehungen zwischen Reich und Reichsprotektorat.

Geschichte[]

Das Gebiet des Reichsprotektorats war seit einem guten Jahrtausend durchgehend Teil deutscher Staatsbildungen gewesen, bevor 1918 die Tschechoslowakei gegründet wurde. Zuerst gehörte es als Königreich Böhmen zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, später zum Kaisertum Österreich.

Vorgeschichte[]

Seit seiner Ernennung am 30. Januar 1933 hatte der aus Österreich stammende Reichskanzler Adolf Hitler energisch daran gearbeitet, das durch die Niederlage im Großen Krieg geschwächte, entwaffnete und großer Gebiete beraubte Deutsche Reich wieder in den Kreis der europäischen Großmächte zu führen und die Bestimmungen des verhassten und in der Bevölkerung als ungerecht empfundenen Versailler Vertrages zu revidieren.

Im September 1938 forderte Hitler die Tschechoslowakei auf, die mehrheitlich von Deutschen bewohnten Randgebiete an das Deutsche Reich abzutreten. Hitler hatte bereits Vorbereitungen für eine Invasion befohlen, als auf Vermittlung Hermann Görings und des italienischen Diktators Benito Mussolini eine internationale Konferenz in München zustande kam, die schließlich die deutsche Position in allen Punkten bestätigte und so die unmittelbare Kriegsgefahr bannte. Hauptarchitekt dieses Vertragswerkes war der britische Premierminister Neville Chamberlain, der nach Abschluss der Konferenz in London erklärte, mit seinen Zugeständnissen an Hitler den "Frieden für unsere Zeit" gesichert zu haben.

Die durch das Münchner Abkommen massiv geschwächte Tschechoslowakei wurde in den Folgemonaten von mehreren Seiten her in die Zange genommen. Bereits im Oktober 1938 hatte Polen das sogenannte Olsagebiet besetzt. Am 2. November besetzte Ungarn die mehrheitlich magyarischen Gebiete im Süden der Slowakei. Die Slowakei selbst erklärte ihre Autonomie innerhalb des Tschecho-Slowakischen Gesamtstaates.

Am 9. März 1939 rückten tschechische Truppen in die Slowakei ein und setzten die Landesregierung unter Jozef Tiso ab. Dieser flog am 13. März nach Berlin, wo Hitler ihn drängte, die Unabhängigkeit der Slowakei zu erklären. Dies geschah am folgenden Tag durch den Landtag in Pressburg.

Nur einen Tag später reiste der tschechische Staatspräsident Emil Hácha ebenfalls nach Berlin, wo ihm ohne Umschweife deutlich gemacht wurde, dass Hitler beabsichtige, das tschechische Gebiet zu besetzen und zu annektieren und dass man Hachá persönlich für jeden der Wehrmacht entgegengebrachten Widerstand verantwortlich machen werde. Dieser wies daraufhin die tschechischen Stellen an, dem deutschen Einmarsch, der am darauffolgenden Tag stattfand, keinen Widerstand entgegenzusetzen.

Einmarsch Prag

Parade der Wehrmacht im besetzten Prag, 16. März 1939

Am 15. März um sechs Uhr rückten die deutschen Truppen über die Grenze vor und erreichten gegen neun Uhr bei Schneetreiben die Hauptstadt Prag. Die deutsche Armee entwaffnete das tschechische Heer. Mit der Wehrmacht rückte die Geheime Staatspolizei (Gestapo) ein und begann mit der Verfolgung deutscher Emigranten und tschechischer Kommunisten. Während dieser Aktion, die als „Aktion Gitter“ bekannt wurde, wurden einige Tausend Personen verhaftet. Hitler verließ um acht Uhr Berlin, traf am Abend in Prag ein und verbrachte die Nacht auf dem Hradschin. Am 16. März verkündete er, die Tschecho-Slowakei habe aufgehört zu bestehen. Die "böhmisch-mährischen Länder" seien wieder in ihre "alte historische Umgebung" eingefügt worden. Ein gleichzeitig veröffentlichter Erlass proklamierte das nun unter deutscher Gebietshoheit stehende und einem Reichsprotektor unterstellte Protektorat Böhmen und Mähren.

Frühe Jahre der deutschen Besatzung[]

Der Präsident der Tschechoslowakei, Edvard Benes, war mit einem Teil seiner Regierung nach Frankreich geflohen, konnte aber keine offizielle Anerkennung seiner Position erreichen. Insbesondere in den Monaten nach dem Hitler-Attentat war weder den Briten noch den Franzosen daran gelegen, ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Großdeutschen Reich durch die offizielle Anerkennung einer Exilregierung zu verkomplizieren. So reiste Benes jahrelang vergeblich durch die westliche Welt und starb schließlich enttäuscht und in der Überzeugung, vom Westen verraten und verkauft worden zu sein, in den Vereinigten Staaten. Teile der tschechoslowakischen Armee gingen in den Untergrund und versuchten dort, eine Partisanenbewegung aufzubauen. Immer wieder erhielten sie dabei auch Unterstützung aus Kreisen der autochthonen Protektoratsverwaltung.

Die Bevölkerung reagierte mit einer Mischung aus Angst, Verbitterung und Resignation auf das Ende der Eigenstaatlichkeit. Für viele setzte sich mit dem Protektorat einfach eine tausendjährige Tradition der Fremdherrschaft fort, die sie selbst noch vor zwei Jahrzehnten erlebt hatten. Stattdessen war es insbesondere die Jugend - und dabei vor allem die Studenten - die sich der Germanisierung ihrer Heimat widersetzte.

Ein erstes Mal entlud sich tschechischer Widerstand gegen das Protektorat am 28. Oktober 1939, dem 20. Jahrestag der tschechoslowakischen Unabhängigkeitserklärung. Bei Massendemonstrationen und Streiks wurden ein Arbeiter und ein Student erschossen sowie hunderte Menschen festgenommen. Nach weiteren Studentenunruhen mit neun Toten wurden schließlich in der Sonderaktion Prag alle tschechischen Hochschulen im Protektorat geschlossen und über 1200 tschechische Studenten im KZ Sachsenhausen interniert.

Reichsprotektor Konstantin von Neurath gelang es auch in der Folge nicht, das Protektorat zu befrieden. Entgegen vielfacher Versuche Himmlers und Heydrichs, das Protektorat unter ihre Kontrolle zu bringen, ließt Göring von Neurath jedoch auf seinem Posten, da er glaubte, so gegenüber Großbritannien eher den Eindruck vermitteln zu können, die böhmischen Lande seien bestens ins Reich integriert. Als ehemaliger Außenminister genoss er einiges an Ansehen im europäischen Ausland, das hier nutzbringend eingesetzt werden konnte.

Beginn der Germanisierung[]

Parallel dazu trieb die Regierung Göring allerdings die Germanisierung des Reichsprotektorats voran. Es entstanden nun in großer Zahl deutsche Siedlungen, die dem Zugriff der Protektoratsverwaltung entzogen waren (sie wurden stattdessen administrativ den umliegenden Reichsgauen Sudetenland, Ober- und Niederdonau unterstellt) und wie befestigte Enklaven die böhmischen Lande durchsiebten. Dafür wurden in großer Zahl tschechische Bauern enteignet. Viele dieser Siedlungen umgaben hohe Mauern mit Stacheldraht und Wachtürmen; die SS übernahm ihren Schutz gegen die aufgebrachten tschechischen Nachbarn. In der deutschen Bevölkerung wurde das Protektorat bald als "Reichsemmentaler" verulkt. Die Siedlungspolitik sollte ein erster Schritt zur vollständigen Germanisierung der böhmisch-mährischen Lande sein, die eine Ausschaltung der autochthonen tschechischen Kultur und eine Integration der "germanisierungswürdigen" Bewohner des Protektorats einschloss. Jeder Hinweis auf ein vom Großdeutschen Reich getrenntes Staatsgebilde oder gar ein eigenes Nationalbewusstsein sollte restlos getilgt werden. "Germanisierungswürdigen" Frauen wurden zahlreiche Vergünstigungen in Aussicht gestellt, wenn sie deutsche Männer heirateten, während umgekehrt ein Heiratsverbot zwischen deutschen Frauen und tschechischen Männern bestand.

Gegen diese Maßnahmen regte sich erbitterter Widerstand der Tschechen, der sich immer wieder in Massendemonstrationen, Streiks und zivilem Ungehorsam, später auch immer wieder in bewaffneten Aufständen, äußerte. In zwei Volksaufständen (národné povstanie) versuchten die Tschechen 1945 und 1968, die deutsche Herrschaft abzuschütteln. Immer wieder gab es aber auch nachgiebige Phasen der deutschen Siedlungspolitik, die dem Protektorat mehr Freiheiten in der Gestaltung seiner Innenpolitik zugestanden, die sich regelmäßig mit Phasen brutaler Unterdrückung abwechselten.

Nationen (EUWR)

Flag of German Reich (1935–1945) Großdeutschland | 1920px-Flag of the Protectorate of Bohemia and Moravia.svg Böhmen und Mähren | FlagIUKO Großbritannien | 150px-Flag of Romania.svg Rumänien | 180px-Flag of Hungary (1867-1918).svg Ungarn | 150px-Flag of Poland.svg Polen | 150px-Flag of the Soviet Union.svg Sowjetunion | FlagIsrael Israel | USA 48 Stars Vereinigte Staaten

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