Alternativgeschichte-Wiki
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Military flag of the Roman Republic (19th century)

Flagge der Römischen Republik

Emblem of Roman Republic 1849

Wappen der Römischen Republik

Nach den revolutionären Unruhen des Jahres 1848 flieht Papst Pius IX., Staatsoberhaupt des Kirchenstaats, im November 1848 aus Rom. In Folge dessen übernehmen die Revolutionäre die Herrschaft über den Kirchenstaat, wo es im Januar 1849 zu Freien Wahlen kommt. Am 5. Februar 1849 tritt in Rom die erste, gewählte Versammlung zusammen und der Führer der Revolution Giuseppe Mazzini ruft am 9. Februar die Römische Republik aus. Es ist die Geburtsstunde eines neuen, republikanischen Staates. Die Republik wird zunächst von einen Triumvirat regiert, bestehend aus Mazzini, Carlo Armellini und Aurelio Saffi. Im März 1849 erklärt die Toskanische Republik den Zusammenschluss mit der Römischen Republik, nachdem dort der herrschende Monarch Leopold II. vertrieben worden ist. Die Habsburger müssen auf Druck des mit der Republik verbündeten Deutschen Reiches die Vereinigung der Römischen Republik mit ihren ehemaligen Herrschaftsgebieten akzeptieren.

Im April ruft der Papst Frankreich zur Hilfe, worauf Rom von einer französischen Armee belagert wird, die jedoch im Juni von Giuseppe Garibaldi zurückgeschlage werden kann. In denselben Wochen kommt es auch zu einem europaweiten Krieg, ausgelöst durch ungarische Revolutionäre, die Russland im Kampf gegen Österreich und Deutschland zur Hilfe rufen. Es bildet sich ein revolutionäres Bündnis, bestehend aus der Römischen Republik, der Republik des Heiligen Markus und dem Deutschen Reich, das von Großbritannien unterstützt wird, welches jedoch nicht selbst in den Krieg eingreift. Dagegen steht eine Allianz aus Russland, Frankreich, Piemont und ungarischen Revolutionären. Noch während des Krieges hält die Republik im Januar 1850 erneut Wahlen ab, um die einjährige Übergangsregierung des Triumvirats zu beenden und den von der Verfassung vorgesehenen Präsidenten zu wählen. Mazzini gewinnt die Wahl und macht Saffi und Armellini zu wichtigen Kabinettsmitgliedern. Im Frühjahr 1851 endet der Krieg mit einem Unentschieden. Die Römische Republik und ihre Verbündeten siegen zwar an der Westfront über Frankreich und Piemont, im Osten ist das Deutsche Reich jedoch gezwungen, Ungarn sowie Galizien und Lodomerien an die Russische Armee aufzugeben. Im Frieden von Straßburg erhält die Römische Republik die Insel Sardinien vom Königreich Piemont, was ihre Macht in Italien erheblich vergrößert. Im selben Jahr wird ein Militärbündnis mit Deutschland getroffen, dem auch Venedig beitritt. In den nächsten Jahren kommt es zu Spannungen zwischen der Römischen Republik und der Republik des Heiligen Markus, denn beide beanspruchten die Vormachtstellung über Italien und versuchten jeweils Italien einer Republik zu vereinigen.

1860 bricht in Italien ein Einigungskrieg aus, in dem die Römische Republik und die Republik des Heiligen Markus gegen die Königreiche Piemont und Neapel kämpfen, sich jedoch nicht verbünden wollen, was beide Republiken militärisch schwächt. Während der Krieg für Venedig unentschieden endet, erobert Garibaldi Sizilien und tauscht es beim König von Neapel gegen die Abruzzen ein, die das römische Staatsgebiet vergrößern.

1866 kommt es erneut zu einem Krieg in Italien. Diesmal sind Venezianer und Römer nicht nur keine Verbündete, sondern ziehen gegeneinander in den Krieg. Piemont, der exilierte Papst und Neapel schließen ergreifen die nützliche Gelegenheit und schließen ein Bündnis gegen die beiden Republiken. Das Deutsche Reich verhält sich nach einem gescheiterten diplomatischen Versuch die italienischen Republiken zum Frieden zu bewegen, neutral. Als die Republik des Heiligen Markus Piemont besiegt und große Gebiete von den Savoyern annektiert, verbündet sich Neapel mit Venedig, um die Abruzzen zurückzugewinnen, was auch gelingt. Rom verliert den Krieg und muss die Abruzzen zurück an Neapel geben, während Venedig Sardinien erhält.

1870 kommt es zum Dritten Italienischen Krieg. Zeitgleich führt das Deutsche Reich Krieg gegen Frankreich. Die Römische Republik stellt sich in diesem Konflikt auf die Seite des Deutschen Reiches und schickt Truppen, während Venedig sich möglichst neutral verhalten will. Daraufhin beendet Deutschland das Bündnis mit der Republik des Heiligen Markus und stellt sich ganz auf die Seite Roms, das es auch militärisch unterstützt. Venedig, dass die Übermacht des Deutschen Reiches fürchtet, zieht sich darauf aus dem Krieg zurück und nimmt wieder diplomatische Beziehungen zu Deutschland auf, während Rom mit deutscher Hilfe Neapel bezwingen kann und diesmal die Abruzzen und Sizilien annektiert, was die Römische Republik zur alleinigen Hegemonialmacht in Italien aufsteigen lässt.

1888 stirbt der Deutsche Kaiser Friedrich IV., der zuvor zwischen den italienischen Teilstaaten vermittelt hat und als Friedenswahrer für ganz Europa aufgetreten ist. Es dauert mehrere Monate bis die Deutschen einen neuen Kaiser wählen. Dieses Machtvakuum des übermächtigen Handelspartner nutzt Venedig aus und marschiert in Piemont ein, um wieder die Vormachtstellung über Italien zu gewinnen. Später beteiligt sich auch Rom an diesem Krieg und besetzt ebenfalls piemontesische Gebiete, wobei es erneut auch zu Gefechten mit den Venezianern kommt. Der neue Deutsche Kaiser mischt sich nicht in den Krieg ein, sichert offiziell jedoch Rom alle Unterstützung zu. Das geschwächte Piemont hat keine Chance gegen die beiden Angreifer und muss im Sommer 1889 kapitulieren. Ligurien wird darauf Teil der Römischen Republik, der Rest Piemonts geht an Venedig, ebenso wie dessen Kolonialbesitzungen in Libyen.

Nach dieser Periode der Italienischen Kriege folgt eine Zeit des inneren Friedens und des wirtschaftlichen Aufschwungs, in der sich die junge Republik festigt und seine Macht in Italien ausbaut. Es gelingt, Neapel durch wirtschaftliche Abhängigkeit quasi zu einem Marionettenstaat zu machen, während man auch das geschwächte Piemont militärisch und wirtschaftlich überflügelt (bis zu dessen Zerschlagung 1889). Der Dualismus zwischen Rom und Venedig besteht offiziell weiter, die Republik des Heiligen Markus ist jedoch klug genug, keinen offenen Konflikt mit dem überlegenen Rom zu provozieren und verhält sich deshalb ruhig. Die Römische Republik erlangt in dieser Zeit in Kooperation mit Deutschland auch Kolonien in Afrika und gebietet bis zum 20. Jahrhundert über Eritrea und Äthiopien. Während Rom Frieden hält. 1905 bringt die Römische Republik zudem Neapolitanisch-Somalia unter seine Herrschaft, in dem man Neapel unter Androhung einer Invasion zwingt, diese Kolonie an Rom abzutreten.

Italien Karte 1914

Italien am Vorabend des Ersten Weltkriegs 1914 Rot: Römische Republik, Grün: Republik des Heiligen Markus, Gelb: Königreich Neapel


Die Zeit des Friedens ist jedoch auch eine Zeit des Wettrüstens und mündet 1914 im Ersten Weltkrieg. Nach einigem Zaudern stellt sich die Republik des Heiligen Markus in diesem Krieg schließlich gegen das Deutsche Reich, mit dem eigentlich verbündet ist, um gegen Rom kämpfen zu können und Entscheidung im Dualismus um Italien herbeizuführen. Der König von Neapel wittert daraufhin die Chance, Neapel wieder mehr Unabhängigkeit zu geben und er erklärt der Römischen Republik den Krieg. 1918 endet der Krieg mit einem Sieg Deutschlands und seiner Verbündeten, darunter auch Rom. Das Königreich Neapel und die Republik des Heiligen Markus liegen in Trümmern und werden von der Römischen Republik annektiert, die daraufhin über ganz Italien herrscht. Im Sommer 1919 wird nach einer Parlamentsabstimmung in Rom die Italienische Republik ausgerufen. Im Januar 1920 legt die letzte Regierung der Römischen Republik ihre Amtsgeschäfte offiziell nieder und es kommt zu Neuwahlen für ganz Italien, dass nun endlich vereinigt ist. Die Kolonien Roms und Venedigs werden im Italienischen Kolonialreich vereinigt.

Italien Karte 1919

Italien nach dem Ersten Weltkrieg 1919 mit dem Protektorat Bosnien, Herzegovina und Montenegro

Präsidenten der Römischen Republik:[]

1850-1858 Giuseppe Mazzini

1858-1862 Carlo Armellini

1862-1866 Marco Minghetti

1866-1882 Giuseppe Garibaldi

1882-1886 Aurelio Saffi

1886-1894 Francesco Crispi

1894-1898 Sidney Sonnino

1898-1910 Alessandro Fortis

1910-1920 Tommaso Tittoni

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