Alternativgeschichte-Wiki
Advertisement
Alternativgeschichte-Wiki

Römisches Weltreich
ZdA: 15. März 44 v. Chr
ButtonAntike.png
Die Ermordung Gaius Julius Caesars misslingt und die darauffolgenden Bürgerkriege zwischen Caesarianern und Caesarmördern, sowie zwischen Octavian und Antonius finden nicht statt. Dies und die weitere Herrschaft Caesars ermöglichen dem Reich, schon frühzeitig nach Osten zu expandieren. Bis 117 n. Chr. gelingt es den Römern große Teile Eurasiens und Afrikas unter Kontrolle zu bringen. Ab dem 5. Jahrhundert beginnt im Zuge der Völkerwanderung der Niedergang des Römischen Reiches . Das von Caesar begründete Kaisertum besteht jedoch bis 1994 weiter. In diesem Jahr wird das Reich wieder in eine Republik umgewandelt.

Inhaltsverzeichnis

Das Attentat auf Caesar

Nachdem Gaius Julius Caesar (100 - 36 v. Chr.) den Bürgerkrieg gegen den Senat für sich entscheiden konnte, traf er augenscheinlich Maßnahmen, eine Monarchie zu errichten. Dies stieß vor allem in alten aristokratischen Kreisen auf Widerstand, sodass sich um Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus eine Verschwörergruppe bildete, die die Ermordung des Diktators plante. Viele Mitverschwörer, darunter auch die beiden Führenden, waren zuvor im Bürgerkrieg von Caesar begnadigt worden.

Caesar sollte nach Vorstellung der Verschwörer noch vor seinem Aufbruch nach Osten, wo er die Eroberung des Partherreichs ins Auge gefasst hatte, umgebracht werden, da seine Macht nach einem Sieg über die Parther unangefochten wäre.

Marcus Antonius (82 - 19 v. Chr.) erfuhr jedoch frühzeitig von den Plänen der Verschwörer und berichtete Caesar davon. Dieser stellte diesen eine Falle und ließ sie am 15. März vor der Curia Pompeia verhaften. Als Beweismittel (und Erklärung für die Bevölkerung) konnten mehrere Messer bei den sonst unbewaffneten Senatoren sichergestellt werden. Caesar ließ die Verschwörer kreuzigen, während Antonius eine flammende Rede hielt, die den Volkszorn so schürte, dass der Pöbel die Villen der beteiligten Patrizierfamilien stürmte und ein Massaker anrichtete. Caesar schritt nicht ein, sodass am Ende mehr als 3.000 Aristokraten den Tod fanden.

Während Caesars Anhänger Marcus Aemilius Lepidus in Rom zurückblieb, um die Stadt zu sichern, brachen Caesar und Antonius nach Syria auf, wo sie von Caesars Großneffen Gaius Octavius (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) und Marcus Vipsanius Agrippa (64 v. Chr. - 9 n. Chr.), welche den Feldzug auf Befehl Caesars vorbereitet hatten, erwartet wurden.

Das Römische Reich um 44 v. Chr.

Caesars Partherfeldzug (44 - 41 v. Chr.)

Als Caesar Antiochia in der Provinz Syria erreichte, standen 16 Legionen (also knapp 100.000 Legionäre) bereit, um im Partherreich einzufallen. Darüber hinaus waren rund 35.000 Auxiliarkräfte aus Gallien, Germanien und Spanien , sowie 10.000 Kataphrakte aus Armenien und 20.000 weitere Hilfskräfte aus den östlichen Klientelstaaten zu Caesars Armee gestoßen. Das ptolemäische Ägypten unter Kleopatra VII. hatte keine Soldaten entsandt, dafür aber genug Getreide, um die gesamte Armee für zwei Jahre zu versorgen.

Caesar zog mit zunächst sechs Legionen entlang des Euphrats ins nördliche Mesopotamien, vermied es jedoch, sich auf eine große Schlacht mit den Parthern einzulassen. Stattdessen führte er mehrere kleinere Gefechte, um Kenntnisse über die parthische Taktik zu erlangen. Bereits frühzeitig erkannte Caesar, dass die römischen Legionäre der parthischen Reiterei nur wenig entgegensetzen konnte. Auch die Reiter aus Gallien und Germanien waren der Herausforderung nicht gewachsen. Daher beschloss Caesar, mit Hilfe der Armenier eine eigene römische Kataphrakt-Einheit aufzustellen. Er vertraute Marcus Antonius die Überwachung der Ausbildungsmaßnahmen an.

Caesar führte dennoch weitere Truppen nach Mesopotamien, vermied es jedoch auf für Kavallerie geeignetes Gelände zu marschieren. Ende 44 v. Chr. gelang ihm die überraschende Einnahme Babylons, wodurch er Druck auf parthische Hauptstadt Ktesiphon ausüben konnte.

Die Anwesenheit einer römischen Armee in Babylon zwang die Parther zu einer großen Truppenkonzentration in Mesopotamien, wodurch die nördliche Grenzverteidigung geschwächt war. Auf Befehl Caesars rückte Antonius im April 43 v. Chr. mit fünf Legionen, 8.000 armenischen und 5.000 römischen Kataphrakten in Atropatene ein. Bei Gazaka konnte Antonius ein parthisches Heer vernichtend schlagen, woraufhin der atropatenische König Ariobarzanes I. zu den Römern überlief.

In Ktesiphon erhoben sich erste Stimmen gegen die defensive Hinhalte-Taktik des Partherkönigs Orodes II. Dieser konnte seine Kritiker zunächst mit der Tatsache besänftigen, dass sich die Römer der parthischen Hauptmacht noch gar nicht gestellt hatten und darüber hinaus noch weitere Verstärkungen aus dem persischen Hinterland erwartet wurden. Orodes versprach sogar, den Römern ein neues Carrhae beizubringen.

Indessen war sich auch Caesar bewusst, dass die Entscheidungsschlacht noch bevorstand. Er scheute jedoch einen direkten Angriff auf die parthische Hauptstadt und verließ daher Babylon und zog südwärts auf Charax. Orodes setzte ihm sofort nach und versuchte das römische Heer mit kleinen Kavallerieattacken zu schwächen. Hierbei erwies sich jedoch die leichte Reiterei aus Gallien und Germanien als effektives Abwehrmittel. Caesar nahm Charax schließlich im September 43 v. Chr. ein. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Caesar über 60.000 Mann im südlichen Mesopotamien, während Orodes Armee aufgrund persischer Verstärkungen auf über 100.000 angewachsen war, wodurch er den Zeitpunkt gekommen sah, die Entscheidung zu suchen.

Orodes hatte jedoch keine Kenntnis davon, dass Agrippa mit einer römisch-ägyptischen Flotte von Berenike aus aufgebrochen war, die arabische Halbinsel umsegelt hatte und kurz davor stand, mit 30.000 Mann in Charax zu landen. Caesar hatte mit Unterstützung arabischer Stämme ein Kommunikationsnetzwerk entlang der arabischen Küste aufgebaut und war zu jedem Zeitpunkt über die Bewegung Agrippas Flotte im Bilde.

Am 22. Dezember 43 v. Chr. kam es zur Schlacht von Charax. Caesar stand einer großen parthischen Übermacht gegenüber, hielt aber dennoch zunächst allen Angriffen des Feindes stand. Letztlich war Caesar aber zum Rückzug in die Stadt gezwungen, die nun von Orodes belagert wurde. Vier Tage später erreichte Agrippa Charax und brach die Belagerung. Gleichzeitig führte Caesar einen Ausfall aus der Stadt an. Orodes Armee wurde vernichtend geschlagen und der König konnte nur knapp entkommen.

Inzwischen war Antonius vom Norden her Richtung Ktesiphon marschiert, wurde aber von Orodes Sohn Pakoros bei Arbela zurückgeschlagen. Dies warf Caesars Pläne aber nur kurzzeitig zurück. Er nahm die Hauptstadt schließlich vom Süden her im März 42 v. Chr. ein. Orodes wurde kurz darauf vergiftet. Der neue König Pakoros zog sich nach Ekbatana zurück, von wo aus er die Rückeroberung Mesopotamiens vorbereitete. Allerdings erhob sich dessen jüngerer Bruder Phraates gegen ihn, da er es für zwingend notwendig hielt, Frieden mit den Römern zu schließen, um die parthische Macht zumindest im Osten des Reiches konsolidieren zu können.

Caesars Hoffnung auf einen langen innerparthischen Konflikt erfüllte sich jedoch nicht, da Phraates nur wenig Unterstützung fand und schließlich in den Osten fliehen musste. Pakoros hatte bei Ekbatana ein schlagkräftiges Heer zusammengezogen, dessen Kern angeblich aus über 50.000 Kataphrakten bestanden haben soll. Caesar fürchtete eine direkte Konfrontation mit einem so überlegenen Reiterheer, doch seine Soldaten drängten ihm zu Entscheidungskampf, da sie sich ein Ende des Krieges herbeisehnten.

Caesar bot den Großteil seines Heeres und seine besten Befehlshaber Antonius und Agrippa auf und war dennoch außerstande, das parthische Heer zu schlagen. Vielmehr brachten die parthischen Panzerritter die disziplinierte römische Armee in Unordnung und zwang Caesar zum Rückzug. Pakoros ließ den Erfolg propagandistisch als vernichtende Niederlage Caesars überhöhen, was unter anderem dazu führte, dass Artavasdes II. Ariobarzanes stürzte und Atropatene wieder in den Schoß der Parther überführte. Caesars Eroberungswerk drohte wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen und er sah sich zu diesem Zeitpunkt außerstande, dem erfolgreich entgegenzuwirken.

Daher schickte Caesar Gaius Octavius nach Italien zurück, um weitere Truppen auszuheben. Außerdem rief er die drei in Ägypten stationierten Legionen unter Rufio nach Mesopotamien und schickte Antonius mit zwei Legionen nach Armenien, um den armenischen König nicht nur daran zu erinnern, wem er die Treue geschworen hatte, sondern auch weitere Truppen, vor allem Kataphrakte anzufordern.

Pakoros war inzwischen nach Norden geschwenkt, um mit seinen neuen alten Verbündeten aus Atropatene seinerseits Druck auf Armenien auszüben, die Seiten zu wechseln. Historiker sehen hier Pakoros entscheidenden Fehler. Der König hätte vor allem aus psychologischer Sicht zuerst die parthische Hauptstadt Ktesiphon zurückerobern müssen, um den parthischen Adel wieder vollständig hinter sich zu einen. Andere Stimmen sehen in Pakoros Vorgehen jedoch eine vorsichtige Strategie, Caesar trotz dessen letzten Rückschlags, nicht zu unterschätzen und diesen erst dann wieder anzugreifen, wenn er seiner wichtigsten Verbündeten, den Armeniern, beraubt wurde.

Es ist nicht Pakoros Verschulden, dass Armenien auf römischer Seite verblieb, sondern vielmehr dem diplomatischen Geschick Antonius' anzurechnen.

Im Mai 41 v. Chr. gab Pakoros dann seine Versuche auf, Armenien auf die parthische Seite zu ziehen und marschierte im Königreich Armenien ein. Indessen hatte Caesar Ktesiphon verlassen und bedrohte nun Ekbatana. Pakoros drohte dadurch von seinen östlichen Satrapien abgeschnitten zu werden und marschierte mit zwei Dritteln seiner Armee wieder nach Süden, während sein General Monaeses Antonius und die Armenier beschäftigen sollte.

Am 7. Juni 41 v. Chr. kam es dann zur Schlacht von Ekbatana. Caesar konnte mittlerweile mehr als 40.000 Reiter aufbieten, davon fast 15.000 Kataphrakte denen 21.000 parthische Reiter gegenüberstanden. (Der Großteil der parthischen Kataphrakten befanden sich bei Monaeses, um den Armeniern entgegentreten zu können). Die Schlacht verlief für beide Seiten äußerst verlustreich und keine der beiden Seiten konnte anfangs die Oberhand gewinnen. Dies änderte sich nach einem Reiterangriff Agrippas nach dem Vorbild Alexanders in der Schlacht von Gaugamela. Agrippa griff direkt den im Zentrum stehenen Pakoros an und zwang diesen zur Flucht. Daraufhin löste sich dessen Armee weitgehend auf und der parthische Widerstand brach zusammen.

Monaeses lief zu Antonius über und Pakoros wurde von Gefolgsleuten seines Bruders ermordet. Phraates wurde neuer parthischer König und bot Caesar einen Friedensvertrag an, bei dem er die römische Herrschaft über Armenien, Atropatene, Medien und Mesopotamien anerkannte. Obwohl Caesar ursprünglich die vollständige Eroberung des Partherreichs als Ziel hatte, stimmte er dem Friedensangebot zu, forderte jedoch zusätzlich ein unfassbar hohen Tribut von Phraates IV., dem dieser gezwungenermaßen zustimmte.

Caesar beauftragte Octavius und Agrippa mit der Umsetzung seiner Neuordnung des westlichen Partherreiches, während er mit Antonius nach Ägypten zog, da seine Klientelkönigin Kleopatra VII. abgesetzt worden war.

Nach dem Feldzug wurden die Provinzen Mesopotamia und Media errichtet, während Atropatene zwischen Römern und Armeniern aufgeteilt wurden.

Das Römische Reich nach Caesars Partherfeldzug (41 v. Chr.)

Ägyptische Revolte (41 v. Chr.)

Nachdem Caesar die drei in Ägypten stationierten abgezogen und nach Mesopotamien verlegt hatte und nur zwei Kohorten unter Rufio zurückblieben, erhob sich die ägyptische Bevölkerung gegen die unbeliebte Kleopatra. Rufio gelang es unter widrigsten Umständen Kleopatra nach Antiochia in Sicherheit zu bringen. In Alexandria hatte der General Seleukos von Pelusion die Macht übernommen und propagierte die Unabhängigkeit vom Römischen Reich. Caesar rückte im Oktober 41 mit sieben Legionen in Ägypten ein und konnte das schlecht gerüstete ägyptische Heer vor Alexandria ohne große Mühen schlagen. Seleukos wurde hingerichtet und Kleopatra wieder als Königin von Ägypten eingesetzt. Caesar war sich jedoch bewusst, dass dies keine zufriedenstellende Lösung war und erwog die Umwandlung Ägyptens in eine römische Provinz. Letztlich entschied er sich dagegen, da ein etwaiger Statthalter Ägyptens zu viel Macht erlangen könnte und möglicherweise zur Bedrohung für seine Alleinherrschaft werden würde.

Nachdem die Angelegenheiten in Ägypten geregelt waren, begab er sich ein letztes Mal nach Ktesiphon, um sich davon zu überzeugen, dass seine Verordnungen im seinem Sinne umgesetzt wurden. Danach begab er sich auf den Rückweg nach Rom.

Die Ausrufung des Prinzipats (40 v. Chr.)

In Rom angekommen, wurde Caesar triumphal empfangen. Das Volk verehrte ihn als neuen Alexander und die letzten Kritiker Caesars wurden vom Jubel der Massen erfasst und akzeptierten Caesars Alleinherrschaft. Caesar schuf das sogenannte Prinzipat und nannte sich selbst Princeps, erster Bürger. Außerdem sprach er von der Wiederherstellung der Republik, nachdem nun alle inneren und äußeren Feinde bezwungen waren. Tatsächlich errichtete Caesar jedoch eine Monarchie und wurde zum ersten römischen Kaiser. Sein Cognomen "Caesar" wurde fortan zum Herrschertitel seiner Nachfolger.

Caesar vollzog nicht nur den Übergang von der Republik zum Kaisertum, sondern auch die endgültige Umwandlung der römischen Legionen zum stehenden, kaiserlichen Heer. Caesar stationierte Legionen entlang des Rheins und der Donau, sowie an der Grenze zu Persien .

37 v. Chr. verließ Caesar Rom ein letztes Mal und begab sich nach Gallien, um die Romanisierung seiner Eroberungen zu begutachten. Nach seiner Rückkehr nach Rom verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. Caesar starb am 7. August 36 v. Chr. In seinem Testament hatte er Marcus Antonius als Nachfolger, sowie seinen Großneffen Gaius Octavius als Antonius Nachfolger vorgesehen.

Das Prinzipat des Antonius (36 - 19 v. Chr.)

Konsolidierung der Macht (36 v. Chr.)

Nach dem Tod Caesars sammelte sich eine kleine optimatische Opposition um Marcus Tullius Cicero Minor, dem Sohn des gleichnamigen Konsuls und forderte die Wiederherstellung republikanischer Verhältnisse. Doch weder beim Volk, noch beim Heer konnten die Oppositionellen nennenswerte Unterstützung finden. Das monarchistische System wurde wider Erwarten von der Mehrheit als "notwendiges Übel" akzeptiert, da nur auf diese Weise Frieden und Ordnung aufrecht zu erhalten schienen. Antonius ließ die Aufrührer verhaften und nach einem kurzen Prozess ins Exil schicken. Kurz darauf nahm er den Titel Caesar an und heiratete Caesars Großnichte Octavia Minor. Antonius, der Zeit seines Lebens mehr Soldat als Politiker war, bereitete umgehend nach seiner Machtübernahme einen weiteren Feldzug gegen die Parther vor. Sein Ziel war es, Caesars Ambitionen fortzuführen und Alexander dem Großen nachzueifern. Für Antonius spielte auch die Vereinigung aller Gebiete, die einst unter griechischem Einfluss standen, unter römische Herrschaft zu bringen, eine Rolle.Für das Jahr 35 setzte Antonius seinen Mitstreiter Marcus Aemilius Lepidus als Mitkonsul ein (trotz seines Caesaren-Titels bekleidete Antonius auch das Konsulat, um zumindest teilweise an die alten republikanischen Traditionen anzuknüpfen). Gaius Octavius, der von Caesar als Antonius Nachfolger vorgesehen wurde, nahm zu Antonius Ärger schon zu diesem Zeitpunkt ebenfalls den Titel Caesar an und nannte sich Octavianus Caesar, wodurch Antonius stets einen Putschversuch seines "Erben" fürchtete. Aus diesem Grund nahm er Octavian und dessen Feldherr Agrippa mit auf seinen Partherfeldzug, um diese stets beobachten zu können.  

Antonius Partherfeldzug (35 - 33 v. Chr.)

Für einen weiteren Feldzug gegen die Parther bestand keine, nach römischen Verständnis, gerechtfertigte Voraussetzung, da König Phraates IV. den mit Caesar geschlossenen Vertrag einhielt und sogar ein freundschaftliches Verhältnis zu den Statthaltern der angrenzenden römischen Provinzen unterhielt.Ein für Antonius günstiger Umstand war jedoch der Aufstand des Tiridates gegen die Herrschaft des Phraates. Antonius stufte Phraates in offiziellen Verlautbarungen als Klientelfürst ein, zu dessen Schutz er in den parthischen Bürgerkrieg eingreifen müsse. Antonius primäres Ziel war jedoch nicht die Niederwerfung des Tiridates-Aufstandes, sondern die vollständige Eingliederung des Partherreiches in den römischen Herrschaftsbereich. So zog Antonius nicht gegen das von Tiridates kontrollierte Tabae, sondern gegen das strategisch wichtigere Hecatompylos in der Heimatregion der Parther. Dies diente als Machtdemonstration Roms und zugleich zur Demoralisierung der Parther, um deren Ohnmacht gegenüber der "römischen Weltherrschaft" zu manifestieren. Phraates sandte Boten zu Antonius und bot diesem die Satrapien Persis und Carmania an, sofern Antonius die übrigen parthischen Gebiete unangetastet ließe. Nachdem Antonius auch ein zweites und drittes Friedensgesuch des Königs ablehnte, einigte sich dieser mit dem rebellierenden Tiridates und machte diesen zu seinem obersten Feldherr. Obwohl seiner einstigen Größe beraubt, war das Partherreich noch immer ein für Rom ernstzunehmender Gegner, wodurch Antonius ursprünglicher Plan, den Feldzug innerhalb eines Jahres abzuschließen, nicht erfolgreich war.Antonius zog zwar plündert durch die Region Parthia, was ein schwerer moralischer Schlag für die parthische Adelsschicht war, aber aus militärischer Sicht kaum Auswirkungen auf den Verlauf des Feldzuges hatte. Phraates war mittlerweile nach Tabae gezogen und hatte sein Heer mit dem des Tiridates vereint. Die Parther waren von da an in der Lage, die Versorgungslinien des Antonius zu bedrohen. Dies zwang Antonius zum Rückzug aus Parthia, was in Rom als demütige Niederlage empfunden wurde. Die demoralisierende Wirkung drehte sich nun zuungunsten der Römer. Phraates und Tiridates marschierten indessen auf Rhagae, dem wichtigsten römischen Versorgungsdepot im Partherreich. Mit Gewaltmärschen gelang es Antonius, die Stadt vor den Parthern zu erreichen. Kurz darauf kam es zum ersten größeren Gefecht des Krieges, doch obwohl die Parther langsam die Oberhand gewannen, brachen sie das Gefecht ab, da die römische Versorgungslage deutlich besser war und Antonius einer Belagerung mehrere Monate lang standhalten könnte. Das parthische Heer setzte sich nach Westen ab und marschierte auf Mesopotamien, um den Kampf ins römische Gebiet zu tragen. Phraates hoffte Antonius dadurch aus dem Partherreich locken zu können und in einen langwierigen Krieg zu verwickeln, wohlwissend, dass Antonius einen schnellen Sieg angestrebt hatte und möglicherweise doch zu einem Friedensschluss bereit wäre.Der parthische König unterschätzte jedoch die Übermacht des römischen Heeres. Ohne dass Antonius auch nur eine einzige Kohorte abziehen musste, konnte der von Lepidus entsandte Gaius Sosius neun Legionen zusammenziehen, um Mesopotamien zu verteidigen.Zwischen zwei römischen Armeen stehend war die parthische Situation aussichtslos und die Strategie des Phraates gescheitert. Aus diesem Grund wurde dieser von Tiridates ermordet, der sich zum parthischen König aufschwung. Tiridates stimmte sein Heer und sein Volk auf einen Kampf bis zum letzten Mann ein. Den Römern versprach er, ihnen so viele Verluste zuzufügen, sodass ihr voraussichtlicher Sieg wie eine bittere Niederlage schmecken würde. Tiridates setzte sich in den Osten ab und hinterließ nur verbrannte Erde, um den Römern die Versorgung ihres Heeres unmöglich zu machen. Doch Tiridates unterschätzte wie auch schon sein Vorgänger die logistischen Fähigkeiten der Römer, die ihr Heer aus Mesopotamien und Ägypten vollständig versorgen konnten. Antonius marschierte erneut in Parthia ein, während Sosius Tiridates auf der südlichen Route verfolgte. Im Februar 34 erreichte Sosius Persepolis, die Hauptstadt des alten Perserreiches. Antonius hatte mittlerweile Baktrien erreicht und wandelte auf den Spuren Alexanders.  Zudem führte er viele griechische Gelehrte mit sich, die sich im einstigen Nachfolgereich Alexanders niederließen. Antonius brachte weitere griechische Kolonisten nach Baktrien und gründete die Stadt Antonia Bactria. Außerdem belebte er das gräko-baktrische Reich wieder und setzte Zoilos II. als Klientelkönig ein. Die Errichtung eines römischen Klientelstaates in den östlichen Ausläufern des Partherreiches zeigte deutlich, wie weit der römische Arm reichte, ohne dass zuvor ein entscheidender militärischer Sieg errungen werden musste.Antonius zog nun südwärts nach Drangiana, wohin sich Tiridates zurückgezogen hatte, um den entscheidenden militärischen Sieg "nachträglich" zu erringen. Tiridates, der sich auch weiterhin von zwei römischen Armeen bedrängt sah, wollte eine Vereinigung der beiden feindlichen Armeen um jeden Preis vermeiden und diese einzeln schlagen. Aus diesem Grund zog er Antonius entgegen, vielleicht auch mit dem Ziel, den römischen Kaiser zu töten, da sich damit die Hoffnung verband, dass der römische Feldzug dann abgebrochen werden würde.Bei Farah trafen die beiden Armeen aufeinander. Tiridates erwies sich als fähiger Feldherr, der seine Männer auch dieser aussichtslosen Lage zu motivieren wusste. Zeitweise konnten die Parther sogar die Oberhand gewinnen, als die Kataphrakte Antonius Reiterei in die Flucht schlugen. (Dies sollte der letzte große Moment der parthischen Kavallerie der Geschichte sein). Doch Antonius

bediente sich der Strategie Caesars in der Schlacht von Pharsalos und setzte eine vierte Schlachtreihe gegen die Kataphrakte ein und schlug diese in die Flucht. Dies und die zurückkehrende römische Reiterei besiegelten das Schicksal des Partherreichs. Tiridates nahm sich noch während der Schlacht das Leben, woraufhin seine Armee sich gänzlich auflöste.Man kann sagen, dass es Caesar zwar nicht gelungen war, das Partherreich vollständig zu erobern, aber es war seine Taktik, die den entscheidenden Sieg brachte. Die parthische Herrschaft brach nun zusammen und mehrere Lokalfürsten erhoben Anspruch auf die parthische Krone. Dies zwang Antonius noch ein weiteres Jahr im Osten zu bleiben. Doch bis Mitte 33 waren alle Aufstände niedergeschlagen und Antonius war bis zum Indus vorgestoßen. Er zog triumphal in Antonia Bactria ein, wo er als neuer Dionysos verehrt wurde. Antonius errichtete mehrere Provinzen auf dem ehemaligen Gebiet des Partherreichs, bestätigte Zoilos als Klientelfürst und entsandte Händler und Boten nach Indien. Schließlich zog er über Persepolis, Susa und Babylon zurück in den Westen. Seine Reise glich einem einzigen, langen Triumphzug. Bevor er nach Rom zurückkehren konnte, musste er jedoch bei Thronstreitigkeiten in Armenien eingreifen, die er mit der Umwandlung Armeniens in eine römische Provinz löste. Zurück im Rom verlieh ihm der Senat die Titel Parthicus und Magnus, wodurch Antonius in eine Reihe neben Pompeius und Caesar gestellt werden kann.

Das Römische Reich nach Antonius Partherfeldzug (33 v. Chr.)

Hellenisierung und Sklavereigesetze (ab 30 v. Chr.)

Nachdem die Siegesfeiern abgeklungen waren, setzte Antonius ein umfassendes Reformwerk in Kraft, um die römische Herrschaft abzusichern. Er erließ die Lex Antonia, die die Versklavung von Griechen verbot. Antonius förderte die griechische Kultur, der er sehr zugetan war. Darüber hinaus betrachtete er diese als der römischen überlegen. So erklärte er gegenüber dem Senat, dass die Römer jeden Krieg gegen die Griechen verlieren würden, wenn Krieg mit Waffen des Geistes und nicht mit Schwertern geführt werden würden. Antonius Förderung der Griechen entsprang jedoch auch seinem Kalkül, die Griechen für seine Zwecke, vor allem in den neu eroberten Provinzen des Ostens einzusetzen. Antonius erkannte, dass die Römer nicht zahlreich genug waren, um das riesige Reich zu kontrollieren und so bedurfte es einem zweiten herrschendem Volk.

Antonius Reformen stießen auf vielerlei Kritik innerhalb der römischen Aristokratie, doch seine Popularität beim Plebs war so groß, dass sich niemand wagte, Antonius entgegenzustellen. Allerdings gelang es Octavian die Kritiker zu umgarnen und geschickt um sich zu sammeln.

Konflikt und Einigung mit Octavian (27 - 25 v. Chr.)

Vorbereitung des Germanienfeldzuges und Tod (19 v. Chr.)

Das Prinzipat des Augustus (19 v. Chr. - 14 n. Chr.)

Germanienfeldzug (19 v. Chr. - 9 n. Chr.)

Augusteische Reichsreform (16 v. Chr.)

Das Römische Reich nach der Augusteischen Reichsreform (16 v. Chr.)

Arabienfeldzug (15 - 14 v. Chr.)

Pax Romana und Tod (14 n. Chr.)

Das Prinzipat des Tiberius (14 - 37)

Das Prinzipat des Caligula (37 -41)

Das Prinzipat des Claudius (41 - 54)

Das Prinzipat des Nero (54 - 68)

Das Prinzipat des Vespasian (68 -79)

Das Prinzipat des Titus (79 - 81)

Das Prinzipat des Domitian (81 - 96)

Das Prinzipat des Nerva (96 - 98)

Das Prinzipat des Trajan (98 - 117)

Trajans Asienfeldzug (106 - 117)

Das Römische Reich in seiner größten Ausdehnung nach Trajans Asienfeldzug (117 n. Chr.)

Das Prinzipat des Hadrian (117 - 138)

Das Römische Reich mit Hadrianswall (138 n. Chr.)

Das Prinzipat des Antoninus Pius (138 - 161)

Das Prinzipat des Mark Aurel (161 - 180)

Das Prinzipat des Commodus (180 - 192)

Das Prinzipat des Septimius Severus (192 - 211)

Das Prinzipat des Caracalla (211 - 235)

Die Reichskrise des 3. Jahrhunderts und der Verlust der ostasiatischen Provinzen (235 - 284)

Das Prinzipat des Diokletian (284 - 305)

Die römische Tetrarchie

Das Kaisertum Konstantins des Großen (305 - 337)

Konstantins Baktrien-Feldzug

Konstantins Reichsreform - Gründung der vier Hauptstädte

Die Gründung von Augusta Treverorum

Die Gründung von Nova Roma (Konstantinopel)

Die Gründung der Colonia Constantinia

Die Gründung von Caesarea Asiana

Das Kaisertum Julians (360 - 363)

Julians Feldzug in die Innere Mongolei und der Beginn der Völkerwanderung

LegionsadlerRömer.png
Zeitlinien des Römischen Reiches
LegionsadlerRömer.png

Publica Romanum | Römische Republik Gallien | Frühere Exploration | Caesars Scheitern | Vespasians kleines Reich | Kirchenstaat Westrom | Constantins Entscheidung | Die Zeitmaschine Karls des Großen | Brot und Spiele | Römisches Weltreich

Advertisement