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Dies ist die Einführungsseite der Alternativgeschichte Two Nations - One Voice von Sandrokottos Diese Zeitlinie basiert auf einem Szenario, das Grundlage der Doppelfolge "Sturmfront" der 4. Staffel der Fernsehserie Star Trek: Enterprise war. ZdA ist die Ermordung Lenins im Jahr 1916, kurz vor der russischen Revolution, die daher einen anderen Verlauf nimmt und damit an wesentlichen Stellen die Grundvoraussetzungen des II. Weltkriegs verschiebt. Ohne Lenin erfolgt keine Oktoberrevolution und Russland wird nie kommunistisch. Entsprechend betrachtet Hitler die Westmächte als die größere Bedrohung und den gefährlicheren Hort antideutscher "finanzjüdischer" Kräfte. Das Dritte Reich konzentriert den Hauptteil seiner Kräfte auf den Westen und erobert nach Frankreich, Belgien und den Niederlanden bald auch England und die Ostküste der Vereinigten Staaten. Damit hat es aber - ähnlich wie in UZL - seine Kräfte überdehnt und beginnt ab 1944, an allen Fronten an Boden zu verlieren.

Vom eigentlichen ZdA und den Grundzügen des Szenarios abgesehen werden aber wesentliche Teile der Episodenhandlung, nicht zuletzt natürlich die Anwesenheit der Enterprise und anderer Zeitreisender aus der Zukunft, die mit den Nazis zusammenarbeiten, im Weiteren ausgespart. Es lässt sich auch innerhalb der Episode weder ein Anhaltspunkt dafür finden, dass die Außerirdischen mit der Ermordung Lenins in Zusammenhang gebracht werden können, noch dass sie wesentlichen Einfluss auf das Kriegsgeschehen genommen hätten. Im Gegenteil beklagt sich ein Generalmajor der Wehrmacht mehrfach über deren leere Versprechungen.

Erster Akt: Der Tod eines Exilanten

Lenin

Der ermordete Lenin auf seinem Totenbett in Bern, 1916

Seit vielen Jahren lebt der verschrobene radikale Sozialist Wladimir Iljitsch Uljanow, nenannt Lenin, bereits im Schweizer Exil. Von einer kurzen Episode während der Russischen Revolution von 1905 abgesehen hat er sein Land seitdem nie wieder betreten. Die von ihm begründete bolschewistische Bewegung geht mittlerweile eigene Wege und arbeitet mit anderen sozialistischen Kräften in einer Einheitsfront zusammen. 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde der Berufsrevolutionär von einem unbekannten Täter in Bern auf offener Straße erschossen. In seiner Heimat Russland, dessen Frontlinien unter dem deutschen Ansturm immer mehr zusammenbrachen, weinte ihm kaum jemand eine Träne nach. Der Mörder konnte nie gefasst werden, auch weil Augenzeugen aussagten, der Täter habe sich einfach "in Luft aufgelöst".

Der Erste Weltkrieg (1914-1918)

Die im Zuge eines allgemeinen Wettrüstens zu waffenstarrenden Vernichtungsmaschinerien angeschwollenen Streitkräfte der europäischen Staaten befanden sich seit dem Beginn des Jahrhunderts bereits mehrfach an der Schwelle zum Krieg, der bisher jedoch nie ausgebrochen war. Als am 28. Juni 1914 der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz-Ferdinand in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo erschossen wurde, glaubte zunächst niemand an einen Kriegsausbruch. Erst eine Verkettung unglücklicher Einzelentscheisdungen sorgte dafür, dass zunächst Österreich, Serbien, dann Russland Österreich und Deutschland Russland den Krieg erklärten. Es folgten die Kriegserklärung Frankreichs an Deutschland und Österreich sowie nach dem Einmarsch der Deutschen in das neutrale Belgien die britische Kriegserklärung an die Mittelmächte. Später schlossen sich noch Bulgarien und das Osmanische Reich den Mittelmächten an.

Der Krieg entwickelte sich bald an allen Fronten zu einem erbitterten Stellungskrieg, in dem bei minimalen gegenseitigen Geländegewinnen hunderttausende von Soldaten ihr Leben verloren. Besonders an der Westfront in Frankreich lieferten sich Deutsche, Briten und Franzosen erbitterte Grabenkämpfe. Nur an der Ostfront in Polen konnte nach den Schlachten bei Tannenberg und an den Masurischen Seen ab 1915 der Stellungskrieg erfolgreich beendet und ein Vorstoß bis tief ins russische Kernland eingeläutet werden, der bis 1917 zum vollständigen Verlust des Baltikums und der Unabhängigkeit Finnlands führte. Die innenpolitische Lage in Russland wurde immer schwieriger, sodass Zar Nikolaus nach einer großflächigen Meuterei der Ostseeflotte und Arbeiteraufständen abdanken musste. Die Macht übernahm eine provisorische, vom Parlament (Duma) getragene demokratische Regierung, die für den November 1917 zu einer Verfassungsgebenden Nationalversammlung aufrief und Wahlen vorbereitete, während sie außenpolitisch entschlossen war, den Krieg unter allen Umständen fortzusetzen. Die russische Armee setzte ihren Kampf gegen die Mittelmächte im Bund mit Frankreich und Großbritannien bis zur deutschen Kapitulation im November 1918 fort.

Gegen Ende des Jahres 1918 waren die Mittelmächte endgültig in die Defensive geraten, nachdem sie mit Durchbrüchen an den Fronten in Italien und Serbien zunächst noch an Boden zu gewinnen schienen. Doch dann schieden das Osmanische Reich und Bulgarien aus dem Krieg aus, von Griechenland aus stießen britische und italienische Truppen ins Innere Serbiens vor und die Slawen in Österreich-Ungarn erhoben sich gegen die Donaumonarchie. Das Habsburgerreich brach zusammen. Nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten und dem Eintreffen der US-Truppen in Frankreich mussten die Deutschen über Belgien zurückweichen. Im November begannen zuerst die Matrosel in Kiel zu meutern, die die Oberste Heeresleitung in eine Entscheidungsschlacht gegen die britische Flotte schicken wollte, die den sicheren Tod bedeutet hätte. Bald schlossen sich auch andere Einheiten, Werftarbeiter und andere Teile der Bevölkerung dem Aufstand an, der in eine Revolution mündete. Kaiser Wilhelm II. dankte ab und ging ins niederländische Exil. Die geschäftsführende Reichsregierung unter dem Sozialdemokraten Ebert erklärte die Kapitulation Deutschlands und Philipp Scheidemann rief vom Balkon des Reichstagsgebäudes herab die Republik aus, während linke Gruppen zeitgleich eine Räterepublik ausriefen. Ähnlich wie in Russland waren die ersten Monate nach dem Kriegsende vom Gegensatz der auf dem Reichstag fußenden Reichsregierung einerseits und den Arbeiter- und Soldatenräten andererseits geprägt. Als sich die sozialdemokratische Reichsregierung mit rechten Militärs verbündete und die Rätestrukturen blutig zerschlug, war der Machtkampf im Reich vorerst zugunsten einer parlamentarischen Republik entschieden, hatte aber die linken Kräfte zwischen der radikalsozialistischen USPD und der sozialdemokratischen SPD endgültig gespalten.

Friedensverträge und Zwischenkriegszeit

Am 28. Juni 1919 unterschrieb die deutsche Delegation in Versailles den von den Entente-Mächten Großbritannien, Frankreich und Russland sowie den Vereinigten Staaten diktierten Friedensvertrag, der Deutschland zwang, große Gebiete abzutreten, sein Militär beinahe vollständig abzurüsten, massive Reparationen zu leisten und die alleinige Kriegsschuld zu übernehmen. Der Hass auf das "Diktat von Versailles" belastete die junge deutsche Republik nachhaltig und sollte später einer der wesentlichen Faktoren für den Aufstieg der Nationalsozialisten sein.

Ganz Europa wurde - wesentlich im Sinne der Vorstellungen des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson - neu geordnet. Das von ihm postulierte Selbstbestimmungsrecht der Völker führte zur Gründung zahlreicher neuer Nationalstaaten in Osteuropa. Der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn wurde zerschlagen. Auf seinem Gebiet entstanden die neuen Staaten Tschechoslowakei und Jugoslawien. Rumänien annektierte Siebenbürgen und Italien Südtirol und Istrien. Galizien wurde Teil der neuen Staaten Polen und Ukraine. Daneben entstanden auf dem Gebiet des zerfallenen russischen Zarenreiches die Staaten Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Georgien, Armenien, Aserbaidschan und Alasch Orda. Ein Teil dieser neuen Nationalstaaten bildete mit Russland die "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten". Das amputierte Russland fühlte sich von seinen Alliierten verraten, sodass sich dort - wie auch in der Siegernation Italien - unter der Bevölkerung eine starke revisionistische Grundhaltung entwickelte.

Aufgrund massiver ethnischer Spannungen kam vor allem Osteuropa in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg nicht zur Ruhe. Ein Krieg Polens gegen die Ukraine, Litauen und Weißrussland endete 1923 unter Vermittlung des Völkerbundes mit einem Waffenstillstand auf Basis des Status quo, Armenien und Aserbaidschan befehdeten sich jahrelang um die armenische Exklave Berg-Karabach. Der Griechisch-Türkische Krieg führte 1922 zur Entstehung der modernen Republik Türkei und der Vertreibung der Griechen aus Kleinasien. Auch der serbisch-kroatische Gegensatz in Jugoslawien blieb bis zum Beginn der 40er Jahre ein ständiger Herd der Unruhe auf dem Balkan.

Die Zwischenkriegszeit in Deutschland

Nach der Novemberrevolution im Deutschen Reich und dem Zusammenbruch der Monarchie kam es im Verlaufe des nächsten halben Jahres immer wieder zu Kämpfen zwischen kaiserlichem Militär und revolutionären Gruppen um die USPD und den Spartakusbund. Am 14. August 1919 trat schließlich nach langer Beratung im thüringischen Weimar die republikanische Reichsverfassung in Kraft. Sie ersetzte den Kaiser durch einen mit umfassenden Vollmachten ausgestattetet Reichspräsidenten, der die Reichsregierung ernennen und entlassen, den Reichstag auflösen und per Notverordnung in Ausnahmefällen selbst die Legislative an sich ziehen konnte. Dem Reichstag als demokratischer Volksvertretung stand mit dem Reichsrat ein Gremium gegenüber, das die föderale Struktur des Reiches durch Beteiligung der Landesregierungen abbildete. Daneben sollte ein Staatsgerichtshof Streitfälle zwischen Reich und Ländern schlichten, war aber kein Verfassungsgericht im heutigen Sinne mit Prüfungskompetenz über die Gesetze.

Die junge Republik war von Beginn an durch die hohen Reparationslasten an einer wirtschaftlichen Genesung gehindert, die im Laufe der Jahre zahlreiche Kanzler stürzen ließ. Deutschland war außenpolitisch isoliert, das Rheinland von alliierten Truppen besetzt und die Reichswehr entzog sich nachhaltig der Kontrolle durch die demokratisch gewählten Institutionen und bildete einen "Staat im Staate". Zwischen 1919 und 1923 versuchten verschiedene Gruppen, zumeist von rechts, die Republik zu stürzen. 1920 kam es in Berlin zum Kapp-Putsch, 1923 versuchten Adolf Hitler und Erich Ludendorff von München aus, die Macht an sich zu reißen. Zwar scheiterten alle diese versuch, doch konnten die Schuldigen mit der Milde der Gerichte rechnen, die noch stark in kaiserlichen Denkmustern verhaftet waren, sodass man ihnen vielfach nachsagte, "auf dem rechten Auge blind" zu sein.

Erst nach dem Ende der Inflation 1924 trat eine gewisse Stabilisierung der Republik ein, die die demokratischen Parteien, vor allem die SPD, das katholische Zentrum und die liberale DDP stärkte, die seit 1920 im Reich und in vielen Ländern sogenannte "Weimarer Koalitionen" (angelehnt an die Reichsfarben und Parteifarben Schwarz, Rot und Gold) bildeten. Doch führte die Klientelpolitik der meisten Parteien zu immer neuen Regierungskrisen, sodass sich die Reichsregierungen in schneller Folge die Klinke in die Hand gaben und keine Kontinuität hergestellt wurde. Nicht zuletzt untergrub diese ewige Zerstrittenheit aber auch das Vertrauen weiter Bevölkerungsteile in die Parteiendemokratie. 1925 nach dem Tod des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) wurde der Weltkriegsgeneral Paul von Hindenburg, ein erklärter Republikgegner, sein Nachfolger.

Als 1929 die Weltwirtschaftskrise begann, die zu Massenarbeitslosigkeit und einem weitgehenden Zusammenbruch des Sozialstaats führte, begann der Aufstieg radikaler Parteien, allen voran der NSDAP unter Adolf Hitler. Nach der Reichstagswahl 1930 war die NSDAP die zweitstärkste Fration im Reichstag und regierte kurzzeitig im Land Thüringen mit. Nach dem Sturz der Regierung Müller im März 1930 kam keine auf das parlament gestützte Regierung mehr zustande. Der neue Reichskanzler Heinrich Brüning regierte daher am Reichstag vorbei mittels Notverordnungen des Reichspräsidenten. Auch die nachfolgenden Regierungen von Franz von Papen und Kurt von Schleicher bedienten sich dieser "Ersatzgesetzgebung", um ihre Vorstellungen gegen das Parlament durchzusetzen. Bei den beiden Reichstagswahlen des Jahres 1932 erreichte Hitlers NSDAP beide Male über 30% der Stimmen und wurde damit die mit Abstand stärkste Partei. Dieser Wahlerfolg war nicht zuletzt ihrer fortgesetzten Hetze gegen die Westmächte und das "Diktat von Versailles" zuzuschreiben, hinter denen sie eine gegen das Deutsche Volk gerichtete "jüdische Weltverschwörung" am Werke sahen. Auch Anklänge an sozialistische Forderungen fanden Eingang in das Programm der Nationalsozialisten, sodass man sie mit einigem Recht als Archetypus dessen ansehen kann, was heute unter einer "Volkspartei" verstanden wird, während die meisten anderen Parteien eine bestimmte Klientel - und auch nur diese - bedienten.

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichpräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler schließlich zum Reichskanzler, der sofort daran ging, politische Gegner, vor allem Sozialisten und Sozialdemokraten, zu verfolgen. Im März ließ er sich vom Reichstag im sogenannten Ermächtigungsgesetz die gesetzgebende Gewalt übertragen, sodass die Reichsregierung unabhängig von Parlament und Präsident agieren konnte. Es folgten die Auflösung aller Parteien neben der NSDAP, die "Gleichschaltung" der Länder und erste diskriminierende Maßnahmen gegen die Juden im Reich.

Die Gefangenen wurden in Konzentrationslagern untergebracht, wo sie systematisch von Mitgliedern der SA misshandelt wurden. Später wurden die Lager auch mit "Asozialen", Homosexuellen, Kriminellen, Sinti und Roma, sowie Ernsten Bibelforschern (Zeugen Jehovas) gefüllt. Alle diese waren den Torturen der Schergen des Systems hilflos ausgeliefert, da die Konzentrationslager außerhalb des Rechtssystems agierten.

Außenpolitisch konnte 1935 nach einer Volksabstimmung das Saargebiet wieder ins Reich eingegliedert werden. Noch im gleichen Jahr wurde die Wehrpflicht entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrages wieder eingeführt. 1936 besetzten Truppen der Wehrmacht das entmilitarisierte Rheinland, was einen weiteren Verstoß gegen den Vertrag darstellte. Der größte Erfolg gelang Hitler schließlich 1938, als er Österreich und das Sudetenland dem Reich anschloss. 1939 ließ er die Überreste der einstigen Tschechoslowakei besetzen und zum Reichsprotektorat Böhmen und Mähren ausrufen.

Zugleich begann das Deutsche Reich mit einer massiven Aufrüstung, die nichts anderes bedeuten konnte als den Versuch, die Nachkriegsordnung in Europa gewaltsam umzustürzen. Die Alliierten reagierten allerdings zunächst mit einer Beschwichtigungspolitik (Appeasement), weil sie meinten, durch Entgegenkommen Hitlers aggressive Methoden ins Leere laufen zu lassen. Spätestens mit dem Einmarsch in die Tschechoslowakei offenbarte sich das Scheitern dieser Strategie. Hitler begann derweil, da er nicht an ein Eingreifen der Alliierten glaubte, mit Kriegsvorbereitungen gegen Polen, Weißrussland und die Ukraine, die gemäß der nationalsozialistischen Ideologie als "Lebensraum im Osten" für die Deutschen erschlossen werden sollten.

Die Zwischenkriegszeit in Russland und Osteuropa

Auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Zarenreichs waren im Gefolge der Februarrevolution und des deutschen Vormarsches zahlreiche neue Staaten entstanden, mit denen die innerlich geschwächte und militärisch zerbrochene Russische Republik sich abfinden musste, da sie nicht die nötigen Kräfte aufbringen konnte, um diese Gebiete militärisch wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Schon nach der deutschen Besetzung hatten sich polnische, weißrussische, baltische und ukrainische Nationalregierungen gebildet, die nun eigene Staaten in Osteuropa gründeten. Nach anfänglichen Versuchen der Russen, zumindest in der Ukraine wieder Fuß zu fassen, musste die Regierung in Petrograd schließlich die politischen Realitäten schmerzvoll anerkennen und die Unabhängigkeit der osteuropäischen Nationalstaaten hinnehmen. Auch Zentralasien und der Kaukasus machten sich unabhängig. Russland schrumpfte dadurch um ein Drittel bezogen auf die Vorkriegsgröße zusammen und verlor wesentliche Industrie- und Wirtschaftszentren.

Durch den langen Krieg war der Rubel wertlos geworden, die Industrie lag am Boden und an eine effektive Verwaltung war erst einmal nicht zu denken. Die materielle Unterstützung, die Briten und Amerikaner den Russen in den folgenden Jahren gewährten, stabilisierte zunächst die russische Demokratie, die aber von einem nachhaltigen Gegensatz zwischen linken und bürgerlich-konservativen Kräften geprägt blieb. Nachdem im November 1917 die Konstituierende Versammlung eine Verfassung ausgearbeitet hatte, die schließlich noch im Sommer 1918 während des Krieges in Kraft trat, beschlossen die Sowjets (Arbeiter- und Soldatenräte) ihre Selbstauflösung zugunsten des demokratisch gewählten Parlaments, der Duma. In der Duma bildeten Sozialdemokraten und Liberale eine Regierung unter Präsident Alexander Kerenski, der bereits seit dem 21. Juli 1917 Vorsitzender der Provisorischen Regierung gewesen war.

Neben der Wirtschaftskrise musste sich die neue Regierung auch mit Aufständen der im russischen Gebiet verbliebenen Völkerschaften herumschlagen. Allen voran die Tschetschenen im Kaukasus strebten nun nach Unabhängigkeit. Kerenski ließ das Militär einmarschieren. Die Tschetschenen verlegten sich auf einen Partisanenkampf und konnten die russische Armee so viele Jahre lang in einen blutigen Kleinkrieg verwickeln. 1926 forderte der Oberbefehlshaber des Heeres, Kornilow, diktatorische Vollmachten zur effektiven Bekämpfung des Aufstands in Tschetschenien. Die Regierung ging nicht darauf ein und entließ Kornilow von seinem Posten. Ein daraufhin erfolgter Militärputsch Kornilows brach aufgrund mangelnder Unterstützung in den eigenen Reihen bald in sich zusammen.

Die Weltwirtschaftskrise führte auch in Russland zum Aufstieg nationalistischer und revisionistischer Parteien, sodass Kerenskis Mitte-Links-Bündnis 1931 nach schweren Zerwürfnissen endgültig zerbrach. Alexander Koltschak, der Kommandant der Schwarzmeer-Flotte, wurde Präsident einer nationalkonservativen Regierung, die sich in den folgenden Jahren vor allem mit der japanischen Expansion in der Mandschurei auseinandersetzen musste.

Der Zweite Weltkrieg

Als Hitler am 1. September 1939 Polen überfiel, erklärten Großbritannien, Frankreich und Russland dem deutschen Reich entsprechend dem Beistand, den sie den Polen zugesichert hatten, am 3. September den Krieg. Polen fiel innerhalb weniger Wochen und die Westalliierten zeigten nur mäßiges Interesse daran, einen Vorstoß auf deutsches Gebiet zu wagen. Der sogenannte "Sitzkrieg" endete nach der Besetzung von zehn Ortschaften nahe der Grenze durch die französische Armee in monatelanger Untätigkeit beider Kriegsparteien. Russland war ohnehin durch weißrussisches und litauisches Gebiet von Deutschland getrennt und hatte zudem mit der Ukraine einen deutschen Verbündeten im Nacken. Derweil lieferten sich Großbritannien und Deutschland ein Wettrennen um den Zugang zu den Marinestützpunkten in Norwegen, wobei Deutschland schließlich die Oberhand gewann. Die Briten mussten sich zurückziehen und die Premierminister Chamberlain stürzte über dieses Debakel. Sein Nachfolger wurde Winston Churchill, der die Briten rastlos antrieb, standhaft zu bleiben.

Der Fall Frankreichs

Am 10. Mai 1940 begann schließlich der deutsche Frankreichfeldzug, der bis zum 25. Juni zur Besetzung und Kapitulation Frankreichs, Belgiens und der Niederlande führte. Wie bereits in Polen wurde die Luftwaffe eingesetzt, um Terror zu verbreiten. Die niederländische Stadt Rotterdam wurde von deutschen Bombern in Schutt und Asche gelegt. Nach der Einnahme von paris am 14. Juni kapitulierte die französische Armee am 25. Juni bedingungslos vor den deutschen. Frankreich wurde zu zwei Dritteln besetzt. Das bei Dünkirchen eingekesselte britische Expeditionskorps wurde am 2. und 3. Juni vollständig aufgerieben. Die Überlebenden gerieten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Damit waren die einzigen regulären und gut ausgebildeten Truppen des Vereinigten Königreichs ausgeschaltet.

Eroberung Englands

Ab dem August 1940 begann die deutsche Luftwaffe mit massiven Luftangriffen auf Großbritannien, um der Royal Air Force die Luftüberlegenheit abzutrotzen. Bis zur Jahresmitte 1940 war die britische Luftwaffe so geschwächt, dass eine erfolgreiche Durchführung der Operation Seelöwe, der Invasion Großbritanniens, möglich wurde. Am 20. September 1940 erteilte Hitler den Angriffsbefehl. Im Vorfeld hatten deutsche U-Boote den Ärmelkanal zu beiden Seiten vermint, um die Royal Navy auszusperren und frei operieren zu können. Die eigentliche Landung erwies sich als sehr verlustreich, doch konnten die Briten, nachdem erst einmal schweres Gerät an Land gebracht worden war, dem deutschen Vormarsch nur noch wenig entgegen setzen. Nachdem die Deutschen bereits am 29. September London eingenommen hatten, flohen die Königsfamilie und Premierminister Winston Churchill nach Kanada, von wo aus sie ihren Kampf gegen die Nazis fortzusetzen gedachten. In London wurde eine Marionettenregierung unter Oswald Mosley eingesetzt. Der deutschenfreundliche König Edward VIII. kehrte aus dem französischen Exil zurück und bestieg erneut den Thron.

Die Royal Navy zog sich nach Kanada zurück, während die Deutschen das gesamte Vereinigte Königreich besetzten. Nordirland wurde an Irland abgetreten, das sich in der Folge wohlwollend neutral verhielt. Das seit Mai 1940 britisch besetzte Island wurde noch im Spätherbst von der deutschen Kriegsmarine besetzt, wenig später auch die Färöer und Grönland. Letzteres sollte als "Sprungbrett nach Amerika" von zentraler Bedeutung sein. Nachdem die britische Flotte sich aus Europa zurückgezogen hatte, erklärte Deutschland den "uneingeschränkten U-Boot-Krieg" und ließ alle Werften vermehrt Unterseeboote konstruieren.

Kämpfe in Nordafrika und auf dem Balkan

Durch die immer massiver werdende deutsche Päsenz im Atlantik wagte die Royal Navy keinen ernstzunehmenden Vorstoß nach Osten mehr. Die Briten konzentrierten sich stattdessen auf Nordafrika, wo sie den Italienern erheblich zusetzten, sodass Deutschland gezwungen war, Truppen zur Unterstützung der Verbündeten zu schicken.

1941 griffen die Italiener zusätzlich Griechenland an, wurden aber zurückgeschlagen. Hitler reagierte, indem er die Wehrmacht im Balkanfeldzug in Jugoslawien und Griechenland einmarschieren ließ und damit zugleich eine britische Landung in Griechenland zunichte machte. Die deutsche Landung auf Kreta war die erste groß angelegte Luftlandeoperation der Militärgeschichte und endete für die deutschen Fallschirmspringer in einem Desaster. Doch der Balkan war danach fest in deutscher Hand und die Briten, von Gibraltar und Malta einmal abgesehen, aus dem Mittelmeer vertrieben.

Die Invasion in den Vereinigten Staaten

So konnte schließlich im März 1942, nur drei Monate nach der Zerstörung der amerikanischen Pazifikflotte durch die Japaner in Pearl Harbor, die größte Landungsoperation aller Zeiten beginnen: Die deutsche Invasion der Vereinigten Staaten. Insgesamt waren etwa 120 Divisionen, davon 20 Panzerdivisionen, für dieses Unternehmen vorgesehen, die im Laufe des Winters nach Grönland und Island eingeschifft wurden. Die ersten Landungen erfolgten in Maine und Massachusetts, vorbereitet von Fallschirmspringern und Ensatzkräften, die per U-Boot ans Festland gebracht wurden. Diese sicherten einen Brückenkopf, der dem Rest der Invasionsstreitmacht die Möglichkeit zur Landun eröffnete. Innerhalb weniger Wochen waren große Teile der Neuenglandstaaten von der Wehrmacht besetzt.

Die völlig überrumpelten Amerikaner konnten der Invasion zunächst nichts entgegensetzen. Die an der Ostküste stationierten Einheiten der US Army wurden bald hinter die Appalachen zurückgezogen, um dort eine effektive Verteidigung aufbauen zu können. Die US-Regierung verließ das Weiße Haus und siedelte nach San Francisco über, weit außerhalb der Reichweite deutscher Bomber. Bis zum Winter 1942/43 hatte sich eine Frontlinie zwischen dem Ohio-River, den Appalachen und South Carolina stabilisiert und der deutsche Vormarsch konnte vorerst gestoppt werden. Die folgenden Monate sahen einen blutigen Stellungskrieg, in dem keine Seite nennenswerte Geländegewinne verbuchen konnte. Derweil bombardierte die deutsche Luftwaffe unablässig die Industriezentren in Michigan und Illinois. Die Japaner ihrerseits bombardierten in der Nacht vom 24. auf den 25. Februar Los Angeles.

Eingreifen Russlands

Während die Westalliierten am Rande des Zusammenbruchs standen, griff nun endlich auch Russland in die Kämpfe in Europa ein und marschierte im Frühjahr 1943 in der Ukraine ein, die sich mit dem Deutschen Reich verbündet hatte. Die Wehrmacht griff umgehend ein und marschierte über das neutrale Weißrussland hinweg in Russland ein. Die Russen mussten ins Landesinnere zurückweichen, zumal auch die Finnen in Karelien vorrückten. Die Deutschen besetzten schnell auch das Baltikum und stießen von dort aus gemeinsam mit den Finnen nach Petrograd vor, das sie in einer jahrelangen Belagerung fast vollständig zerstörten und die Bevölkerung der Hauptstadt gnadenlos aushungerten. Bis zum Winter 1943 waren die Deutschen tief ins russische Kernland vorgedrungen und hatten das zuvor evakuierte und (wie 1813) in Brand gesteckte Moskau eingenommen.

Erst zum Sommer 1944 hatten die Russen ihr Heer so weit reorganisiert, dass sie einen Gegenschlag wagen und die in Moskau stationierte 6. Armee unter Paulus einkesseln konnten. Im Kessel von Moskau wurde sie in den folgenden Monaten fast vollständig vernichtet. Ein herber Rückschlag für die ohnehin durch die massive Verlagerung von Mannschaften und Geräten in den Westen ausgedünnte Ostfront. Die Deutschen mussten sich hinter die vormaligen russischen Landesgrenzen zurückziehen, während Russland nun seinerseits eine Offensive gegen die Ukraine startete, die bis zum Frühjahr 1945 zu deren Kapitulation und Seitenwechsel führte.

Scheitern im Westen

Hitler in New York

Adolf Hitler besucht New York City, Sommer 1944

Zur Jahresmitte 1944 hielt die deutsche Propaganda den Krieg schon beinahe für gewonnen. Noch spektakulärer als bei seinem Besuch in Paris 1940 setzte der deutsche Führer und Reichskanzler sich bei einem Besuch im eroberten New York in Szene. Er bestieg das Empire State Building, ließ sich in einer Parade über den Times Square und am Big Apple vorbeifahren und hielt anschließend im Madison Square Garden eine Rede vor Stadtoberen und Anhängern der National Socialist White People's Party, wo ihm feierlich die Schlüssel der Stadt überreicht wurden. In einer anschließenden Rede versprach Hitler den Führern der amerikanischen Nazi-Bewegung, die Macht des (jüdischen) Finanzkapitals zu brechen und die Arbeitslosigkeit zu besiegen, die seit 1929 das Land gelähmt hatte und aus sicht mancher Amerikaner durch Roosevelts New Deal nur unzureichend angepackt worden war.

Alternate East United States

Karte der militärischen Lage im Sommer 1944 zu Beginn der amerikanischen Gegenoffensive

Doch abseits dieses Medienspektakels gärte es in der deutschen Generalität. Zwar wagte niemand, dies in Anwesenheit des Führers zu äußern, doch war man weitgehend einhellig der Meinung, der Zweifrontenkrieg habe die Ressourcen des Militärs gefährlich überstrapaziert und eine Niederlage mittlerweile ein sehr realistisches Szenario. Entsprechend überraschte es die kommandierenden Generäle in Amerika nicht, als der Geheimdienst die Planungen der US Army für eine massive Gegenoffensive enthüllte. Bei der Offensive, die schließlich im Juli 1944 begann, konnten die Amerikaner die deutschen Linien in Ohio und Virginia durchbrechen und erreichten Ende August, noch bevor ein geordneter Rückzug zustande kam, Washington D.C. Die deutschen Truppen waren nun in zwei Teile gespalten und ein großer Teil der Heeresgruppe Südwest in North Carolina eingekesselt. Im Dezember 1944 kapitulierten diese Einheiten schließlich, während die Heeresgruppe Nordwest ihren Widerstand noch bis März 1945 fortsetzte und sich erst dann nach Grönland zurückzog und von dort weiter nach England. Im Mai 1945 begann schließlich die Besetzung Grönlands und Islands, die als Vorspiel zu einer groß angelegten Invasion Großbritanniens aufgefasst wurde.

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