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1902; In der Karibik spitzt sich die Lage zu denn Großbritannien ist darauf aus Schulden in Südamerika einzutreiben. Wird sich alles in einem Kampf UK Versus USA entladen? Die Briten sind der Meinung dass sich ihre ehemalige Kolonie die Vereinigten Staaten zu sehr aus dem Fenster wagt indem sie trotzig die Hand über Schuldner wie Venezuela legt. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Venezuelakonflikt und ist Teil der Zeitlinie Weltkrieg der 100 Möglichkeiten.

Konfliktstoff Schuldenfrage in Venezuela 1902:

Caricature of Cipriano Castro

Großbritannien und Deutschland rupfen das Huhn Venezuela, Karikatur

Der Staat Venezuela ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Bananenrepublik. Das Land hat in den letzten Jahren Kredite bei anderen Nationen aufgenommen die es nicht zurückzahlen kann. 1902 kommt es daher zu Reibereien in Südamerika. Deutsche und Briten wollen ihr Geld eintreiben und rasseln wieder einmal mit den Säbeln. Venezuelas schuldet allein dem Deutschen Reich 96,6 Millionen Mark. Die britischen Schulden sind weit geringer aber Venezuela kann Beide nicht bezahlen. Die Amerikaner und ihr Präsident Theodore Roosevelt sind als amerikanische Großmacht ebenfalls mit einer Flottille vor Ort. Roosevelt sieht eine Weile dem Treiben der Deutschen und Briten zu. Die Kreuzer Vineta, SMS Falke und SMS Gazelle, das Kanonenboot SMS Panther und die alte Kreuzerfregatte SMS Strosch wurden am Rande des vorgesehenen Einsatzraums zusammengezogen. Hinter den Kulissen wetteten die Briten bereits welche Seite den Ersten Schuss abgeben würde, Deutsche oder Amerikaner. Inzwischen versicherte der britische Botschafter dem amerikanischen dass im Falle eines Deutschen Angriffs ein Britischer stehenden Fußes folgen würde. Die USA zeigen sich unbeeindruckt, obwohl sie die Royal Navy fürchten müssten, die der US Navy bei Weitem überlegen ist.

Am Morgen des 7. Dezember 1902 händigte der deutsche Geschäftsträger in Venezuela den dortigen Behörden eine Note aus, in der dieser die Forderung erhoben wurde, bis Silvester 1902 Schadenersatz für beschädigtes oder beschlagnahmtes Eigentum deutscher Staatsbürger zu leisten. Da Presidente Castro sich nicht binnen innerhalb von 24 Stunden zu den Forderungen vom 7. Dezember geäußert hatte wurde kurz nach dem 8. Dezember wurden vier kleinen Kanonenboote der venezolanischen Flotte gekapert und drei von ihnen anschließend von den Deutsche versenkt. Sofort wandte sich der venezolanische Präsident an die USA und bat um deren Vermittlung.  Am 13.12 beschossen deutsche und britische Schiffe das Fort Solano bei Puerto Cabello. Zwar akzeptierten die britische und die deutsche Regierung den venezolanischen Vorschlag eines Schiedsrichter Spruches, der vorgeschlagene Präsidenten Roosevelt lehnte aber ab und verwies die Beteiligten an den Haager Schiedshof.

Doch nun kam es zu Änderung zur UZL: Bülow's Weisung vom 17. Dezember, in der er den Kommandeur des deutschen Flottenverbandes „ganz geheim“ angewiesen hatte, einen US-amerikanischen Dampfer passieren, fand nicht statt, weil Wilhelm II von Wind bekam und es sich verbat, seine Autorität als sich habe den Oberbefehl und alleinige Leitung als Kriegsherr zu untergraben. Als er dann aber doch entschloss, Bülow zu folgen und den Dampfer passieren zu lassen, war es zu spät.

Da der Dampfer weder auf Signale oder Warnschüsse reagiert hatte, hatte die SMS Vineta versucht den Dampfer abzudrängen, wobei aber die Schiffe kollidierten. Am Kriegsschiff geschah nur wenig Schaden, der Dampfer aber sank. Es waren 45 tote Amerikaner zu beklagen.

Roosevelt tobte und ging vor den Kongress und stellte Deutschland ein Ultimatum: Entweder Ende der Blockade oder Krieg. Er war sich sicher, dass Deutschland klein bei geben würde. Doch er verkalkulierte sich, denn im Übereifer erklärte er, die USA können, keine Kanonenbootpolitik im "Hinterhof" der USA, der Karibik dulden.

Doch just dies, lies London die Ohren spitzen; hatte man doch selbst einige Kolonien in diesem sogenannten Hinterhof der Amerikaner. Am 22.Dezember bat Edward VII. in einer Unterredung mit dem deutschen Botschafter Graf Metternich zu sich:

Seine Majestät König Edward besprach mit mir gestern Abend Venezuela und drückte den Wunsch aus, das Deutsche Reich möge sich sicher sein, das Britische Empire in jedem Falle hinter sich zu haben. In diesem Falle dürfe man KEINEN Handbreit nach geben. Er erinnere Ihro Gnade an den Kampfgeist ihrer

Großmama Victoria, die den unzivilisierten Amerikanern NIE etwas durchgehen habe lassen. Das Deutsche Volk solle sich dem Rückhalt England Gewiss sein. "

Mit diesem "Blankoscheck" in der Tasche rief Wilhelm II Reichskanzler von Bülow auf mit "voller Härte gegen Venezuela und nötigen Falls den USA vorzugehen. Noch am Abend erging die Generalweisung an die Marine zu Mobilmachung, die aber im Geheimen zu halten war.

Da es noch keine Funkübertragen gab mussten die Entscheidungen aus Berlin per Seekabel in die USA, von da nach Mexiko und ganz Mittelamerika ausgerechnet nach Venezuela geleitet werden. Als die deutsche Gesandtschaft einen seltsamen Brief eines Freundes aus Böhmen erhielt, landete eine Kopie davon gleich am Schreibtisch des US-Botschafters in Caracas Herbert Wolcott Bowen. Dieser fragte seinen Militär-Attaché Colonel Christopher Nowls, der in seiner gewohnten lakonischen Art nur mit einem Wort antwortete: "KRIEG."

Das Ultimatum vom 31.12.1902 verstrich ohne eine Reaktion aus Berlin. Theodor Roosevelt wurde nervös. Er bestellte den deutschen und dann den britischen Botschafter zu sich. Graf Alexander von Bergheim war ein gewiefter Diplomat und versuchte auf Zeit zu spielen. Roosevelt war geneigt eine Frist bis zum 15.1 zu gewähren. Als der Deutsche ging war Roosevelt zuversichtlich und sagte zu seinem Sekretär Wilkes:

"Da sieht man es nur wieder. Manchmal muss zu hart genug auftreten und dann verstecken sich die Mäuse schon."

Als aber dann ihm Earl Cunningham, der britische Botschafter versicherte, die Position London stimme mit der Berlins überein und man werde nötigenfalls an der Seite der Deutschen kämpfen, klappte Roosevelt sprichwörtlich die Lade herab. Habe nicht er selbst, Cunningham, ihm versichert, das Empire wünsche eine rasche Beendigung der Venezuelakrise? Sicher, aber das sei vor Roosevelt "Hinterhof"-Rede gewesen, die London sehr missfallen hat und man habe die Optionen überdacht.

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| 1899 Startpunkt | Venezuelakrise 1902 - 1903 |
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