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Goldfuchs

Von links oben im Uhrzeigersinn: Dietl, Schörner, Pellengahr - und Siilasvuo

Das Unternehmen Goldfuchs (Finnisch: operaatio Kultakettu) war der Deckname für eine militärische Operation in Karelien während des Zweiten Weltkrieges, oder um genau zu sein, des Unternehmens Barbarossa. Es führte zu einer längeren Unterbrechung der Murmanbahn (Kirowbahn für die Sowjets), die somit nicht für Lieferungen der USA und des Empires genutzt werden konnte.

Sie war der letzte größere Teil des übergeordneten Unternehmens Silberfuchs und begann Monate nach den Unternehmen Platinfuchs (Angriff auf Murmansk) und Polarfuchs (Angriff auf Kandalakscha, mit einem zusätzlichen Vorstoß weiter südlich).

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Siilasvuo trifft deutsche Panzerbesatzung (Bild aus UZL)

Hinter ihr stand Generalleutnant Richard Pellengahr von der 196. Infanterie-Division. Die Vorarbeit geleistet hatte aber kein General der Wehrmacht, sondern der finnische Generalmajor Hjalmar Fridolf Siilasvuo (ehemals Strömberg), der Sieger der Schlacht von Suomussalmi im Finnisch-Sowjetischen Winterkrieg, der damals mit einer Truppe von 11.000 Mann eine drei- bis vierfache sowjetische Übermacht besiegt hatte, die noch dazu im Gegensatz zu ihm mit Panzern ausgestattet waren.

Ausgangssituation[]

Die Nordkarelien- oder Lapplandfront betrachteten sowohl die Wehrmachtsführung als auch die Sowjetunion eher als einen Nebenkriegsschauplatz. Diese Front erstreckte sich nördlich der Linie Oulu-Bjelomorsk.

Der Aufmarsch[]

Die deutschen Soldaten hier waren in fünf (statt drei wie in UZL) Wehrmachts-Divisionen und der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“ organisiert. Auch das Luftgaukommando (LgK) Finnland war im Vergleich zu UZL um etwa 50% stärker. Die Finnen hatten hier nur das III. Korps unter Siilasvuo aus der 3. und 6. Division (die aus dem Militärdistrikt Oulu bzw. dem hohen Norden stammten, also das Gelände gut kannten) stehen, außerdem schlossen sich den Deutschen einige Grenztruppen an.

Ihnen gegenüber stand die 14. Armee unter General Walerian Alexandrowitsch Frolow mit fünf Divisionen, die Besatzung von Murmansk und die Rote Nordmeerflotte (Teile ihrer Truppen sollten als Marineinfanterie mitkämpfen) nicht mitgerechnet. Zwei davon standen vor Murmansk, zwei weitere bei Kalla (verstärkt durch Panzertruppen), während die letzte (die 54. Schützen-Division) das weite Gebiet von Mittelkarelien abdecken musste, ein Gebiet größer als Baden-Württemberg. Die Finnen hatten die sowjetischen Kräfte allerdings stärker eingeschätzt als sie tatsächlich waren, während sie an vielen Stellen deutlich unterlegen waren.

In der Praxis wurde hauptsächlich in vier Sektionen gekämpft: Der von Murmansk, mit bis zu 120 km die breiteste; die anderen (Kandalakscha/Kantalahti, Kestenga/Kiestenki, Uchta/Uhtua) waren nicht breiter als 50 km. Zwischen diesen Sektionen blieben somit große Gebiete, die frei von Truppen waren. Ideal für Störmanöver, wenn man (wie die Finnen) über Truppen verfügt, die für das schwierige Gelände und Klima ausgebildet sind.

Der Vormarsch[]

Ziele der Achsenmächte waren der eisfreie Hafen Murmansk, alternativ eine Unterbrechung der Kirowbahn dorthin. Dabei handelte es sich um die nördlichste Eisenbahnlinie der Welt, die 1941 erst teilweise (mit Gleichstrom) elektrifiziert war.

Das Unternehmen Silberfuchs bestand aus mehreren Teilen: Zunächst das Unternehmen Ren(n)tier, das am selben Tag wie Barbarossa begann und nach zwei Tagen mit der Besetzung von Petsamo abgeschlossen war; dann die beiden parallel laufenden Unternehmen Platinfuchs (Ziel Murmansk) und Polarfuchs (Kandalakscha); "Goldfuchs" begann erst später und war von Pellengahr (Gerüchte behaupten, Siilasvuo wäre eingeweiht gewesen) großenteils improvisiert.

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Zum Vergleich: Weitestes Vorrücken in UZL

Dietl trieb seine Gebirgsdivisionen über den Fluss Ura hinaus bis zum Kilpjawr-See, von wo es nur noch 30 km bis Murmansk waren. Daher entschied Frolow im August, den Hauptteil der eingetroffenen Verstärkung von einer Division hier im Norden einzusetzen.

In der Sektion zwischen Salla und Kandalakscha ging der Vormarsch auch schneller voran als in UZL, noch im August war der Tolwand-See erreicht. Dazu war es allerdings nötig gewesen, wochenlang Knüppeldämme durch die Wildnis aus Wald und Sumpf zu bauen, um die Rote Armee umgehen zu können. Hier hatte ursprünglich die finnische 6. Division gekämpft, die der finnische Marschall Mannerheim nun aber zurückforderte.

Noch weiter südlich stießen die Finnen unter Siilasvuo (der auch die westpreußische 196. Infanterie-Division für seine Nachhut hatte, was in UZL nicht der Fall war) bis Kestenga vor, das Ende Juli fiel, und nahmen Teile der einzigen Sowjetdivision, die ihnen gegenüberstand, gefangen. Auch das nahe Uchta war gefallen. Diese Erfolge beeindruckten die Deutschen - in gut einer Woche war Siilasvuo über 50 km vorgerückt, für diesen Kriegsschauplatz Blitzkrieg-artige Verhältnisse. Von der Eisenbahn bei Lou(c)hi trennten ihn nur noch 60 weitere Kilometer. Im August legte ihm Frolow daher eine Brigade Verstärkung in den Weg. Entscheidender war aber, dass Mannerheim selbst Siilasvuo befahl, stehenzubleiben - er wollte vermeiden, dass ausgerechnet finnische Truppen Leningrad/Murmansk/die Kirowbahn gefährden, um die Westmächte nicht unnötig zu verärgern. Als Vorwand sagte er ihm, er hätte nicht genügend Truppen für einen weiteren Vormarsch. Siilasvuo war nicht begeistert, aber gehorchte.

Anfang September traf bei Murmansk die 6. Gebirgsdivision ein, unter Befehl des "Bluthundes" Oberst Ferdinand Schörner, einem überzeugten Nazi. Er machte seinem Spitznamen alle (Un)Ehre und griff sofort ohne große Rücksicht auf Verluste an (Ende des Jahres sollte seine Division über 20% Verluste haben). Auf diese Weise schaffte er es, bis zum Tulpjawr-See vorzudringen, 20 km vor dem Ziel. Danach waren die Soldaten auf beiden Seiten sehr abgekämpft.

Auch von Süden her drohten die Finnen, die bis Rukajärvi/Rugozero vorgerückt waren.

Zwar waren die Erfolge der Achsenmächte so größer als in UZL, aber das eigentliche Ziel des Feldzugs noch nicht erreicht. Murmansk war noch außerhalb der Reichweite der Artillerie, ebenso die anderen Stationen der Bahn. Nun drohte Großbritannien, Konvois mit Waffen und anderen Gütern nach Murmansk zu schicken. Auch konnten die Bombardierungen der Luftwaffe die Kirowbahn immer nur kurzzeitig unterbrechen, da die Sowjets sie schnell reparieren konnten. Eine andere Lösung war nötig. Besonders, da der Winter hier im hohen Norden bis zu zwei Monate früher beginnt als im eigentlichen Russland, die Zeit drängte also.

Das Unternehmen[]

"Wer alles verteidigen will, verteidigt nichts."

--Friedrich der Große
Karelia

Braun: 196. Wehrmacht; rot: 54. Sowjets; grün: III. finnisches Korps
xx: Division x: Brigade ▪▪▪: Regiment
I, II: Angriff bei Kuusiniemi, Brigade geht nach Süden
A, B: Angriff bei Kiestenki, Brigade marschiert zurück
1, 2: Brigade wird in den Wäldern zersprengt
a, b: Deutsche marschieren durch

Die gefürchtete Rasputiza hatte im Norden früher begonnen als im südlicheren Teil der Sowjetunion. Nun aber brach auch der Winter früher ein als dort (auch er kam in diesem Jahr ungewöhnlich früh), was zur Folge hatte, dass der Boden gefror - und die Soldaten endlich leichter vorankamen. Als der erste Schnee fiel, konnten die Finnen auch ihre Skier nutzen.

In dieser Situation fasste Siilasvuo in seinem Blockhütten-Hauptquartier im karelischen Kananainen/Tungjärvi/Tungozero einen Plan. Zwischenzeitlich hatte er nach seinen Anfangserfolgen noch stillgehalten, da Mannerheim es ihm befohlen hatte und er seine Kräfte auch nicht überdehnen wollte. Nun aber war er bereit. Während seine 6. Division noch über Salla, Kuusamo, und Kestenga zu ihm transportiert wurde (bis auf einen kleinen Teil, der den direkten Weg durch die Wälder nahm), verhielt sich der kleinere Teil der 3. Division im Norden (unterstützt von der 196. Infanterie-Division) defensiv. Währenddessen griff er mit dem Hauptteil im Süden an und warf die Sowjets aus Kuusiniemi heraus. Gleichzeitig waren einige seiner Jäger durch den Wald um die zurückweichenden Sowjets herumgegangen und griffen diese von Norden her an. Pjotr Semjonowitsch Schewtschenko, der Kommandeur der 54. Schützen-Division, rief seinen Vorgesetzten Frolow um Hilfe an. Dieser war aber auch damit überfordert, an vier Stellen gleichzeitig eine überlastete Front zu halten, und teilte Frolow mit, dass er sich erst einmal selbst helfen musste. So schickte Schewtschenko den Großteil der Verstärkung, die er zuletzt erhalten hatte, Richtung Kuusiniemi.

Damit hatte das Ablenkungsmanöver von Siilasvuo funktioniert. Nachdem die Sowjets vor Kestenga nun geschwächt waren, griff er sie mit der eingetroffenen ausgeruhten 6. Division an, während deren Teil, der durch die Wälder marschiert war, ihnen vom Werchnejo-Tschernoje-See her in den Rücken fiel. Die Sowjets wurden in kleine Trupps zersprengt, die von den Finnen mit der bewährten Motti-Taktik (kleinen Kesseln) aufgerieben werden konnten. Schewtschenko geriet in Panik, schickte seine Brigade zwischen Nord und Süd hin und her. Nun setzte Siilasvuo aber auch die Truppen bei Uchta wieder in Marsch, die auf ein geschwächtes Regiment stießen, das sie ebenfalls zersprengten. Auch der Verstärkungsbrigade der Sowjets, die nun auf sich allein gestellt war, erging es nicht besser. Der Weg nach Osten war frei - auf beiden Vormarschlinien. Zwar benötigte er den Großteil seiner Truppen noch für die Zerschlagung der Kessel, aber Teile der 196. Division setzten sich entlang der Straße in Marsch und gelangten innerhalb weniger Tage ins 30 km entfernte Sosnowji. Auch im Süden konnten die Deutschen vorrücken und nahmen die Ortschaften Chajkolja und Kepa.

Pellengahr Richard

Der "Goldfuchs" hat gut lachen

Nun geriet auch Frolow in Panik, forderte Verstärkungen an. Aber das bedrohte Louhi war über 500 km von Petrosawodsk entfernt, von Archangelsk sogar 800, von Wologda dorthin noch einmal soviel. Per Zug hätte die Verstärkung 10-20 Stunden gebraucht, wenn sie bereit gewesen wäre. Als verzweifelte Sofortmaßnahme wurden sogar Truppen abgezogen, die bislang bei Rukajärvi die Front hielten. Womit man nur den Finnen dort erlaubte, ein weiteres Loch in der Front aufzureißen. Medweschjegorsk/Karhumäki am Onegasee ging verloren, Monate vor dem Zeitpunkt, an dem es in UZL gefallen war. Auch Mujeserskij/Mujejärvi war gefallen.

Bislang war die Murmanbahn von diesem Unternehmen unberührt geblieben. Nun aber war die Gelegenheit gekommen. Als die Flugzeuge der Luftwaffe sahen, dass sich Rotarmisten aus dem Süden näherten, wurde nördlich von Louhi ein Trupp eingesetzt, der auch eine Geheimwaffe im "Gepäck" dabeihatte: Den Schienenwolf. Der Trupp machte ihn schnell bereit, setzte ihn auf die Schienen, und nun genügte ein einziger Freiwilliger, um die Schwellen schneller aufzureißen, als ein Fußgänger marschieren konnte. Als dieser von den Sowjets gestoppt wurde (ob er auf seinem Schienenwolf erschossen wurde, oder auf der Flucht nach Westen umkam, ist umstritten), war die Strecke zwischen Keret und Bojarskaja größtenteils zerstört und auf über 30 Kilometern unbenutzbar. Es würde Wochen dauern, sie wiederherzustellen, wenn das überhaupt noch möglich war.

"Die Schienen und Schwellen, nützlich und gut,
Reißt er auseinander, bis alles kaputt."

--Der Schienenwolf-Fahrer (frei nach Wilhelm Busch)

Der Zusammenbruch[]

"Amateure studieren Strategie, Profis studieren Logistik."

--Omar Bradley, General der US Army

Die Sowjetdiktatur versuchte alles, um die Situation geheimzuhalten, aber sie konnte doch nicht verhindern, dass die Eisenbahner genau wussten, dass es nördlich von Archangelsk und südlich von Kandalakscha nicht mehr weiterging. Für die Sowjetbürger des nahrungsarmen Landes von Karelien und Kola bedeutete das: Es würde bald praktisch keine Rationen mehr geben, der Hunger drohte! Eine Versorgung der Menschen - immerhin hunderttausende - aus der Luft oder per Schiff war so gut wie unmöglich, bei den gegebenen Entfernungen.

Und nun setzten sich die Deutschen im Norden auch wieder in Bewegung. Bei Kandalakscha wurde der Njamozero-See erreicht, im Norden beschoss die Artillerie von Dietl und Schörner die Stadt Meshduretschje, die letzte vor Murmansk. Frolow versuchte alles Menschenmögliche, um Truppen zu mobilisieren, aber die Situation ähnelte dem "Volkssturm" 1945 in Deutschland. In Karelien und Kola gab es nur etwa 125.000 Männer zwischen 15 und 50, und die meisten davon waren bereits eingezogen worden. Nun wurden Frauen, Komsomolzen, und alte Männer bis hin zu Veteranen des Russisch-Japanischen Krieges von 1904/05 mobilisiert. Bis auf die Eisenbahnarbeiter war praktisch keiner mehr unabkömmlich. Selbst viele stalinistische Bürokraten mussten nun ihre Schreibtische verlassen und eine Waffe in die Hand nehmen. Natürlich waren diese improvisierten Truppen nicht so kampfkräftig wie die typischen Rotarmisten. Die sibirischen Elitetruppen, die für die Abwehr hier am geeignetsten gewesen wären, traute sich Stalin nicht einzusetzen - trotz Nichtangriffspakt befürchtete er einen möglichen Überraschungsschlag der Japaner.

Der September war noch von Kämpfen erfüllt, aber es handelte sich dabei nur noch um Verzweiflungstaten der Sowjets. Bald wurde die Murmanbahn von den Soldaten der 169. Division unter Kurt Dittmar auch an einer zweiten Stelle durchbrochen, bei Rutschji nördlich von Louhi, und diesmal machten es die Wehrmachtssoldaten den Sowjets endgültig unmöglich, die Bahn wieder für sich zu nutzen. Als die Deutschen in Kandalakscha einmarschierten und nun entlang der Murmanbahn nach Süden marschieren konnten, um zu Siilasvuo aufzuschließen, wurde die Aussichtslosigkeit offensichtlich. Nun drangen die Finnen auch im Süden von Louhi ans Eismeer vor, das sie bei Kem erreichten. Damit war ganz Karelien in ihren Händen.

Die Rotarmisten versuchten noch, entsprechend Stalins Befehlen soviel wie möglich zu zerstören, aber nachdem sie vom Mutterland abgeschnitten waren, schien sie ihre Kraft verlassen zu haben. Immer mehr verfielen sie in Resignation.

Als die Wehrmacht Murmansk schließlich besetzte, kam sie auch in den Norwegenhafen, von dem aus vor Beginn von Barbarossa auch viele Frachtschiffe nach Deutschland abgingen. Mit dem neu gewonnenen Uboot-Hafen und dem nahen Flughafen konnte sie den letzten britischen Konvois nach Archangelsk (bevor es schließlich zufror) das Leben schwer(er) machen.

Die Rote Nordmeerflotte musste die meisten ihrer Stützpunkte bis hinauf zu ihrem bisherigen Hauptquartier Wajenga aufgeben und sich - solange das Meer noch offen war - auf Nadelstiche gegen die Besatzer beschränken.

Folgen[]

Bei den Kämpfen um Bjelomorsk fiel auch der 17-jährige Erste Sekretär des Zentralkomitees des Komsomol für die Karelo-Finnische Sowjetrepublik, ein gewisser Juri Wladimirowitsch Andropow. Frolow und Gennadi Kuprijanow wurden auf dem Luftweg aus Murmansk herausgebracht, aber sie waren schlechter dran als viele andere: Der wütende Stalin machte sie für den Verlust einer ganzen Sowjetrepublik verantwortlich und ließ sie standrechtlich erschießen. Den Kareliern, die noch in der Sowjetunion verblieben waren, traute er nun nicht mehr, befürchtete, dass sie zu den Deutschen überlaufen würden. Die karelischen Rotarmisten, die noch an anderen Fronten kämpften, wurden darum nach Sibirien und Turkestan deportiert. Selbst Generalmajor und Spanienkämpfer Akseli Anttila entging nicht diesem Schicksal. Bis ans Ende seines Lebens wollte "Genosse" Stalin nicht einmal mehr das Wort "Karelien" hören.

Otto Wilhelm "Wille" Kuusinen wiederum fiel in die Hände der Finnen, die ihn erst als Möchtegern-Diktator von Finnland verspotteten, dann aber wegen anti-finnischen Aktivitäten vor Gericht stellten und zum Tode verurteilten. Sein kurzzeitiger Vizepräsident Mauritz Rosenberg wurde von der Waffen-SS aufgegriffen, die ihn wegen seines Nachnamens für einen Juden hielten und schwer misshandelten, bevor er in ihren Händen starb.

"That fool Stalin has allowed the Nazis to close the door of his house in his face!" (Dieser Narr Stalin hat zugelassen, dass ihm die Nazis die Tür von seinem Haus vor der Nase zuschlagen!)
--Winston Churchill

Mit der Niederlage der Roten Armee in Karelien war eine ganze Front der Sowjets zusammengebrochen. Zwar war es nur eine von neun Fronten und die mit den bei weitem wenigsten Truppen, trotzdem war die Symbolwirkung sowohl bei den Achsenmächten als auch in der Sowjetunion groß. Die wahre Bedeutung des Unternehmens wurde vielen in Nazi-Deutschland und der Sowjetunion erst langsam bewusst (1941 war der Hafen von Murmansk noch gar nicht für Konvois bereit; Stalin fragte sogar, warum die Briten nicht einfach stattdessen Archangelsk beliefern konnten), aber in der Anglosphäre sah man die Situation deutlicher. Die Pläne für die PQ-Konvois waren nun über den Haufen geworfen. Die Sowjetunion mit Lieferungen aus den schier unerschöpflichen Quellen der USA zu versorgen, würde in Zukunft deutlich schwieriger werden. Im Winter würde der andere große Hafen am Eismeer, Archangelsk, monatelang zugefroren sein. Damit blieben nur noch zwei Wege offen: Über den Iran (aber auch dort war man erst im August einmarschiert, und es würde noch Monate dauern, bis das dortige Eisenbahnnetz hinreichend ausgebaut worden wäre); alternativ über Wladiwostok am Pazifik. Wenn nur die Japaner nicht eingreifen würden...

Auch die sowjetische Nordmeerflotte stand nun vor der Wahl, entweder in Archangelsk zu bleiben, wo sie das Eis monatelang nutzlos machen würde, oder einen langen Weg um das Nordkap herum zurückzulegen, um dann anderswo eingesetzt werden zu können. Aber wo?

Unter den Verbündeten begann nach diesem Sieg eine neue Debatte: Wo sollte man nach diesem Sieg als nächstes angreifen? Der "Führer" schloss für 1942 einen weiteren Vormarsch nach Archangelsk nicht aus - zum Entsetzen aller, die den Kriegsschauplatz kennengelernt hatten.

Die Konferenz von Moskau im späten September, auf der die britischen Delegierten eigentlich mit Stalin und Molotow das weitere gemeinsame Vorgehen hatten besprechen wollen, wurde von der Frage überschattet, wie denn die Westalliierten nun die versprochenen Lieferungen durchführen sollten. In UZL war ein gutes Viertel von diesen über Murmansk transportiert worden; nun mussten Alternativen gefunden werden. Zunächst bedeutete dies mehr Transporte nach Wladiwostok.

Unterdessen sandte Churchill eine Drohung an die finnische Regierung, die geheim bleiben musste: Wenn sie nun auch noch bei der Eroberung von Leningrad helfen würden, bedeutete das sofortigen Krieg mit dem Empire.

Für die Wehrmacht bedeutete der Sieg eine deutliche Hebung der Moral. Und auf der Landkarte machte das große gewonnene Gebiet viel her, auch wenn es menschenleer war.

Der gemischte Erfolg des ganzen Unternehmens veranlasste die Wehrmacht, eine eigene Skijägerdivision aufzustellen (mit finnischer Hilfe bei der Ausbildung), um für die Zukunft besser vorbereitet zu sein.

In der Propaganda[]

"Des Urviech, da Bluathund, und du, da goidige Fux - mir drei ham des zsammbracht!"
--Eduard Dietl über sich, Ferdinand Schörner, und Richard Pellengahr

Nach seinem Sieg nannten die Deutschen (so auch Dietl) Pellengahr nach seinem Unternehmen "den Goldfuchs". Die Propaganda von Nazi-Deutschland überbetonte den Anteil der Deutschen an dem karelischen Sieg, also speziell den von Dietl, Schörner, und Pellengahr. Alle drei wurden noch 1941 befördert (Dietl zum General der Gebirgstruppe, Schörner zum Generalmajor, Pellengahr zum General der Infanterie) und ausgezeichnet.

Trotzdem wurde Siilasvuo, dem dieser Sieg zu verdanken war, nicht ganz vergessen. Viel wurde darüber berichtet, dass er ja seine erste militärische Ausbildung während des Ersten Weltkriegs in Deutschland erhalten hatte, innerhalb des aus finnischen Freiwilligen aufgestellten Königlich-Preußischen Jäger-Bataillons Nr. 27, unter Major Maximilian Bayer, Reichsfeldmeister des deutschen Pfadfinderbundes - aus Geheimhaltungsgründen als „Pfadfinder-Feldmeister-Kurs“ bezeichnet. Auch über seine Kämpfe in Kurland und später im Finnischen Unabhängigkeitskrieg gegen die "Bolschewisten" erfuhr das deutsche Publikum. Die Nazi-Propaganda nannte ihn dabei prinzipiell nur "Strömberg", um ihn als "arischen" Schwedenfinnen darzustellen. - Seine eigenen Soldaten nannten ihn Jalmari Verinen (Hjalmar den Blutigen), manche von ihnen meinten sogar, seine Siege wären ihm zu Kopf gestiegen.

Immerhin hatten er und die anderen Finnen durch ihre Kampfstärke und Tapferkeit den "Führer" so sehr beeindruckt, dass er seine frühere Idee fallenließ, Finnland in naher Zukunft zu einem Bundesstaat des "Reichs" zu machen. Stattdessen war er nun damit zufrieden, dass Finnland in Zukunft die Flanke des "Reichs" decken würde.

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Die ultimative "Die Nazis siegen! Was jetzt tun?"-Zeitlinie
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